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Peter
Ich helfe Lydia bei ihrem Softwareproblem, repariere einen undichten Wasserhahn und hänge ein paar dekorative Elemente im Wartebereich auf, während zwei Dutzend Frauen – viele von ihnen schwanger – mich fasziniert beobachten.
Als einzige Ärztin an diesem Abend hat Sara einen endlosen Ansturm von Patienten, also störe ich sie nicht. Es reicht mir, zu wissen, dass sie nur ein paar Zimmer entfernt ist und ich sie in einer Minute erreichen kann, wenn es sein muss.
Sobald alle dringenden Aufgaben erledigt sind, kann ich mit der Montage eines Ultraschallgerätes beginnen, das ein örtliches Krankenhaus gespendet hat. Ich habe noch nie zuvor mit medizinischen Geräten gearbeitet, aber ich war immer gut darin, Dinge zusammenzubauen – Waffen, Sprengstoff, Kommunikationsgeräte – also brauche ich nicht lange, bis ich herausgefunden habe, was wozu gehört und wie man es testet, um sicherzustellen, dass es funktioniert.
»Oh mein Gott, Sie sind ein Lebensretter, genau wie Ihre Frau«, ruft Lydia, als ich es ihr zeige. »Wir warten seit Monaten darauf, dass ein Techniker vorbeikommt, und das wird uns so sehr weiterhelfen! Sara hat jetzt ihre letzte Patientin. Glauben Sie, Sie haben vielleicht noch Zeit, diesen einen Schrank zu reparieren? Er hängt locker und …«
»Kein Problem.« Ich folge ihr in einen der Untersuchungsräume und befestige den betreffenden Schrank mit einigen Schrauben, um sicherzustellen, dass er nicht hinunterfällt.
»Sie sind so gut darin«, schwärmt die Empfangsdame, als ich fertig bin. »Kommen Sie aus dem Baugewerbe? Sie scheinen so gut mit dem Bohrer umgehen zu können und so …«
»Ich habe als Teenager bei einigen Bauprojekten geholfen«, sage ich, ohne genauer darauf einzugehen. Diese Frau braucht nicht zu wissen, dass die »Projekte« Zwangsarbeit in einer Jugendversion eines sibirischen Gulag waren.
»Oh, das dachte ich mir.« Sie strahlt mich an. »Ich gehe nachsehen, ob Sara fertig ist.«
»Gerne.« Ich lächele sie an. »Ich möchte meine Frau nach Hause bringen.«
Die Empfangsdame eilt weg, und ich strecke meine Arme aus und löse die Steifheit meiner Muskeln. Es ist erst ein paar Tage her, seit ich zurückgekommen bin, aber ich werde bereits unruhig, sehne mich danach, mich zu bewegen und körperlich aktiv zu werden. Nachdem ich das Abendessen gekocht hatte, ging ich für eine längere Zeit in den Park und war in einer Boxhalle, um etwas Dampf abzubauen, aber ich brauche mehr.
Ich brauche eine Herausforderung.
Zum ersten Mal überlege ich ernsthaft, was ich für den Rest meines Lebens machen werde. Dank des Doppelgigs von Esguerra-Novak habe ich genug Geld für mich, Sara und ein Dutzend Kinder und Enkelkinder – besonders wenn wir uns nicht daran gewöhnen, Privatflugzeuge, Spezialwaffen oder andere teure Requisiten zu kaufen. Ich muss nicht arbeiten, um für uns zu sorgen, und ich hatte keine anderen Pläne, außer Sara zu bekommen und sie an mich zu binden – zum Teil, weil ich die Ausfallzeiten zwischen den Jobs immer genossen habe.
Jetzt beginne ich zu erkennen, dass das daran lag, dass ich wusste, dass die Freistellung vorübergehend war, dass eine weitere herausfordernde, adrenalingeladene Mission vor mir lag. Jetzt gibt es nichts mehr – nur eine Reihe von ruhigen, friedlichen Tagen, die sich bis in die Unendlichkeit erstrecken.
Tage, an denen ich nur an Sara denken werde, während ich darauf warte, dass sie nach Hause kommt.
»Peter?« Sara steckt ihren Kopf in den Raum, und ein breites Lächeln erhellt ihr Gesicht, als sie mich erblickt. »Ich bin bereit, nach Hause zu gehen.«
»Dann lass uns gehen«, sage ich und verschiebe das Problem auf einen anderen Tag.
Ich werde später darüber nachdenken, was ich mit meiner Zeit machen soll.
In diesem Moment habe ich meinen Ptichka, und er ist alles, was ich brauche.