καρıтεʟ З - яεппεп

2201 Words
Ich schätze dass es ungefähr vier Uhr Morgens war, als ich endlich das Familienhaus erreichte. Unterwegs habe ich noch einen Halt an einem Supermarkt gemacht und einige Flaschen Wasser sowie eine Tüte Popcorn mitgehen lassen. Am Ende konnte ich kaum mehr laufen und als ich die Haustür erreichte und den Ersatzschlüssel hervorhole, stolperte ich blindlinks durch das Haus. Ich rufe nach meinen Eltern, aber als niemand antwortet gehe ich in mein Bett und ziehe die Decke über meinen Kopf. In nicht einmal zwei Minuten schlafe ich tief und fest ein. Irgendwann gegen Nachmittag wache ich durch mein Bauchknurren auf und laufe in meinen Kleiderschrank. Ich habe mich mit der blutverspritzten Kleidung ins Bett gelegt und sollte etwas anderes anziehen, aber mein Kleiderschrank ist fast wie leergefegt. Ich schnappe mir ein großes Oberteil, welches noch in einer Ecke liegt und laufe nach unten. Ich ziehe mir die Uniform aus und lasse sie im Waschbecken einweichen. Ich suche in einer den Schubladen nach dem Schlüssel für die Vorratskammer. Da diese immer doppelt abgeschlossen ist wegen dem Weinkeller hintendran, wurde diese nicht geplündert. In der Küche versuche ich den Herd anzuschalten, was nicht funktioniert. Der Kühlschrank ist ausgefallen und es scheint nichts Elektronisches zu funktionieren. Ich laufe raus in den Garten und baue Vaters Holzkohlegitter auf. Ich werfe einen Anzünder in die Schale und ein wenig Kohle und lege das Gitter obendrauf. In der Küche schnappe ich mir einen Topf und hole aus der Tiefkühltruhe ein Stück eingefrorenen Braten. Er scheint noch ganz gut zu sein und aus der Vorratskammer schnappe ich mir eine Dose Erbsen und eine von Onkels alten Whiskyfalschen. Ich denke er wird wohl nichts dagegen haben. Mit einem Drink setze ich mich an das Feuer und nehme mir einen Stift und ein Papierblatt zur Hand. Ich kann hier zwar noch eine Weile bleiben, aber ich sollte mich auf die Suche nach meinen Freunden machen. Ich meine es gibt diese Spiele und wir waren acht Spieler bei dem Kreuz Spiel. Die Chance, dass jemand noch am leben oder auch in dieser Parallelwelt festsitzt, ist einfach zu groß, um sie zu ignorieren. Ich schreibe einige Sachen auf den Zettel und rühre immer wieder das Fleisch mit der Erbsenbrühe um. Bis jetzt habe ich mir folgende Dinge notiert: Eine Taschenlampe und ein Satz Batterien, einen kleinen Block auf welchen ich kurze Nachrichten hinterlassen kann, einige Konservendosen zum Essen, ein paar Flaschen Wasser die ich immer wieder füllen kann. Ein Armband, welches mir meine Großmutter geschenkt hat, das Armeemesser meines Vaters, ein kleines dünnes Messer und noch eines in Reserve. Dazu kommen eine dünne Decke, einige kleine Dinge zur Beschäftigung und meine Zahnbürste. Alles müsste in meine Sporttasche passen, damit lassen sich die ganzen Sachen am besten transportieren. Ich trinke noch einen kräftigen Schluck Whisky und starre in der Gegend herum. Wenn meine Eltern nicht hier sind in dieser ... Spiegel- oder Parallelwelt, sind sie in Sicherheit. In der normalen Welt. Aber würden sie merken, dass ich weg bin? Oder dort steht die Zeit solange gefroren, vielleicht bin ich ja auch tot. Aber dann währen diese Spiele um Leben oder Tod irgendwie sinnlos. Ich glaube genug zu verstehen, um erst einmal nicht zu sterben. Bei dem