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Vom Alpha abgelehnt, von seinem Rivalen beansprucht

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An ihrem dritten Hochzeitstag steht Sophia an der Seite ihres Mannes – nur um vor dem gesamten Rudel gedemütigt zu werden. Alpha Marcus verkündet öffentlich, dass er seine wahre Gefährtin gefunden hat. Der Jubel ist ohrenbetäubend. Der Verrat geschieht vor aller Augen. Und von Sophia, einst seine Luna, wird erwartet, dass sie würdevoll zur Seite tritt, während ihre Nachfolgerin Lila das unschuldige Opfer spielt.

Marcus bittet um Verständnis. Lila lächelt durch falsche Tränen. Und Sophia, gedemütigt, aber ungebrochen, tut das Undenkbare: Sie trennt die Bindung und geht.

Doch der Verrat endet nicht mit der Ablehnung.

Nur Augenblicke später bricht Sophia unter unerträglichen Schmerzen zusammen – vergiftet durch den Wein, den Lila ihr gereicht hat. Als der Tod näher rückt, erkennt sie die dunkelste Wahrheit überhaupt: Lila ist nicht nur ihre Rivalin. Sie ist eine Hexe.

Ermordet und verstoßen, sollte Sophia für immer verschwinden. Stattdessen erwacht sie einen Tag früher – vor dem Hochzeitstag, vor dem Verrat, vor ihrem Tod.

Diesmal erinnert sie sich an alles.

Und diesmal ist Sophia nicht zurückgekehrt, um sich demütigen zu lassen.

Sie ist zurückgekehrt, um Rache zu nehmen.

