KAPITEL SIEBENUNDZWANZIG Falls je Zweifel daran bestanden, dass Italien das romantischste Land der Welt ist, dann sollte der letzte Beweis der Umstand sein, dass sie etwas so Unerquickliches wie den Tod in eine fröhliche Feier umgewandelt haben. Ich habe das große Glück und die Ehre, Allerheiligen in der Umgebung von Florenz zu feiern, mit einer echten italienischen Familie, nämlich der meines Freundes Cristiano. Hier esse ich geröstete Kastanien und sehe Prozessionen von Menschen, auf dem Weg zum Friedhof, mit Chrysanthemen und Fackeln. Für die Italiener ist der Tod eine Fortsetzung des Lebens, der nächste Schritt in der ewigen Liebe. Cristiano erzählt mir, dass es für ihn sehr tröstlich ist, nicht vergessen zu werden, auch wenn man die sterbliche Hülle längst abgeschüttelt hat. Er kennt