nächsten Spiel werde ich vielleicht jemanden treffen, der ein wenig mehr weiß. Als es plötzlich komisch riecht, springe ich schnell auf und hole den Topf aus dem Feuer. Das Essen ist am Boden ein wenig verbrannt, aber das macht mir nicht. Ich laufe in die Küche und schöpfe das Essen auf einen Teller und fange an zu essen. Ich habe gar nicht gemerkt, wie hungrig ich eigentlich war. Aber wenn ich so darüber nachdenke, war meine letzte richtige Mahlzeit Vorgestern . Am Tag eines Spieles essen wir Cheerleader eigentlich nie etwas richtiges, weswegen es schon zwei Tage her ist. Ich beschließe noch ein wenig zu trinken, meine Sachen bereitzulegen und dann noch eine Runde schlafen zu gehen. Ich fühle mich immer noch nicht ganz fit und die Kaffeemaschine funktioniert wie fast der ganze Rest des Hauses nicht mehr. Meine Cheerleader-Uniform hole ich aus dem Wasser heraus und hänge sie zum trocknen einfach in das Wohnzimmer. Ich räume aus meiner Sporttasche die ganzen Sachen und mit einem genervten Blick auf mein Handy, schmeiße ich es einfach in eine Ecke. Ich mache es mir auf der Couch gemütlich und schlafe irgendwann einfach ein. Seitdem ich das letzte mal wirklich gut geschlafen habe, ist mittlerweile schon fünf Tagen her. Ich bin wie geplant am nächsten Tag losgegangen, aber in keinem der Häuser oder Wohnungen meiner Freunde war irgendjemand. Auf der Straße oder in den Fenstern sehe ich ab und zu Fremde, aber niemand von ihnen hat mich auch nur mit einem Funken Freundlichkeit angesehen. Ehrlich gesagt habe ich auch nicht wirklich Lust, mich mit einem von ihnen anzufreunden. In dieser Bibliothek sind fünf Menschen gestorben. Der eine Mann ist direkt neben mir gestorben und der andere, weil ich nicht schnell genug gewesen bin. Heute ist es wieder soweit. Ich muss wieder ein Spiel spielen, um mein Visum zu verlängern. Ich bin gespannt, wo diese Spielorte auftauchen werden und hoffe, das ich in der Nähe von so einem Hotspot bin. Sonst geschieht mir das Selbe wie dem Mann vor der Bibliothek. Ich hoffe, dass es diesmal nicht so viele Tote geben wird. Es wird langsam dunkel und ich schnappe mir aus einem Supermarkt einen Apfel, lasse aber höfflicher Weise ein wenig Geld da. Wieder gehen die Lichter an, aber eine Anzeige kann ich noch nicht entdecken. Ich schlendere ein wenig durch die Gegend, sehe mich aber genau um. Dann entdecke ich eine Reklame und folge den Anweisungen, bis zu einem Jahrmarkt. Am Boden sind leuchtende Markierungen und ich folge ihnen, bis zu einer Art Mischung aus Spiegelkabinett und Geisterbahn. Davor stehen diesmal nur drei Leute. Am Ticketschalter befinden sich noch einige Handys, doch ich hoffe es kommen nicht mehr allzu viele. Ich nehme mir ein weißes Handy und lasse mein Gesicht scannen. "Du kennst das also schon", sagt eine Frau mittleren Alters und schaut mich mit neutralem Blick an. Ich nicke und schaue die anderen an. Ein Junge mit grünen Haaren, der vielleicht ein Jahr älter ist als ich, schaut sich nervös um und wippt ein wenig hin und her. "Neu?", frage ich und der Junge schaut direkt zu mir. "Merkt man das?" "Ja", sagen ich trocken und der bis jetzt letzte Anwesende schnaubt nur. Er trägt eine Brille und sieht ein wenig wie ein Computer-Nerd aus, wobei er breite Schultern besitzt.  