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Alphas Leihmutter

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„Gib mir ein Baby, Orion. Mach mir ein Baby.“ Ich stand nahe der Tür meines Zimmers und sah meine Luna, meine Gefährtin Petra, wie sie heftigen s*x mit meinem Beta Orion hatte. Drei Jahre einer Beziehung, aufgebaut auf der Gefährtenbindung, fünfzehn Jahre Freundschaft und Vertrauen, wurden in diesem Moment zerstört. Ihre Untreue in diesen drei Jahren, ihr heimlich in meinen Beta verliebt zu sein – diese Frau hatte all die Jahre um meine Gnade gebettelt.

„Ich, Xavier Lincoin, der Alpha des Sirius Bright Rudels, weise Petra Lincoin als meine Gefährtin und Luna zurück.“

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1. Verrat.
Das massive, vierstöckige Rudelhaus des Sirius-Bright-Rudels hob sich markant von den Schatten der Nacht ab, als wollte die Mondgöttin höchstpersönlich ihnen ihren Segen erteilen. Wenn die Göttin voll und hell am dunklen Himmel aufstieg, rief sie die wilderen Instinkte ihrer Wölfe wach und trieb sie dazu an, hinauszugehen, zu spielen und zu jagen. Es waren die Nächte, auf die sowohl diejenigen, die noch zu jung zum Verwandeln waren, als auch die, die es konnten, gleichermaßen sehnsüchtig warteten. Deshalb war es an jenem Abend nicht sonderlich ungewöhnlich, dass zwei Wölfe bei den Feierlichkeiten fehlten. Auch hörte das Rudel nicht die erotischen Geräusche, die das Paar aus dem Schlafzimmer im vierten Stock drangen. „Niemand wird vor dem Morgen zurückkommen, Petra. Schrei meinen Namen!“ verlangte der Mann. „Ohhh… Orion,“ stöhnte die Frau lauter. Das Paar gab sich leidenschaftlich auf dem Kingsize-Bett seiner Lust hin, ignorierte absichtlich seine Grundinstinkte und ergab sich der greifbaren Begierde. Sie waren so ineinander verloren, dass sie nicht bemerkten, wie sich die Tür des Zimmers leicht öffnete und Mondlicht in den Raum fiel. Ein Mann, dessen Gesicht im Mondlicht verborgen lag, stand in der offenen Tür und sah zu, wie seine gesamte Welt zerbrach. Ein längst vergessener Blumenstrauß lag jetzt in einem Haufen aus Blütenblättern und Stielen auf dem Boden, während Blut aus der geballten Faust von Alpha Xavier darauf tropfte. „Härter!! JAAA…“ schrie Petra. Xavier, der seit drei Jahren mit Petra als Gefährtin verbunden war, hätte niemals gedacht, dass er in dieser Nacht den ultimativen Verrat erleben würde. Seine imposante Gestalt stand als schwarze Silhouette in der Tür, sein Blick ruhte unerschütterlich auf den sich windenden Körpern, die ihren tierischen Instinkten auf seinem Bett nachgaben. Xavier kannte Petras Lustschreie gut; er hatte sie schon oft von ihr gehört, doch diesmal war es anders. Jeder Muskel in Xaviers Körper spannte sich an, jede Zelle seines Körpers schwoll vor Wut an, während er zusehen musste, wie sein Beta seine vorbestimmte Gefährtin vögelte. Xavier versuchte sich einzureden, dass es eine Lüge sein musste, ein Albtraum, ein Scherz – irgendetwas, nur nicht die grausame Wahrheit. „Gib mir einen Welpen, Orion. Mach mir ein Baby,“ flehte Petra und folgte ihrer Bitte mit einem lauten, verführerischen Stöhnen, das den Mann, der sie bediente, völlig außer Kontrolle brachte. Der Boden unter Xaviers Füßen schien sich zu verschieben, als er Petras Bitte an Orion hörte. „Sie will ein Kind?