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Königin meines Herzens

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Für die Welt ist Lady Vivienne Sterling das Kronjuwel der High Society – eine Erbin, die an eine kalte, arrangierte Ehe gebunden ist, die das Finanzimperium ihrer Familie sichern soll. Sie hat ihr Leben lang in einem goldenen Käfig gefangen verbracht und gelernt, die perfekte, pflichtbewusste Adlige zu spielen. Doch hinter den Diamanten und dem makellosen Lächeln verbirgt sich eine Frau, die sich verzweifelt nach einem Leben sehnt, das sie selbst gestalten kann. Dann tritt Julian Vance auf den Plan. Als rauer, äußerst unabhängiger Stratege aus einfachen Verhältnissen hat Julian Jahre damit verbracht, sich aus dem Nichts eine eigene Machtposition aufzubauen, angetrieben von tiefem Groll gegenüber der Eliteklasse, die seine Familie verstoßen hat. Als ein Projekt mit hohem Einsatz Julian in Viviennes Welt der prunkvollen Galas und rücksichtslosen politischen Machenschaften zwingt, verwandelt sich ihr sofortiger, elektrisierender Zusammenprall in eine gefährliche, verbotene Besessenheit. In einer Welt, die von uralten dynastischen Fehden und strengen sozialen Hierarchien beherrscht wird, ist die Liebe zu Julian Verrat. Die Liebe zu Vivienne könnte Julian alles kosten, was er sich aufgebaut hat. Während der gesellschaftliche Druck um sie herum zunimmt und verborgene Familiengeheimnisse drohen, ihre Welten dem Erdboden gleichzumachen, müssen sie sich entscheiden, ob sie sich der Pflicht beugen oder das Establishment niederbrennen, um einander zu schützen.

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Kapitel 1: Das Gewicht der Krone‎
‎Eine Diamantkette war nichts weiter als ein polierter Kragen, und heute Abend wurde Vivienne Sterling in achtzig Karat makellosem Eis zur Schlachtbank geführt. ‎ ‎ Sie stand vor dem raumhohen, vergoldeten Spiegel in der prächtigen Garderobe der Grand Regency Hall und sah zu, wie ihre Mutter den schweren Verschluss im Nacken zurechtzog. Das Metall fühlte sich unnatürlich kalt auf ihrer Haut an – eine schonungslose Erinnerung an den Vertrag, den sie gleich mit ihrem eigenen Leben unterzeichnen würde. Hinter den schweren Eichentüren hallte das gedämpfte Gemurmel von dreihundert erlesenen Gästen durch die Marmorkorridore – das Gelächter von Politikern, Ölmagnaten und Aristokraten aus altem Geld, die sich alle zu einem einzigen Zweck versammelt hatten: um Zeugen der endgültigen Vereinigung der Imperien der Sterlings und Montgomerys zu werden. ‎ ‎ „Steh gerade, Vivienne“, sagte ihre Mutter mit sanfter Stimme, die jegliche Wärme vermissen ließ. „Lord Julian Montgomery ist bereits eingetroffen. Die Presse wartet. Ruiniere nicht zwanzig Jahre akribischer Planung mit einem gekrümmten Rücken.“ ‎ ‎ ‎ Vivienne begegnete ihrem eigenen Blick im Spiegel. Ihr Kleid war ein Meisterwerk aus schiefergrauer Seide, strukturiert wie eine Rüstung und perfekt geschneidert. Für die Welt war sie das Kronjuwel der High Society, die unantastbare Erbin, deren Zukunft mit Gold gepflastert war. Doch unter dem Korsett brannten ihre Lungen nach einem einzigen Atemzug ungezähmter Luft. In weniger als einer Stunde würde ihre Verlobung mit Julian besiegelt werden – eine Verbindung, die nicht aus Liebe, sondern aus Schulden, Sitzungssälen und kalter, berechnender Gier geschmiedet war. Sie war eine Schachfigur, die auf einen Thron gesetzt wurde, über den sie niemals herrschen wollte. ‎ ‎ ‎ „Er liebt mich nicht, Mutter“, sagte Vivienne leise, ihre Stimme war kaum zu hören über dem fernen Streichquartett, das unten spielte. „Und ich liebe ihn ganz sicher nicht.