Stille nach dem Feuer

918 Words

Die Gebiete werden wieder aufgebaut. Keine Feierlichkeiten. Nur Erschöpfung. Der Hammer verfehlt den Nagel. „Schon wieder“, murmelt der Maurer. Ich gebe ihn zurück. „Tut mir leid.“ Er zuckt mit den Achseln. „Es tut uns allen leid.“ Die Straße riecht nach nasser Asche und neuem Holz. Keine Banner. Keine Trommeln. Nur Husten und gedämpfte Stimmen. „Hält das Dach?“, frage ich. „Im Moment“, sagt er. „So wie wir.“ Ich nicke und trete zurück. Jemand ruft meinen Namen. „Taube.“ Ich drehe mich um. Eine Frau mit Ruß an der Wange hält mir eine Schüssel hin. „Iss.“ „Ich habe keinen Hunger.“ Sie schiebt sie näher. „Iss trotzdem.“ Ich esse. Die Suppe ist dünn. Sie brennt auf meiner Zunge. Ich nehme es in Kauf. „Irgendwelche Worte?“, fragt sie. „Die Mauern im Osten stehen“, sage ich. „

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