“ murmelte Xavier leise. Drei Jahre zuvor hatte Xavier entdeckt, dass die Mondgöttin ihm Petra, eine seiner besten Freundinnen, als Gefährtin bestimmt hatte. Die ganze Erfahrung schien ihm surreal, genauso wie die Erkenntnis, dass Petra bereits Hals über Kopf in ihn verliebt war. Seit er erfahren hatte, dass die Göttin sie zusammengeführt hatte, hatte Xaviers Liebe zu Petra nie nachgelassen. Alles, was Petra tun musste, war einen Vorschlag zu machen, und Xavier hätte ihr die Welt zu Füßen gelegt, wenn es sie zum Lächeln gebracht hätte. Er hatte sie weiterhin geliebt, auch nachdem sie durch einen tragischen Unfall, der zu einer Fehlgeburt führte, ihre Fähigkeit verloren hatte, ein Kind zu bekommen. Um alte Wunden nicht wieder aufzureißen, erwähnte Xavier niemals seinen Wunsch nach einem Kind. Besonders angesichts ihres Verhaltens – auch wenn er nie vorhatte, sie zurückzuweisen, weinte sie oft, bereute und flehte ihn an, nur um weiterhin im Zentrum seiner Aufmerksamkeit zu stehen. „Sie hat nie die Fähigkeit verloren, schwanger zu werden,“ erkannte Xavier. Die Scheuklappen fielen von seinen Augen, und er sah das Netz aus Lügen, mit denen Petra ihn seit der Fehlgeburt gefüttert hatte. Xavier wusste, dass die erotische Szene, die sich vor ihm abspielte, nicht aus einem seiner schlimmsten Albträume stammte. Der Schmerz in seiner Brust hielt ihn in der Gegenwart fest. Es löste einen Sturm aus Emotionen aus, die in seinen jadegrünen Augen miteinander rangen, während er seine Gefährtin unter seinem besten Freund und Beta stöhnen sah. Ein Beta, der nun alles tat, um seine Luna körperlich zu befriedigen. „Ich verlange deine ungeteilte Aufmerksamkeit, deine Befriedigung und jede verdammte Stelle deines köstlichen Körpers, Petra,“ sagte Orion, während er eine Reihe von Liebesbissen auf ihrem Hals hinterließ. „Beiß mir nicht in den Nacken. Wenn sie vor Xaviers Rückkehr nicht verschwinden, habe ich ernsthafte Probleme,“ warnte Petra. Die Position der Liebenden auf dem Bett war für die beiden anderen Augenpaare, die hinter Xavier standen – Zander, Xaviers Zwillingsbruder, und Kaiden, Xaviers Gamma – äußerst peinlich. Sie hatten Xavier seit seiner Rückkehr zum Rudel begleitet. Beide taten ihr Bestes, die Geräusche des Vergnügens zu ignorieren, während ihre Luna vor ihren Augen Ehebruch beging. Zanders grüne Augen durchsuchten das Gesicht seines Zwillings und nahmen den Schaden wahr, den Xaviers gebrochenes Herz erlitten hatte. „Du weißt, dass Xavier für mindestens drei Tage nicht zurückkommen wird,“ grinste Orion. Zander war von Schuldgefühlen und Bedauern überwältigt, was sich deutlich in seinen Augen zeigte. Xavier war zu einer Geschäftsreise nach Deutschland aufgebrochen, war jedoch auf Drängen seines Zwillings nach nur einem Tag ins Rudel zurückgekehrt. „Wenn du mir vertraust, kehre leise und ohne Fragen ins Rudel zurück“, hatte Zander gesagt, ohne Xaviers wahre Absichten preiszugeben. Zander hatte immer an Petras Treue gezweifelt. Er kannte die Gefühle seines Zwillings für seine Gefährtin nur zu gut, weshalb er sie nicht ohne handfeste