Avas Sicht Es war Dienstagnachmittag, als Lucy beschloss, mir zu vertrauen. Wir hatten drei Wochen lang zusammen im Garten gearbeitet. Wir sprachen nicht viel. Wir schnitten nur, jäteten Unkraut und versuchten, die verwelkten Rosen wieder zum Leben zu erwecken. Sie hatte mir etwas über Veredelung und Erde beigebracht und wie wichtig es ist, im 45-Grad-Winkel zu schneiden. Ich hatte ihr gezeigt, dass Stille nicht feindselig sein muss. Manchmal waren es einfach nur zwei Menschen, die dieselbe Luft atmeten, dasselbe Stück Erde teilten und nicht jeden Moment mit Worten füllen mussten. Doch dieser Tag war anders. Ich spürte es in dem Moment, als sie durch die Hecke trat. Sie trug keine Gartenhandschuhe. Sie hatte keine Gartenschere dabei. Sie stand einfach nur da und beobachtete mich, ihre g