“ ‎ ‎ ‎ Ihre Mutter hielt inne, ihre Hand verweilte auf Viviennes Schulter und drückte gerade so fest zu, dass unter der Seide ein blauer Fleck zurückblieb. „Liebe ist ein Luxus für die Verzweifelten, meine Liebe. Macht ist das, was dich am Leben hält. Du bist eine Sterling. Du wirst lächeln, du wirst seine Hand nehmen, und du wirst die Königin werden, die diese Familie braucht.“ ‎ ‎ ‎ Das Gewicht in Viviennes Brust verstärkte sich zu einem so intensiven Erstickungsgefühl, dass sie eine Hand gegen den kühlen Mahagoni-Schminktisch pressen musste. Jeder Instinkt schrie sie an, die Juwelen abzureißen, sich durch den Hintereingang für Bedienstete davonzuschleichen und in der regnerischen Nacht zu verschwinden. Aber es gab keinen Ort, wohin sie fliehen konnte. Der Name Sterling war ein goldener Käfig, und der Schlüssel war an dem Tag weggeworfen worden, als ihr Vater starb und Schulden hinterließ, die nur das Vermögen der Montgomerys tilgen konnte. ‎ ‎ „Fünf Minuten, Miss Sterling“, verkündete der Veranstaltungsleiter, klopfte scharf an und trat dann zurück. ‎ ‎ ‎ Vivienne schloss die Augen und drängte die stille Wut tief in die dunkelsten Tiefen ihres Geistes. Sie setzte ihre Maske auf. Ihre Schultern richteten sich auf, ihr Kinn hob sich, und das zarte, distanzierte Lächeln, das die High Society so verehrte, legte sich mühelos auf ihre Lippen. ‎ ‎ ‎ Sie wandte sich vom Spiegel ab und ging auf die große Treppe zu; jeder Schritt fühlte sich an wie ein Marsch zum Schafott. ‎ ‎ Der Ballsaal unten war ein Meer aus schwarzen Krawatten, Seidenkleidern und Kristallkronleuchtern, die ein grelles, strahlendes Licht über die Menge warfen. Als Vivienne den obersten Treppenabsatz erreichte, änderte sich die Musik, und im Saal herrschte andächtige Stille. Hunderte von Augen richteten sich auf sie und bewunderten die makellose, unnahbare Göttin, für die sie sie hielten. ‎ ‎ ‎ Und dann sah sie ihn. ‎ ‎ ‎ Am Fuße der Treppe stand Julian Montgomery. Er war auffallend gutaussehend, mit markanten Gesichtszügen und arroganter Selbstsicherheit, gekleidet in einen maßgeschneiderten schwarzen Smoking, der mühelos zu seiner breiten Statur passte. Er hob sein Champagnerglas leicht in ihre Richtung, ein schwaches, raubtierhaftes Grinsen umspielte seine Lippen. Julian war ein Mann, der alles eroberte, was er anfasste, und heute Abend glaubte er, seinen ultimativen Preis zu ergattern. ‎ ‎Vivienne begann ihren Abstieg, Schritt für Schritt, und zwang sich, ruhig zu atmen. Sie war schon auf halbem Weg, als sich die massiven Flügeltüren am Haupteingang des Ballsaals aufrissen und wie ein plötzlicher Donnerschlag die klassische Musik durchbrachen. ‎ ‎ ‎ Ein kalter Luftzug strömte in den erstickend warmen Saal und trug den herben Geruch von Regenwasser und Ozon mit sich. Die Menge schnappte nach Luft und wandte sich wie aus einem Guss dem Eindringling zu. ‎ ‎ ‎ In der Türschwelle stand, durchnässt vom heftigen Sturm draußen, ein Mann, der in diesen Raum aus poliertem Marmor und