Sofia Eine sanfte Berührung, leicht wie ein Schmetterlingsflügel, streifte meine Hand. Ich öffnete die Augen und sah Claras Gesicht über meinem schweben. Ihr Gesichtsausdruck war gedämpft, eine sanfte Entschuldigung lag in ihrer Stirn. Sie sagte kein Wort, drückte nur meine Finger. Ich wollte meine Hand wegziehen, mich umdrehen, so tun, als wären die letzten vierundzwanzig Stunden nichts als ein Fiebertraum gewesen, aber ihr Griff war überraschend fest und hielt mich fest. „Es tut mir so leid, Sofia“, flüsterte sie, „für alles. Dass ich dich dorthin mitgenommen habe, dass ich dir das alles gezeigt habe. Ich wusste es nicht. Ich wollte nie ...“ Ihre Stimme verstummte, voller aufrichtiger Reue. Der Knoten in meiner Brust, die Scham und Wut, die ich empfand, lösten sich ein wenig. Meine ei