Beweise beschuldigen konnte. Deshalb hatte Zander seinen Bruder unter einem dringenden Vorwand nach Hause geholt, über den er niemandem etwas sagen konnte. Zunächst war Zander von der Richtigkeit seines Handelns überzeugt gewesen. Petras Untreue aufzudecken, sollte die Scheuklappen entfernen, die Xavier durch das Band auferlegt worden waren, und ihre Verbrechen ans Licht bringen. Doch der süße Sieg über Petra verwandelte sich schnell in bittere Asche auf Zanders Zunge, als er den Schmerz sah, den seine Handlungen seinem Zwillingsbruder zugefügt hatten. Den Ausdruck von Schmerz und tiefstem Verrat auf Xaviers Gesicht würde er niemals vergessen können. In diesem Moment realisierte Xavier, dass er einen wesentlichen Teil von sich selbst verloren hatte: die Fähigkeit, zu lieben und einem anderen Menschen zu vertrauen. Ein Dolch aus Täuschung und Verrat hatte sein Herz durchbohrt und war dort verblieben, sodass er aus diesem verletzten Organ keine andere Emotion als Wut ziehen konnte. „Ich komme!“ schrie Petra. Petra und Orion, unwissend von ihrem Publikum, erreichten gemeinsam ihren Höhepunkt und stießen dabei laute Lustschreie aus. Orion hatte Petras Verlangen befriedigt, indem er sein heißes Sperma tief in sie hineinspritzte. Anders als an diesem Abend hatten sie ihre Affäre normalerweise nicht in der Suite des Alphas ausgelebt, sondern trafen sich heimlich im Wald. Diese Nacht war jedoch in mehrfacher Hinsicht eine Ausnahme. Es war das erste Mal, dass Petra ihren Liebhaber gebeten hatte, sie zu schwängern. Zuvor waren sie immer äußerst vorsichtig gewesen, beide benutzten Schutz – er trug Kondome, und sie nahm die Pille. Aber all das war an diesem Abend zu Ende. Orion lächelte zufrieden bei dem Gedanken, dass es ihm möglicherweise gelungen war, ihr ein Kind zu machen. Die Außenwelt war in ihrem verbotenen Kokon aus dem Geruch von s*x und ihrem schweren Atmen noch immer vergessen. Orion gönnte sich den Luxus, seinen erschöpften Körper auf Petra niederzulegen. Sie lächelte verträumt und zufrieden. Sie lag unter ihrem Liebhaber, die Augen geschlossen, während sie beide nach Atem rangen. In diesem Moment nahm ihre Nase einen vertrauten Duft wahr, der sie in den letzten drei Jahren immer an den Sommer erinnert hatte: frisch gemähtes Gras und Limonade. Ihre Augen schnappten auf in plötzlicher Erkenntnis, gefolgt eine halbe Sekunde später von Orion, der Xaviers Duft wahrnahm. Das Paar wusste, dass dieser Duft viel zu frisch war, um nur eine verbliebene Spur im Raum zu sein. Orion stockte der Atem, als er den blanken Schrecken in Petras braunen Augen sah, was ihren gemeinsamen Albtraum bestätigte. Als Xavier schließlich beschloss, seine volle Anwesenheit spüren zu lassen, geschah dies mit einem Knall, als die Tür des Raumes hart gegen die Wand schlug. Er ließ kalte, bösartige Ströme seiner Aura nach außen sickern, die sich um die beiden Verräter wickelten und sie wie Würgeschlangen zu ersticken schienen. Mit weit aufgerissenen Augen lagen sie da, vom Alpha, den sie betrogen hatten, auf frischer Tat ertappt. „Xavier!