Champagner nicht gehörte. Er trug eine dunkle, vom Regen durchnässte Lederjacke, sein dunkles Haar klebte an seiner Stirn, seine Haltung war steif und bedrohlich. Er besaß nichts von der raffinierten, gekünstelten Anmut der Aristokraten, die ihn umgaben, doch seine Präsenz beherrschte den Raum weitaus brutaler, als es irgendein Titel jemals könnte. ‎ ‎ ‎ Es war Julian Vance. ‎ ‎ ‎ Im Saal brach ein gedämpftes, panisches Flüstern aus. Die Sicherheitsleute rutschten unruhig hin und her, doch niemand wagte sich auf ihn zu; die schiere, dunkle Intensität seines Blicks hielt den gesamten Ballsaal in ihrem Bann. ‎ ‎ ‎ Vivienne erstarrte auf der fünften Stufe, ihr Herz hämmerte heftig gegen ihre Rippen. Vance – der selbstermachte Stratege, der gefährlichste Rivale ihrer Familie und der einzige Mann, der die letzten fünf Jahre damit verbracht hatte, das Sterling-Imperium Stein für Stein zu zerstören. Er war der wilde Außenseiter, der alles verkörperte, was ihre Mutter verachtete, und alles, wovon Vivienne insgeheim geträumt hatte: absolute, unnachgiebige Freiheit. ‎ ‎ ‎ Vance ignorierte die schockierten Aristokraten, die nach Luft schnappenden Erbinnen und das Sicherheitspersonal, das an seinen Funkgeräten zupfte. Seine durchdringenden, stürmischen Augen richteten sich direkt auf Vivienne und ignorierten ihren Verlobten völlig. Er schritt vorwärts, wobei seine schweren Stiefel nasse, dunkle Abdrücke auf dem makellosen weißen Marmorboden hinterließen. ‎ ‎ ‎ „Du machst einen Fehler, Vivienne“, durchdrang Vances tiefe, raue Stimme die Stille und strahlte eine Autorität aus, die die Luft im Ballsaal eiskalt werden ließ. ‎ ‎ ‎ Julian Montgomery machte einen scharfen Schritt nach vorne, sein Kiefer spannte sich an, sein höfliches Lächeln verflüchtigte sich augenblicklich in Wut. „Schafft diesen Abschaum hier raus! Sicherheitsdienst, werft ihn raus!“ ‎ ‎ ‎ Vance warf Montgomery nicht einmal einen Blick zu. Er blieb am Fuß der Treppe stehen und blickte zu Vivienne hinauf, völlig unbeeindruckt von den Wachen, die sich um ihn herum versammelten. Er griff in die Innentasche seiner durchnässten Jacke, zog eine dicke, in Leder gebundene schwarze Mappe hervor, deren Ränder vom Regen durchnässt waren, und warf sie achtlos auf den Glastisch neben der untersten Stufe. ‎ ‎ ‎ „Ruf die Wachen zurück, Julian, es sei denn, du willst, dass ich diese Mappe öffne“, sagte Vance leise, ohne seinen Blick von Viviennes blassem Gesicht abzuwenden. „Darin befinden sich die Unterlagen, die beweisen, dass das Montgomery-Imperium völlig bankrott ist. Jeder Cent, der die heutige große Gala finanziert, gehört dem russischen Syndikat – und die Familie Sterling wird als Sicherheit herhalten müssen.“ ‎ ‎ ‎ Ein kollektiver Aufschrei hallte durch den Raum. Vivienne spürte, wie die Luft aus ihren Lungen wich, als sie zwischen Vances scharfen, unbewegten Augen und dem plötzlich gespenstisch blassen Gesicht ihres Verlobten hin und her blickte. ‎ ‎ ‎ Vance streckte ihr seine Hand entgegen, die Handfläche nach oben gerichtet, und bot ihr einen Ausweg aus dem goldenen Käfig an. „Geh jetzt sofort mit mir fort, Vivienne“, forderte er sie leise auf, mit einem gefährlichen, atemberaubenden Versprechen in der Stimme. „Oder bleib und lass zu, dass sie dich zerstören.“ ‎ ‎

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