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Kapitel 1
Sophia „Rudelmitglieder, ich, Marcus Foster, Alpha des Nightfall-Rudels, erkläre hiermit offiziell, dass meine vorbestimmte Gefährtin Lila von nun an Teil unseres Rudels ist. Ich vertraue darauf, dass ihr Lila künftig denselben Respekt entgegenbringt wie eurer Luna Sophia.“ Für einen kurzen Moment lag Stille über dem Saal, dann brach begeisterter Applaus aus. „Herzlichen Glückwunsch, Alpha Marcus! Möge das Nightfall-Rudel auf ewig gedeihen!“ „Herzlichen Glückwunsch!“ Ausdruckslos starrte ich auf das Paar, das eng umschlungen in der Mitte des Saals stand. Ein dumpfes Gefühl der Taubheit breitete sich in mir aus, während ich hörte, wie die Rudelmitglieder ihnen aufrichtig gratulierten. Mein Kopf war vollkommen leer. In diesem Moment brachte ich nicht einmal den kleinsten Protest hervor. Mein Ehemann Marcus hatte gerade vor dem gesamten Rudel verkündet, dass er seine wahre Gefährtin gefunden hatte – ausgerechnet am Tag unseres dritten Hochzeitstags. Das Problem war nur: Diese wahre Gefährtin war nicht ich. Noch schlimmer war, dass das Rudel nicht einmal überrascht wirkte. Stattdessen reagierten alle sofort begeistert und nahmen seine Ankündigung ohne Zögern an. Wut und Scham schossen heiß durch meinen Körper, während meine Wölfin Luna in meinem Kopf wild knurrte. „Sophia … was zur Hölle passiert hier?!“, bellte sie. Ihr Fell sträubte sich vor Zorn, und sie war offensichtlich bereit, dieser Eindringlingin die Kehle herauszureißen. „Luna, beruhige dich“, drängte ich sie und versuchte, sowohl sie als auch meine eigene Wut im Zaum zu halten, bevor ihre Raserei eine Verwandlung auslöste. Als Luna des Nightfall-Rudels und Tochter des Alphas des Ironclad-Rudels durfte ich vor allen anderen nicht die Fassung verlieren – schon gar nicht bei einem so wichtigen Anlass. „Scheiß drauf, Sophia! Was ist los mit dir? Mir ist völlig egal, was die anderen denken. Ich will die beiden in Stücke reißen! Diese arroganten Mistkerle – sieh dir nur an, wie sie sich benehmen!“, tobte Luna. Sie schäumte beinahe vor Wut und war kaum noch zu beruhigen. „Wie kann er es wagen, uns so zu verraten?! Wir sind seit drei Jahren verheiratet. Ich habe seine Pflichten perfekt erfüllt und nie vergessen, welche Rolle ich als Luna habe …“ Nach außen hin konnte ich nur Ruhe vortäuschen. Innerlich kochte ich vor diesem schockierenden Verrat. „Sitz nicht da wie ein Feigling, Sophia! Geh zu ihm und verlang Antworten. Jetzt sofort!“, donnerte Luna wütend in meinen Gedanken. Meine Glieder fühlten sich taub an, doch ich zwang meine steifen Finger, den Rock mit so viel Würde wie möglich zu raffen, und ging auf Marcus zu. Es kostete mich meine letzte Kraft, die wütenden, herzzerreißenden Tränen zurückzuhalten, die mir in die Augen stiegen. Die zahlreichen Blicke, die mir folgten, erinnerten mich schmerzhaft an meine Pflichten als ihre Luna. Gerade deshalb zwang ich mich, mit vorgetäuschter Sicherheit weiterzugehen. Auf dem Weg gelang es mir, Luna unter Kontrolle zu halten, auch wenn ich sicher war, dass ihr Zorn deutlich in meinen Augen zu sehen war, wenn jemand genau hinsah. Als ich Marcus erreichte, beugte ich mich leicht vor, zwang ein verkrampftes Lächeln auf meine Lippen und flüsterte ihm zu, damit die versammelten Rudelmitglieder uns nicht hören konnten: „Marcus, was zur Hölle denkst du dir dabei? Willst du mich wirklich an unserem Jahrestag so demütigen? Hätte das nicht warten können?