“, flüsterte Petra, obwohl sie am liebsten hätte schreien wollen, während sie hastig versuchte, sich zu bedecken. Ihr wurde klar, dass das Problem durch die Tatsache noch verschärft wurde, dass ihr Gefährte nicht allein auf die Entdeckung gestoßen war. Sie war so sehr mit ihrer eigenen sexuellen Befriedigung beschäftigt gewesen, dass sie die Signale der Gefährtenbindung völlig übersehen hatte. Als sie Xaviers dunkelrote Augen auf sich spürte, brachte sie keinen Laut mehr heraus. Gleichzeitig weiteten sich Orions Augen vor Panik, als er begriff, dass sein Tod nun unausweichlich war. Xavier glich dem Sensenmann höchstpersönlich, bereit, Orions Seele für seine Verbrechen zu ernten, während er auf ihn zustalkte, um sein Urteil zu vollstrecken. „Xavier... ich...“ Orion versuchte verzweifelt, über das Bett zu flüchten, doch es gab keinen Ausweg vor dem Alpha. Er hatte keine Zeit zu reagieren, geschweige denn sich zu verteidigen. Er hatte schwerwiegend falsch eingeschätzt, wenn er dachte, er würde die Situation erklären dürfen. Xavier war in keiner Weise bereit, zuzuhören, als er seine Klauen in Orions Gesicht grub. Seine scharfen Krallen durchdrangen das dünne Fleisch und trafen auf den Knochen. Mit einer einzigen Bewegung seines Handgelenks hätte Xavier ihm das Gesicht abziehen können. Orions schmerzverzerrte Schreie hallten von den Wänden wider, als Xavier ihn vom Bett riss und auf den Boden schleuderte, wobei er ihm das Kiefer brach. Die anderen im Raum konnten den beißenden Geruch der Angst riechen, der von Orion nach dem letzten Schlag seines Alphas ausging. „Aaah!“, schrie Petra. Obwohl sie nur zusah, wie ihr Geliebter verprügelt wurde, fühlte es sich an, als würde sie jeden einzelnen Schlag selbst spüren. Ihr Körper war von kaltem Schweiß überzogen, und das Laken, das sie zum Bedecken benutzt hatte, hielt sie nun mit weiß geknöchelten Händen fest umklammert. Obwohl Orion ein Beta war, hatte er keine Chance gegen die Macht eines Alphas, geschweige denn gegen einen, der Rache für einen Verrat suchte. „Du bist nichts als ein verdammter Verräter!“, brüllte Xavier ihm ins Gesicht und benutzte dabei seinen Alpha-Ton. Er hätte es gar nicht gebraucht, denn Orions Wolf hatte sich ihm bereits unterworfen. Orions Wolf war von Schuldgefühlen geplagt, weil er seinen Alpha – jemanden, der seit ihrer Kindheit sein bester Freund gewesen war – verraten hatte. Als einzige Tochter des Alphas des Blue Moon Rudels hatte Petra schon als Kind Freundschaft mit den hochrangigen Jungen geschlossen. Von allen war sie immer Orion am nächsten gewesen, doch als sie alt genug war, um ihren vorbestimmten Gefährten zu finden, stellte sich heraus, dass es Xavier war. Nachdem sie Xavier geheiratet hatte, wurde er zum Alpha, und Orion stimmte zu, die Position des Betas zu übernehmen, um ihr nahe zu sein. Während ihrer Affäre wusste Orions Wolf, dass sie eines Tages für ihren Verrat würden zahlen müssen. Nach mehreren besonders brutalen Schlägen von Xavier ins Gesicht begann Orion, seine Arme schützend vor sich zu heben, während er keuchend eine unverständliche Bitte hervorstieß. Das brachte Xavier nur noch mehr in Wut. „Wie wagst du es, um Gnade zu flehen?!