Die Zeit ist um, das Spiel beginnt. Ich schaue leicht nervös auf das Handy und spanne meinen Kiefer an. Ich hoffe, dass es ein ähnliches Spiel wie das Letzte sein wird, natürlich mit dem Ziel das Rätsel schneller zu erraten. Teilnehmeranzahl: 5. Spiel: Rennen. Schwierigkeitsgrad: Pik 4. Regeln: Es sind keine eigene Waffen erlaub. Erreiche das Ziel lebend, bevor der Geist dich kriegt. Die Zeit beträgt 15 Minuten. Wer nach Ablauf der Frist das Ziel nicht erreicht hat, stirbt. Viel Glück. "Was bedeutet Pik?", frage ich um mehr über diese Spiele herauszufinden. "Dass das Spiel körperlich veranlagt ist", antwortet die Frau und lächelt mich leicht an. Schwierigkeitsstufe vier, dass bedeutet ich habe nicht sehr lange, bis ich das nächste Spiel spielen muss. Wir stellen uns alle an das leuchtende Schild mit der Aufschrift Start. "Sollten wir nicht eine Reihenfolge festlegen?", frage ich taktisch bedingt. "Damit du Cheerleaderin an der Spitze bist, nein danke", sagt der Nerd und stellt sich demonstrativ leicht vor mich. Das Handy klemme ich mir an meinen Rock und als das Startsignal losgeht, laufen der Junge und die Frau nach vorne. Die Frau rammt ihren Ellenbogen in die Brust des Jungen mit den grünen Haaren und der andere Junge schneidet meinen Weg ab, um vorzulaufen. "Wir können das alle schaffen, man muss nicht unfair kämpfen!" "In dieser Welt muss man alles tun um zu überleben", schreit der Junge vor mir. Sie laufen die Treppen hoch und plötzlich erscheint ein Mann mit einer gruseligen Maske im Dunkeln und rammt dem Jungen vor mit eine Axt in die Brust. Ich bekomme einige Spritzer ab und muss ausweichen, bevor der Junge noch auf mich fällt. Ich sehe nach oben und ein Gerüst, welches aussieht wie eine querliegende Leiter. Ich deute dem Jungen mit den grünen Haaren, dass ich ihm eine Hilfestellung gebe. Wir haben nicht viel Zeit und er klettert nach oben. Die Frau schreit wie eine Furie und der Mann mit der Axt scheint sichergehen zu wollen, dass sein erstes Opfer wirklich tot ist. Ich packe die Frau und mit der Hilfe des Jungen eine Etage höher bekommen wir sie nach oben. Der Axt-Mann scheint nun mich in sein Visier zu nehmen. Mit einem Sprung bekomme ich die Stange zu fassen und in dem Moment, in dem der Mann mit seiner Waffe ausholt, spanne ich meinen Körper an und schwinge mich knapp über ihm hinweg weswegen ich nur einen feinen Luftzug an meinem Rücken spüre. Ich fange an zu rennen wie eine Verrückte, da die anderen eine Etage Vorsprung vor diesem Wahnsinnigen haben. Ich laufe um ungefähr fünfzig enge Kurven, bis ich die Treppe in das nächste Stockwerk erreiche. Ich komme in das Spiegelkabinett. Hinter mir kann ich den Mann, welcher hinter mir her ist drei Mal gespiegelt sehen und in weiter Entfernung die anderen weglaufen durch eine Tür. Ich taste mich bei den Spiegeln voran und höre hinter mir ein Splittern. Mit der Maske scheint der Jäger nicht wirklich gut die Spiegelbilder auseinander halten zu können. Endlich erreiche ich den nächsten Raum aber habe das Gefühl, dass der Mann immer näher gekommen ist. Im nächsten Raum schwingen überall Boxsackähnliche Dinger hin und her. Ich entdecke eine kleine, enge Spalte hinter der Tür und panisch versuche ich mein Glück. Ich quetsche mich hinein und als die Tür aufgeht, bleibt der Mann einen Moment stehen. Für ihn scheint diese Umgebung auch neu was bedeutet, dass er vorher auch noch nicht hier war. Dann