“ „Sophia, es tut mir leid. Ich liebe dich wirklich, aber Lila … sie ist meine vorbestimmte Gefährtin, verstehst du? Ich kann ihr nicht den Rücken kehren …“, antwortete Marcus schwach. Deutliche Schuld lag auf seinem Gesicht, als er meinem Blick begegnete. Trotzdem besaß er nicht einmal den Anstand, die Frau loszulassen. Er hielt sie weiterhin fest umklammert und zeigte keinerlei Absicht, seinen Griff zu lockern. Er war nichts weiter als ein widerlicher, treuloser Lügner. Und für die Frau neben ihm, die mir triumphierend entgegenlächelte, ohne auch nur den geringsten Anflug von Reue zu zeigen, fand ich keine freundlichen Worte. Das hier war schon lange unsere größte Herausforderung gewesen. Marcus und ich hatten uns mit sechzehn ineinander verliebt und uns ewige Treue geschworen. Wir hatten inständig zur Mondgöttin gebetet, sie möge uns bei unserer Verwandlung mit achtzehn zu Gefährten machen. Doch zu unserem Kummer war es nie geschehen. Selbst damals hatte Marcus leidenschaftlich erklärt: „Sophia, du bist die Einzige, die ich liebe. Auch wenn wir keine vorbestimmten Gefährten sind – das Rudel würde keine andere akzeptieren. Du bist die Einzige, die sie als Luna gutheißen würden. Niemand sonst, das verspreche ich dir!“ Der Mann, der mich damals entschlossen gewählt und mir alles versprochen hatte, stand nun vor mir und hielt eine andere Frau in seinen Armen. Während ich ihnen gegenüberstand, rasten mitten in meiner Wut die Erinnerungen der letzten Jahre durch meinen Kopf. Mein ganzer Körper zitterte vor unterdrücktem Zorn, und mein Blick verschwamm vor Tränen. Ich umklammerte meinen Rock fest und versuchte, mich mit diesem Schmerz von meinem zerbrechenden Herzen abzulenken. Ich weigerte mich, der Trauer nachzugeben und diese verräterischen Tränen fließen zu lassen. Ich würde ihnen diesen Sieg nicht gönnen. „Sophia, Liebling, du weißt doch, was eine vorbestimmte Gefährtin für einen Alpha bedeutet. Lila ist nur eine arme Seele, deren Rudel kürzlich eine Katastrophe erlitten hat. Ich kann sie nicht im Stich lassen. Wenn ich sie ablehne, wäre sie obdachlos.“ Marcus flehte mich an, doch in seiner Stimme lag kein echtes Bedauern. Als er mein anhaltendes Schweigen bemerkte, streckte er dennoch die Hand aus, ergriff meine wie selbstverständlich und sah Lila dabei mit offener Zärtlichkeit und Wärme an. „Natürlich weiß ich, was eine vorbestimmte Gefährtin bedeutet! Aber hör mir gut zu, Marcus: Vergiss niemals, wer deine wahre Luna ist!“, zischte ich leise und scharf, sodass nur wir drei es hören konnten. Dann riss ich meine Hand aus seiner und sah ihm trotzig in die Augen. „Sophia, mein Liebling, es liegt nicht in meiner Macht. Du weißt doch, wie die Verbindung funktioniert. All die Male, in denen wir uns gewünscht haben, es wäre echt, damit wir diese unzerbrechliche Anziehung spüren könnten … Seit ich Lila zum ersten Mal gesehen habe, ist mein Wolf außer sich. Nur in ihrer Nähe findet er Ruhe. Du weißt genau, dass eine echte Gefährtin die Kräfte eines Alphas stärkt. Sophia, ich bitte dich um Verzeihung. Ich kann sie wirklich nicht fortschicken …“, flehte Marcus. Endlich ließ er das Mädchen los und versuchte stattdessen, mich zu umarmen. Dann flüsterte er mir ins Ohr: „Lila ist gutherzig. Sie könnte bei den Rudelaufgaben helfen.“ Ich sah zu Lila hinüber – große Augen, zierlicher Körperbau. Sie blickte mich schüchtern an, klammerte sich fest an Marcus’ Kleidung und verkörperte genau dieses verletzliche Bild, das er mir schmackhaft machen wollte. Ich schnaubte kalt und sah sie beide verächtlich an. Lila zuckte zusammen, griff dann hastig nach einem Glas Rotwein auf dem Tisch neben sich und reichte es mir vorsichtig. „Verehrte Luna, ich bitte Sie inständig, mich hierbleiben zu lassen. Ich möchte Ihr Fest auf keinen Fall verderben, das schwöre ich! Marcus hat mich nur aus Mitgefühl gerettet, und ich wollte niemals Zwietracht zwischen Ihnen beiden säen!“, sagte Lila. Ihre hübschen Züge waren von Sorge gezeichnet, und ihre großen, tränenfeuchten Augen sahen flehend zu mir auf. „Möchtest du meine Meinung hören?“, fragte ich und sah mit unverhohlener Verachtung auf sie herab. Lila wirkte erschrocken. Sie blieb wie erstarrt mit dem Weinglas in der Hand stehen und schien nicht zu wissen, was sie tun sollte. Marcus trat schützend vor sie, schob sie sicher hinter sich und wandte sich an mich. „Sophia, du musst dich beruhigen.