“ Ein gebrochenes Kiefer und gebrochene Rippen reichten plötzlich nicht mehr aus, um Xaviers unstillbaren Durst nach rachsüchtiger Vergeltung zu befriedigen. Orion lag wie ein zuckendes, wimmerndes Bündel zu Xaviers Füßen. Xavier bearbeitete ihn mit Fäusten und Klauen und fokussierte sich dabei besonders darauf, Orions attraktives Gesicht dauerhaft zu entstellen. Unterbewusst wollte Xavier, dass Orion für diejenigen, die ihn kannten, unerkennbar wurde, genauso wie Xavier ihn selbst nicht mehr als den Mann erkannte, der er einmal gewesen war. Petra kauerte schluchzend auf der Matratze. Sie hatte längst aufgehört, Mitleid mit dem Mann zu empfinden, der schlimmer als ein Tier auf dem Boden verprügelt wurde. Nein, die vollen Konsequenzen ihrer Taten hatten sie wie eine schwere Decke eingehüllt. Aus ihrem Selbstmitleid gerissen, hörte sie plötzlich ein Geräusch, das klang, als würde eine Packung Chips zerdrückt. Ihre Augen weiteten sich vor Schreck, als sie erkannte, was Xavier getan hatte: Er hatte Orions Wirbelsäule gebrochen. „AAAA!!“ Orions qualvoller Schrei war nur für die fünf Personen im Raum hörbar, dank ihres übernatürlich scharfen Gehörs. Die schweren Verletzungen an seinen Lungen, seinem Gesicht und seiner Wirbelsäule machten es ihm unmöglich, seine Qualen auszudrücken. „Bitte... bitte... hör auf...“, flehte Petra. Sie konnte es nicht länger ertragen, mitanzusehen, wie ihr Liebhaber die Hauptlast der Strafe für ihre gemeinsamen Verbrechen ertragen musste. Xaviers kalte, leere Augen fixierten sich auf ihr betrügerisches Gesicht, angezogen von ihrer dreisten Bitte. In ihren braunen Augen waren weder Tränen noch Reue zu erkennen. Petra hatte nur zu Beginn Angst gehabt, als sie in die Zukunft schaute und nichts als schreckliche Ungewissheit sah. Während Petra ihn anstarrte, trat Xavier auf Orions Genitalien und zertrümmerte sie, bis sie nutzlos waren und sein Zorn langsam verebbte. Alles, was Petra tun konnte, war zusehen, wie der Schwanz, der ihr eben noch so viel Freude bereitet hatte, zerstört wurde. Für diejenigen, die Xavier kannten, war sein Schweigen immer ein unheilvolles Omen, ein Zeichen für die Grausamkeiten, die noch folgen würden. Xavier verabscheute Lügner jeder Art, seien es Betrüger oder Verräter. Solche Menschen hatten in seinem Leben und in seinem Rudel keinen Platz. In Xaviers Gedanken war ihr Schicksal längst in der tiefsten Grube der Hölle besiegelt. „Orion“, rief Petra, um ihn vom Rande des Todes zurückzuholen. Sie zitterte vor Angst, ihn zu verlieren, denn sein Zustand war kritisch. Jede Hoffnung auf Rettung oder Heilung schien aussichtslos. Wie durch einen Schalter in seinem Verstand fokussierte sich Xaviers Aufmerksamkeit plötzlich auf Petra. Er schlich sich wie ein Raubtier auf seine Beute zu, ohne den Versuch zu machen, seine Absicht zu verbergen. „Xavier… es tut mir leid, b-bitte…“, stammelte Petra, während ihre Stimme versagte. Sie kroch über das Bett, um ihr Leben zu retten. „Zander… bitte hilf mir!!“, flehte sie mit tränenerfüllten Augen. Doch als sie hoffnungsvoll zu Zander blickte, der einzige im Raum, der ihr helfen konnte, traf sie nur der Ausdruck puren Abscheus in seinem Gesicht. Xavier packte sie am Knöchel und schleuderte sie ohne jegliche Rücksicht auf den Boden. Sie lag stöhnend da, von Schmerz gequält und sich der Tatsache bewusst, dass all ihre möglichen Fluchtwege nun erschöpft waren. Dies war nur der Beginn des körperlichen Leids. Ihr Gefährte griff nach einer Handvoll ihres langen blonden Haares und zog sie unsanft auf die Beine. Ihre Kopfhaut brannte, und Tränen stiegen in ihre Augen. „Wie lange läuft das schon?