Für die Nacht habe ich mir ein Appartement in der Nähe gesucht. Als erstes habe ich ein wenig Verbandszeug aus dem Spiegelschrank im Badezimmer genommen und ihn so gut es geht um meine Wunde gewickelt. Es brennt, aber es verhindert eine Entzündung, jedenfalls denke ich das mal. Mit einem Schwamm versuche ich das Blut von meiner Kleidung zu bekommen, aber so richtig funktionieren will es nicht. Ehrlich gesagt kann ich nicht einmal erkennen, was davon mein Blut ist, und welches den anderen gehört.
Ich durchsuche die Wohnung und stelle in das Wohnzimmer alles nützliche, was ich auf den ersten Blick finden kann: Zwei Wasserflaschen, eine kleine Dose eingelegte Pfirsiche und zwei Batterien für die Taschenlampe.
Ich öffne die Dosenpfirsiche und fange an ein wenig zu Essen, während ich mir die Bilder auf dem Wohnzimmerregal ansehe. Irgendwann werde ich langsam müde und ziehe mir wieder die Footballjacke über und breite mich auf dem Sofa aus. Ich spiele noch eine Weile mit dem Gedanken, morgen wirklich zu einem neuen Spiel zu gehen. Aber der Gedanke, in vier Tagen zu spielen beunruhigt mich mehr, als mich dem Morgen zu stellen. Die Zeit zwischen meinem ersten Spiel und dem eben war schrecklich. Ich konnte nicht entspannen und war die meiste Zeit nervös. Vier Tage sind einfach zu wenig und die Alpträume verfolgen mich jede Nacht. Das schlimmste an ihnen ist, dass wenn ich aufwache niemand da ist. Dann schalte ich immer die Taschenlampe an und brauche fast eine Stunde, um mich wieder zu beruhigen.
Und diese Stille. Jede Nacht höre ich während den Spielen eine Explosion, einstürzende Gebäude und solche Dinge. Auch wenn ich schlafe werde ich durch das Licht der Reklamen geweckt oder wenn die Laser vom Himmel kommen und wahrscheinlich die Leute töten, dessen Visum abgelaufen ist. Bei diesen Gedanken sinke ich langsam in den Schlaf und zurück in meine Alpträume.
Ich wache so gegen Mittag auf und versuche mich irgendwie zu beschäftigen, um nicht zu nervös heute Abend zu sein. Ich esse noch ein wenig von den Pfirsichen und lese ein wenig in einem der Bücher hier. Als ich einen Gummiball unter dem Couchtisch entdecke werfe, ich ihn immer wieder an die Decke und fange ihn. Es ist das einzige, was mich wirklich ein wenig beruhigen kann.
Als es beginnt dunkel zu werden mache ich mich bereit für das Spiel. Ich nehme eines der Messer und stecke es mir vorsichtshalber hinter meinen Rücken und werfe meine Sporttasche über meine Schulter. Ich entschließe mich, den kleinen Gummiball mitzunehmen um weiter ruhig zu bleiben. Ich achte auf meine Umgebung und etwas entfernt sehe ich eine leuchtende Reklame. Ich schlendere schon fast in die Richtung, weil ich das Gefühl habe, dass noch etwas Zeit verbleibt. Ich folge den Lichtmarkierungen zum nächsten Hotspot und sehe eine Menge Leute. Es müssen um die zwanzig Spieler sein und ich versuche mir einen gewissen Überblick zu verschaffen. Es gibt nicht viele Frauen, vielleicht fünft, der Rest sind Männer verschiedenen Alters. Ich kann einige Anzugträger entdecken, doch für den ersten Moment reicht mein Eindruck. Ich laufe durch die Lichtschranke und hasse schon jetzt diese Stille. Niemand spricht auch nur ein Wort und wartet auf den Spielanfang.
Plötzlich sehe ich ein bekanntes Gesicht, welcher von seinem Handy aufsieht und anfängt herzlich zu Lachen. Mehrere Leute sehen ihn verwundert an und dann zu mir, als sie seinem Blick folgen.
