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Meinen tyrannischen Stiefbruder täuschen

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Johnnie Turner ist seit viel zu langer Zeit das Opfer von Caspian Kings Mobbing. Nachdem sie erfährt, dass er ihr bald näher sein wird, als sie jemals gedacht hätte, und ihn nun Stiefbruder nennen muss, schwört Johnnie, ihm den Sommer genauso miserabel zu machen, wie er ihr Leben in den letzten fünf Jahren gemacht hat. Aber was passiert, wenn sie erkennt, dass der Hockey spielende Tyrann tatsächlich ein Herz hat? Werden all Johnnies Rachepläne über Bord geworfen? Oder werden sie zusammenkommen und die tief in ihnen vergrabenen Traumata überwinden? Dies ist ein aufregendes Feinde-werden-Liebende-Buch mit einem Hauch verbotener Romantik!

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Kapitel 1 - Mein Tyrann
(Johnnie)   Ich huschte den Flur entlang und hielt mein Buch fest an meine Brust gedrückt, während ich versuchte, so vielen Menschen wie möglich auszuweichen. Verdammt… ich würde wieder zu spät kommen. Professor Harris würde mich umbringen. Ich hatte ihn gebeten, meinen letzten Aufsatz für meinen Englischkurs zu überprüfen, und er hatte sehr deutlich gemacht, dass ich seine Zeit nicht verschwenden sollte. Morgen war der letzte Tag, um ihn einzureichen, bevor die Sommerferien begannen. Als ich um die Ecke bog, rannte ich direkt gegen eine Wand – nun ja, was ich für eine Wand hielt. Es war in Wirklichkeit eine Brust. Eine sehr muskulöse, harte Brust, um genau zu sein. Als ich hochschaute, spürte ich, wie mir der Magen zusammenzog… verdammt… Caspian King, mein Highschool-Tyrann. Caspian und ich kannten uns seit unserer Kindheit. Sein Bruder Alder und mein älterer Bruder Ben waren beste Freunde. Sie waren sechs Jahre älter als wir und leiteten tatsächlich gemeinsam eine Werbeagentur, in die Ben und Caspians Vater investiert hatten. Dave King hieß er, einer der reichsten Männer des Landes, mit mehreren Häusern auf der ganzen Welt. Ich glaube, er machte gerade Urlaub in Schweden – zumindest war das das Letzte, was ich gehört hatte. Das Einzige, was ich darüber wusste, stammte von Alder und den Familiendinners, die wir sonntags hatten. Glücklicherweise nahm Caspian daran nicht teil. Seine Mutter Viva hatte meine Mutter tatsächlich in der Highschool kennengelernt, und sie waren seitdem beste Freundinnen gewesen. Alle unsere vier Eltern waren es einmal – nun ja, bevor alles in die Brüche ging. Viva kam nicht mehr so oft vorbei, und ich wusste nicht genau, warum. Aber ich konnte spüren, dass etwas vorging. Ben auch. Er lebte derzeit in Seattle, also nicht allzu weit von der WSU entfernt. Ich war im ersten Jahr und fühlte mich schon wie ein Versager. Ich war mir nicht sicher, welches Hauptfach ich wählen sollte, also arbeitete ich einfach auf meinen Associate Degree hin. Zu Beginn hatte ich Englisch als Hauptfach angegeben, aber es fühlte sich einfach nicht richtig an. Ich wusste nicht, was ich tat. Das war irgendwie ein Problem. Natürlich ging auch Caspian hier zur Schule und war im Hockey-Team. Er sah definitiv wie ein Hockeyspieler aus – mit seiner beeindruckenden Größe von 1,96 m und seinen extrem breiten Schultern. Ich konnte kaum die Tattoos erkennen, die über den Kragen seines Hemdes hervorschauten, und wusste, dass da noch viel mehr war. Bei unserem letzten Familienurlaub hatte er sogar noch eins hinzugefügt. Seine ganze Brust und seine Arme waren damit bedeckt. Es war, als wäre es über Nacht passiert. Sobald er achtzehn geworden war, schienen sie sich jedes Mal zu vervielfachen, wenn ich ihn sah. Aber was kümmerte es mich? Es war ja nicht so, als hätte ich sie sehen wollen… na ja, jedenfalls nicht mehr. Vielleicht vor ein paar Jahren, aber dann änderte mein zweites Jahr in der Highschool alles. In diesem Jahr wurde mein Vater als auf See verschollen erklärt. Er arbeitete auf Krabbenfangbooten an der Südküste des Pazifiks und war wochen-, manchmal sogar monatelang weg. Aber das letzte Mal, als er hinausfuhr, erinnere ich mich, dass ich ihn angefleht hatte, nicht zu gehen. Er würde mein erstes Klavierkonzert verpassen, und ich war so untröstlich. Es fühlte sich an, als wäre er nie da, als würde er immer alles Wichtige in unserem Leben verpassen. Ich war so wütend… ich weinte die ganze Nacht und verabschiedete mich nicht einmal von ihm. Er kam trotzdem in mein Zimmer und küsste mich auf den Kopf. „Tschüss, Jojo. Ich verspreche, das wird das letzte Mal sein, okay? Ich liebe dich, mein süßes Mädchen.