“ Das Paar war seit drei Jahren als Gefährten verbunden und verheiratet, und sie waren zehn Jahre zuvor enge Freunde gewesen. Dieser Verrat ging tief. Xavier ahnte, dass die Affäre seiner Gefährtin schon seit langer Zeit lief. Heute war einfach der Tag, an dem er ihr schmutziges Geheimnis entdeckt hatte. Ihre Antwort bestand aus unverständlichem Gestammel, während sie den Blick auf den Boden gerichtet hielt. „Ich habe dich gefragt, wie lange deine Affäre schon läuft?!“ knurrte er ihr ins Gesicht. Anstatt zu antworten und ihre Fehler zuzugeben, weinte sie nur und war unfähig, die Wahrheit auszusprechen, die sie so lange verborgen hatte. Xaviers Geduld mit ihr war am Ende, und er zog noch fester an ihrem Haar, wodurch ihr Nacken in eine unangenehme Position gedrückt wurde. „Antworte mir! Ansonsten reiße ich dir die Zunge raus und binde sie dir als Schleife um den Hals!“ fauchte er und drückte mit seinen Fingern die empfindliche Haut ihres Halses, sodass rote Abdrücke zurückblieben. Sie wusste genau, dass Xavier keine leeren Drohungen aussprach – er würde es tun, wenn sie ihn herausforderte. „Seit... den letzten... vier Jahren“, brachte sie schließlich mit großer Mühe hervor, während seine Finger ihre Luftröhre zusammendrückten und ihr die Luft nahmen. Zander und Kaiden tauschten schockierte Blicke. Sie hatte sogar sie getäuscht und es geschafft, sich als unschuldig und naiv auszugeben... in so vielen Dingen. „Du hast die Affäre fortgeführt, obwohl du deinen Gefährten gefunden hattest?“ Xavier hatte kein Problem damit, dass sie vor ihrer Verbindung eine Beziehung gehabt hatte. Doch das wahre Problem war, dass sie trotz ihrer Verbindung als Gefährtin und der Tatsache, dass sie verheiratet war, ihre Affäre mit Orion weitergeführt hatte und dennoch behauptete, Xavier zu lieben. „Es kann nicht sein, dass deine Affäre mit Orion eine spontane Entscheidung war. Du hast es die ganze Zeit geplant“, beschuldigte Zander. „Du hast Xaviers Vertrauen und blinden Glauben ausgenutzt, Petra. Du hast die heilige Gefährtenbindung völlig entweiht.“ „Ich nehme an, deshalb hast du mich nie auf Geschäftsreisen oder Rudelausflügen begleitet? Deshalb hast du es genossen, die ganze Zeit im Rudelhaus zu bleiben“, knurrte Xavier. Alle Puzzleteile setzten sich zusammen und ergaben ein klares Bild. Immer wenn Xavier das Land verlassen musste, verspürte er unerträgliche Schmerzen. Petra versuchte, ihn zu überzeugen, dass Xaviers Wolf nicht von seiner Gefährtin fernbleiben konnte, weil er so wahnsinnig in sie verliebt war, und die Qualen, die er erlebte, durch ihre Trennung verursacht wurden. Xavier wusste, dass das kompletter und absoluter Schwachsinn war, akzeptierte es jedoch, da er keinen konkreten Beweis hatte. Langsam ließ der Schmerz, den er gespürt hatte, nach, und Xavier staunte. Als er aufhörte, diese Schmerzen zu erleben, vergaß er sie nach und nach. In ihrer gesamten Beziehung hatte es