"Das glaube ich nicht, das kluge Köpfchen, dass mir letztes Mal den Hintern gerettet hat. Vielleicht überlebe ich jetzt doch noch"
"Satoru", sage ich begrüßend zu dem Mann mit dem eleganten Hut und schnappe mir das letzte Handy auf dem Tisch in der Mitte. Es gibt anscheinend immer nur eine begrenzte Anzahl an Mitspielern. Ist man zu spät am Spielort und es sind keine Handys mehr übrig, schätze ich erledigt der Laser den Rest.
Die Gesichtserkennung läuft und ich lehne mich an die Wand neben Satoru. Ich stelle meine Tasche neben mir ab und spiele weiter mit meinem Flummi.
"Täusche ich mich oder ist da einiges mehr Blut auf deiner Kleidung?", frage er belustigt und ich nicke nur. Er redet immer weiter über die Zeit, was er seit dem gemacht hat und wie sein letztes Spiel war, Schwierigkeitsgrad Karo 2. Währenddessen nutze ich die Wartezeit und sehe mir einige der anderen Spieler noch genauer an. Etwas weiter neben mir stehen zwei grimmige, große Männer. Einer von ihnen trägt eine Militärhose und eine Handfeuerwaffe. Er scheint das Messer an meinen Rücken entdeckt zu haben und nickt leicht nachdenklich, bevor er sich wieder zu seinem Freund wendet. Es gibt ein Mädchen in meinem Alter, welche eine frische Narbe quer über ihr Gesicht besitzt. Dann ist da noch den Jungen mir gegenüber. Er trägt eine weiße Weste und unter dessen Kapuze kann ich seine weißblonden Haare erkennen. Er scheint Musik zu hören, aber ich weiß nicht genau wie, weil keine Handys funktionieren sollten.
Die Zeit ist abgelaufen, das Spiel beginnt
Ich höre auf mit dem Gummiball zu spielen und schaue aufmerksam auf mein Handy, um mir die Anweisungen zu merken.
Name des Spiels: Viva Las Vegas. Teilnehmerzahl: 21. Schwierigkeitsgrad Karo 6. Regeln des Spiels: Jeder bekommt einen Spieltisch zugewiesen, an welchen die Spiele Roulette, Poker und Blackjack angeboten werden. Die genauen Bestimmungen an jedem Tisch werden den Spielern noch einmal erläutert. Man kann nur gewinnen, wenn man das Spiel gewinnt. Versucht jemand einen Mitspieler zu töten, stirbt er bei dem Versuch. Viel Glück.
Die Türen zum Casino öffnen sich und wir laufen alle rein in eine riesige Halle. Ich laufe neben Satoru ziemlich am Ende durch die ganzen Spielautomaten zu den vorgesehenen Spieltischen. Drei Casinomitarbeiter stehen an den Spieltischen und darüber leuchten die Zahlen eins bis drei. Alle Handys geben einen Klingelton von sich und auf allen erscheint eine der drei Zahlen, welche uns zu einem Spiel der Spiele zuweist. Der Mann neben mir lugt auf mein Handy und zeigt mir seines.
"Dann spielen wir wohl nicht zusammen. Ich weiß noch nicht ob das eher gut oder schlecht ist. Viel Glück Kleines", sagt er und geht zum Roulette.
"Viel Glück dir"
Ich jedoch setze mich mit sechs weiteren Personen an den Pokertisch. Einer der Mitarbeiter tritt an unseren Tisch: Er trägt ein blaues Jackett, welches zu seinen blauen, wilden Haaren passt und verschränkt die Arme hinter dem Rücken. Seine stehenden Augen mustern jeden der hier anwesenden kurz und dann senkt er seinen Blick nach unten. Mit seinen langen, dürren Fingern mischt er mit schnellen, aber eleganten Handbewegungen die Karten.
"Das Spiel heißt Poker. Sind die Spielregeln jedem bekannt?"
Alle nicken und ich tue es ihnen nach. Bevor ich hier gelandet bin, habe ich vier Mal im Jahr an einer kleinen Pokerrunde mit Freunden teilgenommen. Aber wir haben nie wirklich um Geld gespielt, und hier geht es um Leben oder Tod.