läuft er weiter und verschwindet durch eine geheime Nebentür. Anscheinend ist das Spiel zum Vorteil dieses Mannes ausgelegt und ich schätze diese Geheimtür wird nicht die einzige sein. Sobald die Tür sich schließt, zwänge ich mich aus der Lücke heraus und schleiche an der mittlerweile wieder verschwundenen Tür vorbei, denn wenn er mich hört, könnte er sofort umdrehen. Vor mir erreiche ich eine sich bewegende Treppe nach oben. Sie fährt immer zwei Stufen herauf und wieder zwei Stufen herunter. Ich versuche so schnell wie möglich nach oben zu kommen und laufe über ein Wasserbecken mit Steinen als Trittmöglichkeit. Ich komme schnell voran und biege in eine sich drehende Röhre ein die einem Hamsterrad ähnelt. Ich stolpere durch sie hindurch und falle am Ende. Ich schlage nicht hart auf und als ich mich aufrappele erkenne ich den Grund. Die Frau liegt am Boden, ihre Augen starr aufgerissen und sie blutet stark. Sie ist schon tot und meine Uniform tränkt sich mit ihrem Blut. Plötzlich taucht jemand aus dem Gang vor mir auf und packt nicht. Erschrocken schlage ich um mich, doch derjenige presst mir die Hand auf den Mund und mein Herzschlag vervierfacht sich. Als ich die grünen Haare und das leichte Blut an seiner Wange sehe, beruhige ich mich ein wenig. Ich nicke und er lässt mich wieder los. "Wo ist er?" "Ich hab ihn aus den Augen verloren" "Dann schnell!" Wir rennen weiter in einen Raum, welcher sich komplett zu drehen scheint und uns von den Beinen reißt. Wir werden an den Rand gedrückt und versuchen, wieder aufzustehen. Es ist schwieriger, als man denkt und wir stolpern zum nächsten Ausgang. Im nächsten Stock laufen wir durch einen Hindernis-Parkour und dann hören wir die Klinge hinter uns schleifen. Er ist schon verdammt nah, also schiebe ich den Jungen weiter nach vorne. Wir stolpern durch einen stockdunklen Raum, der durch Blitzlicht erhellt wird und kommen an eine Tür. Er öffnet sie und vor uns erscheint eine Rutsche, welche nach unten zum Ausgang führt. So schnell er kann rutscht er hinunter und ich schwinge mich nach ihm auf die Rutsche. Ich spüre noch einen kleinen Luftzug, als der maskierte Mann ein letztes Mal mit seiner Axt ausholt, doch er trifft mich nur leicht am Arm. Wir stolpern durch das Schild am Ausgang und fallen auf dem Boden. Wir schauen zu dem maskierten Mann, welcher seine Maske abnimmt. Plötzlich blinkt ein Band an ihrem Hals und dann explodiert es. Er schrecken leicht zurück, als unsere Handys aufleuchten. Herzlichen Glückwunsch, sie haben gewonnen "Das ging schnell", sagt der Junge und legt sich flach auf den Boden. Ich würde es auch am liebsten tun, aber ich sehe mir lieber meine Wunde an. Sie blutet und zieht, aber nicht allzu viel. Ich rappele mich auf und laufe zu dem Ticketstand: Statt der Handys liegt nun die Spielkarte da, welche ich einfach an mich nehme. Zu irgendetwas müssen sie ja gut sein. Ich nehme meine Sporttasche wieder und laufe wieder in Richtung statt. "Viel Glück beim Überleben", rufe ich noch zurück und er starrt mir perplex hinterher. "Danke" Über seine verwirrte Stimmlage muss ich ein wenig grinsen. Doch dann verblasst es. Ich habe nur vier Tage gewonnen, aber irgendwie möchte ich mehr, falls irgendetwas dazwischen kommt. Also beschließe ich morgen gleich wieder zu spielen. 
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