“ Ich ignorierte ihn einfach und drückte mein Gesicht ins Kissen… und dann war er weg. Nach ein paar Minuten erkannte ich meinen Fehler und sprang aus dem Bett, um ihn einzuholen – aber es war zu spät. Das war’s. Danach sahen wir ihn nie wieder. Das war der Moment, in dem sich alles änderte. Ich hörte auf, mich anzustrengen, zog nur noch weite Klamotten an. Ich war schon immer ein bisschen pummelig gewesen und wurde dafür ohnehin genug gemobbt – aber als ich durch meine „dunkle“ Phase ging, wurde es nur noch schlimmer. Und natürlich war Caspian mein Hauptpeiniger. Das Schlimmste daran war, dass er über meinen Vater Bescheid wusste… und es ihm trotzdem egal war. „Scheiße, Turner, wann hast du das letzte Mal geduscht? Du riechst wie Mist“, sagte er und brachte alle um mich herum zum Lachen. Ich senkte nur den Kopf und ging davon. Ich hatte an diesem Morgen tatsächlich geduscht… vielleicht sah es nicht so aus, weil ich mein sandblondes Haar in einen unordentlichen Dutt geworfen hatte. Aber er sagte es, um mich zu verletzen. Oft trug ich die alten Kapuzenpullover meines Vaters, die längst ihre besten Tage hinter sich hatten – vielleicht lag es auch daran. Früher verstanden wir uns einmal. Mein Bruder und ich verbrachten Nächte bei ihnen, aber nach der Highschool änderte sich alles. Caspian begann, mich wegzustoßen… und das tat weh. Ich mochte ihn – sehr. Mehr als nur ein bisschen. Ich plante Hochzeiten, Kindernamen… es war schlimm. Aber jetzt? Jetzt will ich nichts mehr mit ihm zu tun haben. „Pass auf, wo du hingehst, Turner“, sagte er schroff, als ich die Zähne zusammenbiss und versuchte, an ihm vorbeizukommen. „Was? Heute keine Tränen? Weißt du, es macht meinen Tag, wenn du weinst“, flüsterte er, und mir lief ein Schauer über den Rücken. Ich hielt den Blick gesenkt, versuchte einfach nur, an ihm vorbeizukommen. „Beweg dich… bitte“, sagte ich leise und verfluchte mich dafür, dass ich zu diesem Neandertaler so verdammt höflich war. „Ich denke, du kannst das ein bisschen besser sagen, oder, Johnnie?“ Ich konnte das Grinsen in seiner Stimme hören, als er plötzlich meine Kinnpartie packte und meinen Kopf nach oben zwang, sodass ich ihm direkt in die Augen sehen musste. Ich traf auf seine tiefblauen Augen, und das Vergnügen, das darin aufblitzte, ließ mich die Fäuste ballen. Ich biss mir auf die Innenseite der Wange. „Bitte, Caspian. Kannst du dich bewegen? Ich habe es eilig“, presste ich hervor. Er schnaubte nur. „Warum gehst du überhaupt noch hierher? Du hast doch kein Sozialleben. Vielleicht würdest du von Online-Kursen profitieren – dann müsste ich dein hässliches Gesicht nicht jeden Tag sehen.“ Ich runzelte die Stirn und kämpfte mit aller Kraft dagegen an, nicht zu weinen. „Warum hasst du mich so sehr? Was habe ich dir getan?“ flüsterte ich schließlich. Ein selbstzufriedenes Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Du wurdest geboren. Das ist Grund genug.“ Er lächelte kalt, ließ mein Kinn los und stieß mich beiseite, während er an mir vorbeiging. Seine Worte brachten mich zum Zusammenbruch. Ich spürte, wie sich meine Brust schmerzhaft zusammenzog, und floh hastig ins Badezimmer. Ich stieß die Kabinentür auf, schloss mich ein und presste die Handflächen gegen mein Gesicht, während ich versuchte, ruhig zu atmen. Ein. Aus. Langsam. Ich wollte mich zusammenreißen. Nicht wieder hier. Nicht wegen ihm. Es war nicht das Schlimmste, was er je gesagt hatte… aber trotzdem traf es mich wie jedes Mal. „Oh mein Gott, hast du gesehen, was Caspian heute anhatte?