Die Wohnung in der Mercer Street roch nach billiger Farbe und altem Heizkörpereisen. Es war eine kleine Einheit im zweiten Stock über einer Bäckerei, eingeklemmt zwischen zwei Backsteinhäusern im unteren Westviertel. Kein Pfortner, kein privater Aufzug, kein Smart-Lock-Sicherheitsgitter. Nur eine solide Holztür mit einem schweren Messingriegel, den Chloe von Hand verschlossen hat. Sie stand in der Mitte des engen Wohnzimmers und stellte ihren einzelnen Lederresack auf den zerkratzten Hartholzboden. Durch das Fenster sorgte das schwache Dröhnen von Stadtbussen, die den Morgenregen ersetzten, für ein Hintergrundgeräusch, das sich völlig losgelöst von dem Glasturm anfühlte, aus dem sie vor drei Stunden gegangen war. Ihr Telefon summte in ihrer Tasche. Es war ein verschlüsseltes Satelliten-