"Dieses Spiel wird solange gehen, bis ein Spieler alle Chips besitzt. Dieser ist der Gewinner. Wenn jemand alle seine Chips verliert, stirbt er"
Das bedeutet nur einer von uns kann überleben. Ich begreife es in dem Augenblick, als der Kartengeber mir direkt in die Augen sieht, manch andere brauchen länger. Wir sehen uns alle nacheinander an und dann teilt der blauhaarige Mann die Karten aus.
Nach zwei Runden ging der erste Spieler von uns pleite. Ich habe erwartet, dass der Anzugmann durch einen Laser von der Decke getötet wird, wie es auch bei meinem ersten Spiel der Fall war. Doch der Kartengeber zieht blitzschnell eine Pistole unter dem Tisch hervor und erschießt ihn mit einem Kopfschuss ohne zu zögern. Ich bin nicht die einzige die zusammenzuckt und schaue auf meine Chips. Ich habe nach der Frau schräg gegenüber die wenigsten gewonnen, was mich nervös werden lässt. Der Mann, welcher am Eingang neben dem Militärtypen gestanden hat besitzt durch das Spiel eben die meisten.
Der Spielleiter an unserem Tisch teilt die nächste Runde aus. Ich steige nach einer Runde aus, doch die Frau geht all in. Der Brillenträger zwei Plätze weiter hält dagegen und schaut gierig auf sein Blatt. Er kann seine Emotionen nicht unter Kontrolle halten und nach zwei Runden weiß ich jetzt, dass er leicht zu durchschauen ist. Die Frau verliert und der Kartengeber erschließt sie, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Ich frage mich, ob er wie der Axt-Mann ist. Dass er unter bestimmten Umständen auch getötet werden kann oder das ganze freiwillig macht. Die nächste Runde geht an mich und ich kann meine Chips aufstocken, um nicht die Nächste zu sein die stirbt. Der Brillenträger hat nur noch um die zehn Chips und schluckt schwer.
Die Leute vom Roulette scheinen fertig zu sein und teilen sich auf, um bei den noch laufenden Spielen zuzusehen. Von den acht Spielern sind noch drei übrig, darunter der Militärtyp und Satoru. Also konnten in diesem Spiel mehr als nur einer überleben. Dass sie weiter zuschauen bedeutet entweder, dass sie das alles hier genießen oder dass sie noch nicht gehen dürfen. Wir spielen die nächste Runde und ich versuche mich auf meine Mitspieler zu konzentrieren und die Art und Weise, wie sie spielen. Der Mann, hinter welchem der Militärtyp steht, scheint immer ziemlich gute Karten zu haben, doch er setzt zu schnell zu viele Einsätze.
Der Brillenträger kaut nervös auf seiner Lippe herum und wackelt unruhig mit seinem rechten Bein. Der noch lebende Spieler mit dem Schnurrbart spielt gegen ihn und den anderen, denn ich bin ziemlich am Anfang ausgestiegen, weil mit ein Paar Sechsen zu riskant waren. Die Leute vom Blackjack scheinen auch fertig zu sein und alle stellen sich um unseren Tisch. Von den sechs Spielern leben noch zwei, unter anderem der junge Mann mit der weißen Weste. Er stellt sich ungefähr in die Mitte von mir und dem Mann mir gegenüber und scheint und alle genau zu beobachten.
Der Spielleiter dreht die letzte Karte um und der Brillenträger wird panisch. Er tippt mit seinen Fingern immer wieder auf den Tisch und schaut in seine Karten. Er hat kein gutes Blatt, das erkenne ich an seinem Blick. Der andere deckt seine Karten auf und wartet gespannt, als der Brillenträger aufsteht und versucht wegzurennen. Der Kartenleger zielt und schießt ihm in die Brust. Mit einem Schrei versucht der Mann weiterzulaufen, doch der nächste Schuss trifft sein Knie und er sackt zu Boden. Er bleibt wimmernd und schreiend liegen, doch der blauhaarige Mann scheint von ihm erst einmal genug zu haben und mischt erneut die Karten. Ich schaue traurig zu dem Mann und versuche mich dann auf die nächste Runde zu konzentrieren.
