Das Leben an diesem namenlosen Ort geht ohne Dove weiter. Niemand erwähnt ihre Abwesenheit. Keine Lücke. Kernspannung: Das System vermisst Individuen nicht. Ich warte darauf, dass jemand ihren Namen nennt. Niemand tut es. Eine Frau reicht mir eine Tasse. Warm. Süß. „Du siehst müde aus“, sagt sie. „Mir geht es gut“, antworte ich. Sie lächelt sanft und höflich. „Selbstverständlich.“ Ich werfe einen Blick auf den Türrahmen, wo Dove früher stand, wenn das Licht schräg einfiel. Jetzt steht dort jemand anderes. Dieselbe Haltung. Anderes Gesicht. Sie lachen über eine Kleinigkeit. Es passt perfekt. „Ist der Kreis mittags immer noch da?“, frage ich. „Ja“, sagt die Frau. „Wie immer.“ Wie immer. Ich nicke, nehme einen Schluck und verbrenne mir die Zunge. Niemand bemerkt mein Zusammenzucke

