Kapitel 50 – Der Krieg erklärt

1754 Words

Der Hof erzitterte noch immer vor Stille nach Julians Abreise. Es war nicht der Frieden der Trauer, sondern die Stille von etwas, das aufgebrochen, roh und blutend war. Emmas Finger klammerten sich an Matthias’ Ärmel, um ihn zu erden oder sich selbst zu verankern. Seine Muskeln waren angespannt wie ein Raubtier, bereit zum Sprung, der Sturm in seiner Brust nur mit bloßer Willenskraft zurückgehalten. Überall um sie herum bewegten sich die Trauernden unruhig, flüsterten und warfen Blicke – nicht auf das Grab, nicht auf Viktorias Sarg, sondern auf die Brüder, die die Trauer in ein Spektakel verwandelt hatten. Dann, wie das scharfe Zerbrechen von Glas, durchbrach Helenas Stimme die Stille. „Du hast sie getötet.“ Alle Köpfe drehten sich zu ihr um. Helena Falkenberg, die den Tod ihrer Mutte

Free reading for new users
Scan code to download app
Facebookexpand_more
  • author-avatar
    Writer
  • chap_listContents
  • likeADD