Die Taube wählt sich selbst

868 Words

Seine Hände sind mir vertraut. Das ist das Problem. Sie wissen, wo sie ruhen müssen. Wie sie mich wärmen. Wie sie mich beruhigen. Als Varians Mund meine Kehle streift, reagiert mein Körper, noch bevor meine Angst sprechen kann. „Taube“, murmelt er. Er fragt nicht. Er sagt einfach meinen Namen, als gehöre er ihm. Ich schließe die Augen. Für einen Herzschlag lasse ich mich dort treiben. An einem Ort, wo Berührung Sprache ist und nichts anderes existiert. Dann schnürt sich meine Brust zusammen. Ich ziehe mich zurück. Er erstarrt augenblicklich. Kein Drängen. Keine Forderung. „Es tut mir leid“, sagt er leise. „Ich weiß“, flüstere ich. Wir sitzen auf der Bettkante, die Knie fast aneinander. Fast ist alles. „Du bist mir keine Nähe schuldig, um mir deine Liebe zu beweisen“, sagt er.

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