Wir sind nur noch zu dritt und ich besitze die wenigsten Chips. Als die Karten ausgeteilt sind, schaue ich kurz auf meine beiden und konzentriere mich dann auf die Reaktionen meiner Mitspieler. Der Mann neben mir mit dem Schnurrbart zuckt fast unbemerkt mit einem Mundwinkel, was bedeutet er hat kein so gutes Blatt. Das kann ich zu meinem Vorteil nutzen. Ich versuche möglichst viel aus ihnen herauszukriegen, bevor sie passen. Der Pott geht an mich. In der nächsten Runde steige ich aus und überlasse es den beiden Männern. Sie spielen überheblich und riskant, ihre Augen weiten sich und sie scheinen es kaum abwarten zu können. Der Mann mir gegenüber gewinnt den ganzen Pott und der Spielleiter erschießt den Mann neben mir. Ich spüre einige wenige Blutspritzer an meiner Wange, als ich mich leicht wegdrehe.
Also beginnt jetzt die letzte Runde: Alles oder Nichts.
Die Karten werden ausgeteilt und ich beginne zu zweifeln. Ich schaue vorsichtig zu meinem Gegenspieler auf welcher mit leuchtenden Augen und einem fiesen Grinsen in seine beiden Karten sieht. Ich spiele nervös an meinem Rock herum und mein Messer wird durch den Stuhl unangenehm in meinen Rücken gedrückt. Er setzt schnelle und große Einsätze und mir bleibt nichts anderes, als mitzugehen.
"Gibt einfach gleich auf, dann ersparst du dir eine Minute quälende Unausweichlichkeit", sagt er hochnäsig und ich werde immer unruhiger. Ich spüre schon fast, wie schnell das Herz in meiner Brust schlägt und meinen Puls in die Höhe treibt.
Der Spielleiter hat mittlerweile die Dritte von fünf Karten aufgedeckt und der Mann schaut mich abwartend an. Die Dritte Karte gibt mir Hoffnung und ich muss wortwörtlich alles auf eine Karte setzen. Ich kann gewinnen, wenn ich mir jetzt nichts anmerken lasse, damit er einen Rückzieher macht. Ich setze ein Pokerface auf, was den Mann zu amüsieren scheint. Mein einziger Vorteil gegenüber ihm ist, dass ich im Gegensatz schwach und zierlich wirke, und genau das muss ich gegen ihn verwenden.
Ich lasse unauffällig eine Träne aus meinem Augenwinkel entweichen, aber so auffällig, dass es die meisten Leute bemerken. Der Mann lacht laut und setzt alle seine Chips, ohne die letzten zwei Karten zu kennen. Zögernd schiebe ich auch alle meine Chips in die Mitte und der Kartenleger deckt nickend die restlichen Karten auf. Mein Gegenspieler steht auf und seine Lache bekommt einen kranken Unterton. Er wirft seine Karten auf den Tisch und gibt zu sehen, dass er einen Straight Flush hat. Das Zweitbeste Blatt im ganzen Spiel. Er rafft schon gierig die Chips auf seine Seite und der Mann mit den blauen Haaren holt seine Pistole heraus. Ich sehe zu ihm auf und glaube einen kleinen Funken Mitgefühl zu sehen, bevor seine Züge wieder kalt werden und er eine emotionslose Miene aufsetzt.
Ich schließe meine Augen für einen Moment und höre auf meinen Herzschlag. Ich atme zitternd ein, bevor ich kontrollierter Ausatme. Als ich meine Augen wieder öffne umspielt ein leichtes Grinsen meine Lippen und ich lege meine Karten offen. Der Spielleiter hält inne und alle bis auf mein Gegenspieler scheinen zu verstehen. Er lacht weiter, bis sich die Pistole auf ihn richtet. Er starrt erst den Kartenleger verwirrt an und dann gleitet sein Blick auf meine Karten: Royal Flush, das mit Abstand Beste was es im Poker gibt.
"Nein, nein, nein", flucht er panisch und im nächsten Moment trifft ihn die Kugel genau zwischen die Augen. Er sackt zusammen und ich sitze da, an einem Tisch mit vier regungslosen Leichen die vor noch wenigen Minuten meine Mitspieler waren und fünf Zuschauern. Ich sehe zu dem blauhaarigen Mann und er nickt mir zu, also stehe ich auf und verlasse somit den Tisch. Das Spiel ist zu Ende.
