Varians Geständnis

863 Words

Ich habe nicht vor, es auszusprechen. Das ist die Wahrheit. Ich habe vor, neben ihr zu sitzen. Zuzuhören. Ruhe zu bewahren. Der Mann zu sein, der gelernt hat, nicht nach ihr zu greifen. Aber die Angst kümmert sich nicht um Pläne. Wir sitzen auf der niedrigen Mauer mit Blick auf den Fluss. Die Nacht ist hereingebrochen. Das Wasser fließt langsam, dunkel, ehrlich. Kein Summen zwischen uns. Nur Leere. Dove sieht mich nicht sofort an. „Du bist still“, sagt sie. „Ich war fast mein ganzes Leben lang laut“, antworte ich. „Ich lerne, mich zurückzuhalten.“ Sie lächelt leicht. „Es steht dir gut.“ Das bricht mir fast das Herz. Ich beobachte den Fluss. „Hast du gegessen?“ „Ja.“ „Hast du dich ausgeruht?“ „Ein bisschen.“ Ich nicke. Das sind harmlose Fragen. Fragen, die man als Anführer ste

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