7
Sara
Ich erwarte, dass mich jemand von Peters Crew in die Klinik bringt, aber Peter selbst wartet am Straßenrand auf mich.
Ich grinse, und ein Teil meiner Müdigkeit verschwindet, als seine Augen über meinen Körper gleiten, bevor sie sich hungrig auf meinem Gesicht niederlassen.
»Hi.« Ich gehe direkt in seine Umarmung und atme tief ein, während seine starken Arme sich um mich schließen und mich fest gegen seine Brust drücken. Er riecht warm, sauber und ausgesprochen männlich – ein vertrauter Duft nach Peter, den ich mittlerweile mit Trost verbinde.
Er hält mich einige Momente lang fest, bevor er sich zurückzieht, um mich anzusehen. »Wie war dein Tag, mein Liebling?«, fragt er leise und streicht mir die Haare aus dem Gesicht.
Ich strahle ihn an. »Verrückt vollgepackt, aber jetzt ist alles gut.« Ich bin, auch wenn das dumm ist, überglücklich, dass er mich selbst in die Klinik bringen wird.
Er grinst mich an. »Du hast mich vermisst, oder?«
»Das habe ich«, gebe ich zu, als er die Autotür öffnet und mir hineinhilft. »Das habe ich wirklich.«
Sein Antwortlächeln lässt mich in meinem Sitz schmelzen. »Und ich habe dich vermisst, Ptichka.«
»Es tut mir leid, dass ich das tun muss«, sage ich, als wir auf die Straße fahren. Im Auto riecht es köstlich, und mein Magen knurrt, als ich sage: »Ich hatte mich wirklich auf ein schönes Abendessen zu Hause mit dir gefreut.«
Peter blickt mich an. »Ich habe dir Abendessen mitgebracht. Es ist auf dem Rücksitz.«
»Das hast du?« Ich drehe mich auf meinem Sitz um und entdecke die Quelle des köstlichen Geruchs – eine weitere Lunch-Tüte. »Wow, danke. Das hättest du nicht tun müssen, aber ich weiß es wirklich zu schätzen.« Ich strecke mich, nehme die Tüte und stelle sie auf meinen Schoß.
Ich wollte ein paar Brezeln an einem Automaten in der Klinik kaufen, aber das ist unendlich viel besser.
»Warum musst du das tun?«, fragt Peter und hält an einer roten Ampel an. Sein Tonfall ist entspannt, aber ich lasse mich nicht täuschen.
Er hat sich auch auf unser Abendessen gefreut.
»Es tut mir wirklich leid«, sage ich, und ich meine es ernst. Als Lydia, die Empfangsdame der Klinik, mich mittags anrief, hätte ich ihre Bitte beinahe abgelehnt – aber am Ende gewann das Wissen, dass ein paar Dutzend Frauen ihre Krebsvorsorge und die notwendige pränatale Versorgung verpassen würden, wenn ich nicht auftauchte. »Heute fehlen Freiwillige, und ich konnte sie nicht im Stich lassen.«
Er schaut mich von der Seite an. »Konntest du nicht?«
Ich halte mitten beim Öffnen der Lunch-Tüte inne. »Nein«, sage ich ruhig. »Das konnte ich nicht.«
Genau davor hatte ich die ganze Zeit Angst. Ich hatte vermutet, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis meine Überstunden anfangen würden, Peter zu stören, und es sieht so aus, als hätte ich mir zu Recht Sorgen gemacht.
Angespannt bereite ich mich darauf vor, ein Ultimatum zu hören, aber Peter drückt einfach aufs Gas und beschleunigt sanft.
»Iss, mein Liebling«, sagt er im gleichen entspannten Tonfall. »Du hast nicht viel Zeit.«
Ich folge seinem Rat und stürze mich auf das Essen – gemischtes Gemüse mit Couscous und gebratenem Huhn. Die Gewürze erinnern mich an den köstlichen Lammspieß, den Peter in Japan für uns zubereitet hat, und ich esse alles in wenigen Minuten auf.
»Danke«, sage ich und wische mir den Mund mit einem Papiertuch ab, das er zusammen mit dem Besteck eingepackt hat. »Das war unglaublich.«
»Gern geschehen.« Er biegt in die Straße ein, in der sich die Klinik befindet, und parkt direkt vor dem Gebäude. »Komm, ich bringe dich rein.«
»Oh, du musst nicht …« Ich halte inne, weil er bereits um das Auto herumläuft.
Er öffnet mir die Tür, hilft mir heraus und führt mich zum Gebäude, so als ob ich weglaufen könnte, wenn er nicht eine Hand auf meinem Rücken liegen hat.
Ich erwarte, dass er sich von mir verabschiedet, als wir die Tür erreichen, aber er kommt mit mir hinein.
Verwirrt bleibe ich stehen und schaue zu ihm auf. »Was hast du vor?«
»Da bist du ja!« Lydia eilt auf mich zu, ihr rundes Gesicht sieht erleichtert aus. »Gott sei Dank. Ich dachte schon, du würdest nicht … Oh, hallo.« Sie errötet und starrt Peter mit einem Blick an, den ich nur so deuten kann, dass sie für ihn mehr als schwärmt.
»Peter wollte einfach …«, beginne ich, aber er lächelt und tritt vor.
»Peter Garin. Wir haben uns auf unserer Hochzeit getroffen«, sagt er und streckt seine Hand aus.
Die Augen der Empfangsdame werden groß, und sie ergreift seine Hand und schüttelt sie heftig. »Lydia«, sagt sie atemlos. »Nochmals herzlichen Glückwunsch. Das war eine tolle Hochzeit.«
»Danke.« Er grinst sie an, und ich kann fast spüren, wie sie innerlich in Ohnmacht fällt. »Sara hat mir gerade gesagt, dass heute Freiwillige fehlen. Ich bin natürlich kein Arzt, aber vielleicht kann ich heute Abend etwas tun, um hier zu helfen? Vielleicht gibt es einige Akten, die sortiert werden müssen, oder etwas, was repariert werden muss? Wir haben vorerst nur ein Auto, und ich möchte nicht hin und her fahren, um Sara abzuholen.«
»Oh, natürlich.« Lydias Aufregung nimmt sichtbar zu. »Es gibt so viel zu tun. Und haben Sie gesagt, dass Sie handwerklich begabt sind? Sie sich vielleicht auch mit Computern aus? Weil es dieses hartnäckige Softwareprogramm gibt …«
Sie führt ihn plappernd weg, und ich starre ungläubig hinterher, als mein Attentäter-Ehemann um die Ecke verschwindet, ohne auch nur einen Blick zurückzuwerfen.