“ Die Stimme ließ mich zusammenzucken. Plötzlich hallten Gelächter und Getuschel durch das Badezimmer. „Ich weiß… was für ein verdammter Gott, ehrlich. Du hast so ein Glück, Ava…“ Ich schloss die Augen und kämpfte gegen das Stöhnen an, das mir entfuhr. Ava Wilson. Caspians aktuelle Freundin. Eine weitere Person auf der Liste derer, die mich nicht ausstehen konnten – wahrscheinlich einfach, weil Caspian es auch nicht konnte. Was zum Teufel hatte ich ihr eigentlich je getan? „Was ist mit diesem dicken Mädchen los? Warum hängt sie immer um ihn herum?“ Ihr Lachen schnitt mir ins Herz. Ich kaute nervös auf meiner Lippe. Ich hatte letztes Jahr tatsächlich viel Gewicht verloren – dank Ben und Alder, die mich unterstützt hatten. Aber offenbar reicht das nicht, wenn man nicht knochig ist. Kurven zählen wohl immer noch als „übergewichtig“. Vielleicht halfen die weiten Klamotten auch nicht gerade… aber trotzdem. „Oh… sie ist nichts. Caspian hasst sie sogar. Ich glaube, sie war früher total in ihn verknallt und folgte ihm wie ein Stalker oder so.“ Ihre Stimme senkte sich zu einem verschwörerischen Flüstern, und ich spürte, wie sich meine Finger zu Fäusten ballten. Ein bitteres Lächeln zuckte über mein Gesicht. Ich? Ein Stalker? Ich hatte ihn nie verfolgt. Ich hatte ihn nur… geliebt. Auf die dumme, naive Art, wie man jemanden liebt, der einen nie ansehen wird. Eigentlich war es genau das Gegenteil. Ich hatte Angst, allein mit ihm zu sein, weil ich jedes Mal nervös wurde. Wir waren Freunde, ja – aber ich hatte mir größte Mühe gegeben, meinen Schwarm zu verbergen… zumindest hatte ich das geglaubt. „Oh mein Gott, was für ein Psycho… also verfolgt sie ihn immer noch?“ fragte die Freundin, deren Stimme ich jetzt als Tammy Patrick erkannte – eine von Avas Lakaien. „Ja, ich glaube, Caspian meinte, sie hätten in der Highschool miteinander geschlafen oder so. Danach wurde sie total anhänglich. Er erzählte allen, dass sie im Bett schrecklich war.“ Tammys Lachen hallte zwischen den Fliesen wider. Für einen Moment blieb mir einfach die Luft weg. Dann stieg heiße Wut in mir auf – pulsierend, brennend, alles überdeckend. Bevor ich wusste, was ich tat, riss ich die Tür auf. Ava schrie erschrocken auf, ihr pinker Lipgloss verschmierte über die Wange, als sie sich umdrehte. Ich trat einen Schritt vor, meine Stimme bebte vor Zorn. „Das ist eine verdammte Lüge! Ich habe nie mit Caspian geschlafen!“ Die beiden Mädchen starrten mich an, dann sahen sie sich gegenseitig an – ein stummes, gehässiges Einverständnis. „Nun… warum sollte er darüber lügen?“ Ava schnaubte und musterte mich von oben bis unten. „Es war ihm wohl einfach peinlich.“ „Peinlich für ihn? Wohl eher für mich!“ schnappte ich zurück. „Ich würde nicht mit Caspian King schlafen, selbst wenn er der letzte Mann auf Erden wäre!“ Avas Freundinnen schnauften empört, doch ich war längst nicht fertig. „Er ist der widerlichste, überheblichste, unreifste Idiot, dem ich je begegnet bin! Und ganz ehrlich – dieses ganze Alpha-Gehabe kompensiert doch nur etwas, das ihm sonst fehlt. Aber du weißt sicher besser Bescheid, oder, Ava?“ Ich trat einen Schritt zurück, bereit, den Raum zu verlassen, mein Herz raste – doch dann bemerkte ich, dass die Tür sich nicht bewegte. Weil sie atmete. Und eine Sekunde später hörte ich das tiefe Knirschen von Zähnen direkt vor mir. „Was. Hast. Du. Gerade. Gesagt?“ Caspians Stimme war gefährlich leise, jedes Wort ein Schlag. Ich hob langsam den Blick – und traf seine Augen. Sein zerzaustes schwarzes Haar fiel ihm ins Gesicht, seine sonst so klarblauen Augen waren dunkel wie Sturmwasser. Ich hatte ihn noch nie so wütend gesehen. „C–Caspian…“ brachte ich kaum hervor, bevor er meine Arme packte – fest, zu fest. „Redest du gerade Scheiße über mich?“ Seine Stimme war eiskalt. Ich schüttelte hastig den Kopf, doch hinter mir meldete sich Ava mit gespieltem Zittern. „Sie hat’s getan, Schatz. Sie hat mich angeschrien. Ich hatte wirklich Angst.“ „Schau sie nicht an.“ Caspians Griff verstärkte sich, zwang mich, den Kopf zu heben. „Schau mich an.“ Ich tat es – und wünschte sofort, ich hätte es nicht getan. Sein Mund verzog sich zu einem gefährlichen, beinahe diabolischen Grinsen. „Johnnie Turner… du hast keine Ahnung, welche Hölle du dir gerade selbst aufgemacht hast.“ Verdammt. Ich bin sowas von am Arsch.

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