Ich habe gewonnen.
Unsere Handys leuchten auf und es erscheint wieder das Klingeln.
Herzlichen Glückwunsch, sie haben gewonnen
Ich nehme mir die Sporttasche zu meinen Füßen und lege sie wieder auf meine Schulter. Es fühlt sich komisch an, aber ich spüre diesmal nicht nur einen Funken Erleichterung. Es fühlt sich irgendwie gut an. Die Kontrolle über die Situation eben, ich habe es genossen diesen Moment heraus zu zögern und alles im Griff zu haben.
"Wie gut dass ich nicht gegen dich spielen musste, kluges Köpfchen", lacht Satoru und und erscheint neben mir, als alle zum Ausgang laufen. Plötzlich packt jemand meinen Fuß und ich sehe nach unten zu dem Mann. Sein Gesicht ist schmerzverzerrt und er liegt in seiner Blutlache. Er lebt also immer noch, doch jeder kann sehen dass sein Urteil endgültig war. Vielleicht hat der Kartengeber es deshalb nicht zu Ende gebracht. Der Mann mit der Brille versucht mit mir zu reden und ich verstehe fast kein Wort.
"Bitte"
Er möchte, dass ich ihm den Schmerz nehme, endgültig. Und ich verstehe es. Er sieht auf das Messer an meinem Rücken und ich hole es hervor. Ich will mich zu ihm herunterbeugen, doch jemand schnappt plötzlich nach meinem Handgelenk und hält mich auf. Ich sehe neben mich zu dem Militärtypen und er schüttelt den Kopf.
"Die Regeln"
Er meint damit, dass man seine Mitspieler nicht töten darf. Doch was er nicht weiß ist, dass ich daran bereits gedacht habe.
"Ich weiß, ich will ihn nicht töten. Es ist seine Entscheidung"
Er nickt und lässt mein Handgelenk los. Der Junge mit den blondweißen Haaren ist neben ihm stehengeblieben, genauso wie Satoru und sie beobachten uns. Ich lege das Messer in die Hand des Sterbenden und er nickt mir mit seinem schmerzverzerrtem Gesicht dankend zu. Ich stehe auf und laufe weiter, denn das was jetzt passiert möchte ich nicht mit ansehen. Ich verlasse das Casino und atme die kühle Abendluft ein. Ich ziehe wie üblich die Footballjacke enger an meinen Körper und schließe für einen Moment meine Augen. Es ist besser mit diesem Spiel abzuschließen und die Toten hinter sich zu lassen. Das habe ich schon vor dem letzten Spiel beschlossen. Der erste Mann, den ich hier sterben gesehen habe taucht immer wieder in meinen Träumen auf und das will ich für die Zukunft verhindern.
"Wir sehen uns Sayuuri", verabschiedet sich Satoru und schlendert Richtung Stadt. Ich hätte nicht gedacht, dass er sich noch an meinen Namen erinnern kann. Er hat mich die ganze Zeit nur kluges Köpfchen genannt.
"Mhm. Sayuuri also?"
Ich drehe mich um und sehe den Mann in der weißen Weste. Er hat seine Hände in die Jackentaschen gesteckt und seine Augenbrauen gehoben. Er sieht mich leicht arrogant an und grinst dabei schwach. Neben ihm steht der Mann mit den Militärhosen und schaut mich emotionslos an. Eine verzerrte Stimme meldet sich und der Mann nimmt ein Funkgerät in die Hand.
"Kehren zurück zum Beach"
"Zum Beach?", frage ich ungläubig und deute mit dem Kopf auf das Gerät.
"Darum wollen wir mit dir reden", beginnt er und steckt das Funkgerät wieder weg, "Wir sind eine große Gruppe und wir suchen Leute wie dich. Wir haben einen sicheren Ort mit Wachen, genug Essen und trinken"
"Eine Art Sekte?", bemerke ich belustigt.
"Ein Zufluchtsort, wir wollen das du mit uns kommst"
"Und wieso sollte ich das tun?"
"Weil wir die Antwort haben. Die Antwort wie man wieder in die normale Welt gelangt"