“ „Du bist derjenige, der sich beruhigen muss!“, fauchte ich wütend. „Ich war die Gefährtin, für die du dich selbst entschieden hast. Und jetzt bringst du einfach eine andere Frau in unser Leben? Schicksal hin oder her, Marcus – du hast mir dein Wort gegeben …“ Mein hitziger Wortwechsel mit Marcus schien Lila in Panik zu versetzen. Die junge Frau ließ sich plötzlich vor mir auf die Knie fallen, hielt mir das Rotweinglas entgegen, während Tränen über ihr Gesicht strömten, und bettelte: „Ich flehe Sie an – wenn ich nur ein Dach über dem Kopf haben darf, werde ich mich in nichts einmischen, Luna! Ich werde Ihre Wäsche machen, für Sie kochen und mich um alles kümmern, was Sie brauchen! Bitte, lassen Sie mich einfach bleiben!“ „Oh, dieses arme Mädchen wirkt wirklich herzzerreißend“, murmelte eine gedämpfte Stimme aus der Menge der Rudelmitglieder. Gleich darauf erhob sich eine weitere. „Sie ist schließlich Alpha Marcus’ wahre Gefährtin. Sie gehört hierher. Luna Sophia sollte sie nicht so hart behandeln …“ Die geflüsterten Worte drangen zu mir und bohrten sich wie scharfe Klingen in mein Herz. Ich blickte zu Marcus und sah, wie er Lila voller Wärme und Zuneigung ansah. Ich schloss die Augen, plötzlich von völliger Verwirrung überwältigt. Unsere Liebe, die vor sechs Jahren in der Highschool begonnen hatte, kam mir auf einmal wie eine grausame Farce vor. „Verdammte Bastarde!“, knurrte Luna absichtlich laut in meinem Inneren und kämpfte um die Kontrolle. Sie war bereit, vorzustürmen und das Paar vor uns in Stücke zu reißen. Doch ich ließ es nicht zu. „Jetzt ist nicht der richtige Moment für Wut. Vorerst bin ich immer noch die Luna dieses Rudels“, antwortete ich ruhig und zwang sie zur Ruhe. „Ich bin ganz anderer Meinung. Du solltest das sofort und vor allen regeln!“, erwiderte Luna mürrisch und zog sich tiefer in mein Bewusstsein zurück. „Sobald das Fest vorbei ist, werden wir das angemessen klären. Ich werde das nicht vor all diesen Zeugen tun, Luna.“ Ich holte tief und ruhig Luft, nahm Lila das Weinglas ab und leerte es in einem Zug. Dann streckte ich die Hand aus, packte ihren Arm fest und zog sie auf die Beine. Mit einem verächtlichen Lächeln stieß ich sie in Marcus’ Richtung. „Marcus, mein Respekt und meine Zuneigung für dich enden hier und jetzt. Du hast deinen Weg gewählt, und ich werde meinen wählen. Nach diesem Bankett klären wir das. Ein für alle Mal“, erklärte ich eiskalt. Marcus öffnete den Mund, als wollte er noch etwas sagen, doch ich hatte kein Interesse mehr daran. Stattdessen nahm ich meinen Platz auf dem Stuhl ein, der für die Luna reserviert war, und wartete geduldig darauf, dass Luna zurückkehrte, nachdem sie sich zurückgezogen hatte, um sich zu sammeln. „Luna, es ist so weit“, drängte ich sanft, als ich die Grenze des Waldes erreichte. Es war unser liebster Zufluchtsort. Hier konnten wir in angespannten Zeiten abschalten, und hier hatten wir unzählige Stunden damit verbracht, durch die kühlen Schatten der hohen Bäume zu rennen und zu streifen. Doch etwas Seltsames geschah. Egal wie oft ich sie rief – sie erschien nicht. Zum ersten Mal seit unserer Verbindung mit achtzehn herrschte von ihrer Seite absolute Stille. Das beunruhigte mich zutiefst. Ich war gerade im Begriff, die mentale Rudelverbindung zu nutzen, um den Rudelarzt zu konsultieren, als mein Herz plötzlich zu explodieren schien. Ein unerträglicher Schmerz schoss durch meine Arme und Beine. Mein Körper krümmte sich vor Qual, und ich brach auf der Erde zusammen. Was zur Hölle passierte mit mir? „Verehrte Luna, wie hat Ihnen der Wein von vorhin geschmeckt?“ Eine spöttische Stimme erklang über mir. Ich wand mich auf dem Boden. Meine Glieder gehorchten mir nicht mehr, als ich versuchte, den Kopf zu heben. Alles, was ich erkennen konnte, war die einsame Silhouette einer zierlichen Frau. „Verdammt, Lila!“

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