keinen einzigen Moment gegeben, in dem sie ihm treu gewesen war. Sie hatte jede Gelegenheit ergriffen, mit Orion zusammen zu sein. Natürlich war die ideale Zeit immer dann, wenn Xavier geschäftlich unterwegs war. Immerhin war er der älteste Sohn. Die Position brachte alle Verpflichtungen mit sich, die damit verbunden waren, Alpha des bedeutendsten Rudels zu sein. Der Titel und die Verantwortung ließen ihren Gefährten mit Bergen von Verpflichtungen zurück, die er einfach nicht umgehen konnte. Petras Strategie war zwar einfach, aber gut durchdacht. Sie sammelte alle Informationen über die Reisepläne ihres Gefährten von einem ahnungslosen Xavier, zwischen körperlicher Zuneigung und unverhohlener Verführung. Da nur wenige Zugang zum Rudelhaus hatten, geschweige denn zur Alpha-Suite, und diejenigen, die es durften, hatte Petra ihre Zeitpläne schon vor langer Zeit auswendig gelernt. Das bedeutete, dass sie Orion nach Herzenslust in ihrem eigenen Bett vögeln konnte, wann immer es ihr passte. Xavier ließ nach und nach ihren Hals los. Er grimassierte, als würde es ihm Schmerzen bereiten, ihr das Atmen zu ermöglichen, damit sie seine Fragen weiter beantworten konnte. Sie brach auf dem Boden zusammen und hustete, während sie versuchte, ihre Atmung zu regulieren. Sie wusste, dass sie gerade dem Tod ins Auge geblickt hatte. Wenn die Liebenden nicht in ihrem eigenen privaten Kokon waren, behandelte Petra Orion so, als wäre er ihr Bruder. Aufgrund ihrer langjährigen Freundschaft vermutete niemand etwas, wenn sie zusammen das Rudel verließen, um Besorgungen zu machen, nur um in einem Hotel einzuchecken. Sowohl Xavier als auch sein Wolf hatten ihre Fähigkeit, die Täuschung zu begehen, in Frage gestellt, doch sie hatten nie einen Grund gefunden, ihr nicht zu vertrauen. Xavier hatte sie nie in Frage gestellt. „Xavier“, wimmerte Petra erbärmlich. Sie fürchtete sich davor, was er als Nächstes mit ihr vorhatte. Sie wusste, dass allein der Stolz verlangte, dass ihre Anwesenheit in seinem Leben ausgelöscht würde. Das war offensichtlich an seinem kalten Ausdruck zu erkennen. „Bitte hör mir zu“, streckte sie die Hand aus, um nach seiner zu greifen, wurde jedoch gewaltsam auf den Boden zurückgestoßen. „Willst du wirklich jede einzelne deiner verdammten Handlungen erklären?“, war Xavier entsetzt. „Es gibt keine Versöhnung, Petra! Allein der Gedanke an dein Gesicht, deine Stimme und deinen Geruch macht mich körperlich krank“, erklärte er und erkannte, dass nicht nur seine Gefährtin ihn getäuscht hatte, sondern auch die Mondgöttin. Die Göttin hatte ihn nicht mit einer perfekten Gefährtin gesegnet, wie er es glauben sollte – sie hatte ihn mit der hinterhältigen Petra verflucht. Überraschend war Petra nicht die erste Frau, die ihn getäuscht hatte. Die erste war seine verdammte Mutter gewesen. „Frauen wie du verdienen es nicht, sich weiter an mich zu klammern. Noch wichtiger ist, du verdienst keinen verdammten Gefährten“, knurrte Xavier. Petra wimmerte auf dem Boden und war vor diesem kalt gewordenen Xavier verängstigt. Ein Blick auf seine kalte Ausstrahlung sagte ihr alles, was sie über das Kommende wissen musste. „Bitte weise mich nicht ab, Xavier. Ich flehe dich an. Bitte...