KAPITEL SIEBENUNDFÜNFZIG SELENES SICHT Ich knallte die Tür hinter mir zu und presste die Hände an die Schläfen. Ich spürte, wie die Wut in mir kochte – Wut, Verrat und Erschöpfung überwältigten mich gleichzeitig. Lilas Lügen verfolgten mich, ihr Geflüster, die Art, wie sie jede Erinnerung an unsere Kindheit verdreht hatte, um mich als Tyrannin darzustellen. Ich hatte so gehofft, dass sie sich geändert hatte. Ich spürte die vertraute Hitze in meiner Brust aufsteigen. Die Kraft in mir regte sich. Ich versuchte, mich zu beruhigen. Ich versuchte, ruhig zu atmen. Die Vase auf dem Regal zitterte. Ich sah sie an, und sie zersprang in tausend Stücke auf dem Boden. Ehe ich mich versah, flog der kleine Tisch am Fenster durch den Raum. „Bitte hör auf“, flüsterte ich mir zu. Ich versuchte, die K