“ Sie klammerte sich an seine Beine, als wären sie ein Rettungsanker. „Ich liebe dich. Wir lieben uns. Bitte weise mich nicht ab. Ohne dich werde ich sterben“, jammerte sie. All die schönen Erinnerungen, die Petra auszunutzen versuchte, um Xavier zu beeinflussen, hatten den gegenteiligen Effekt auf ihr Ziel. Xavier bekam kalten Schweiß und sein Atem wurde schwer, allein beim leisesten Gedanken an jene Erinnerungen. Die Lügen, die Erinnerungen und sie selbst fühlten sich an wie eine Erstickung für ihn. „Berühr mich nicht“, knurrte er warnend. An jeder Stelle seines Körpers, die sie berührte, fühlte es sich an, als würden Käfer darüber krabbeln. Dieses Gefühl ließ ihn alles verbrennen wollen, was sie berührt hatte, was ihn an sie erinnerte, bis nur noch Asche übrig blieb – selbst er selbst. Doch sie klammerte sich weiterhin an ihn. „Bitte nicht. Ich war nicht bei Sinnen. Ich habe einen riesigen Fehler gemacht. Bitte, gib mir eine letzte Chance. Ich liebe dich, bitte.“ Als sie diese drei Worte aussprach, die angeblich alles bedeuten sollten, explodierte etwas in Xavier. „Ich habe gesagt, verdammte Scheiße, berühr mich nicht, du Hure!“ brüllte er und stieß sie von sich weg. Xavier hatte jegliche Kontrolle über seinen verdammten Wolf verloren. Erst in diesem Moment verwendete er beleidigende Sprache gegen sie. Vor der Entdeckung ihrer Untreue hatte er keinen Finger gegen sie erhoben. Doch das hatte sich geändert. Dean, Xaviers Wolf, hatte beschlossen, die Last zu tragen. Er konnte hören, wie die Mitglieder des Rudels im Flur hin und her scharrten. Er wusste, dass sie nicht näher an seine Suite kommen würden, obwohl er die Angst in der Luft roch, als er die Worte rezitierte. „Ich, Xavier Lincoln, der Alpha des Sirius Bright Rudels, weise dich, Petra Lincoln, als meine Gefährtin und Luna zurück.“ Petra saß einen Moment lang in kalter, verstörter Stille, bevor sie in Tränen ausbrach, als die Ablehnung sich wie ein Gift durch ihre Seele fraß. „NEIN!!“, schrie sie, während sie sich an ihrer Brust kratzte, als die dünnen Fäden der Gefährtenbindung von Xaviers Seite getrennt wurden. Sie kroch auf ihn zu, aber er entzog sich ihrem Griff. „Ruf ihren Vater an und informiere seine Leute darüber, dass morgen eine Ablehnungszeremonie stattfinden wird. Ob sie hier sind oder nicht, seine Tochter wird abgelehnt und unmittelbar nach der Zeremonie aus diesem Rudel geworfen!“, befahl Xavier Kaiden. „Ja, Alpha“, nickte Kaiden und folgte Xavier und Zander aus dem Raum. „XAVIER!!!", heulte Petra weiter. Sie war alleine in ihrem Schlafzimmer zurückgelassen worden, ein jämmerlicher Haufen, während ihr Wolf sie endlos für ihre Fehler verurteilte. Nicht mehr in der Lage, die ungezügelte Wut in sich zu beherrschen, stürmte Xavier aus dem Rudelhaus, seine Rudelmitglieder wichen schnell aus dem Weg ihres Alphas. Er hielt nicht an, bis er den Fluss erreichte, und auch da nur lange genug, um seinen Ehering in die schnelle Strömung zu werfen. Von diesem Moment an weigerte er sich, jemandem zu vertrauen, geschweige denn jemanden zu lieben. Er war völlig gebrochen, selbst das Wort „Gefährte“ war etwas, das er verachtete.

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