Die Glastüren von Halo Automotive glitten auf, ich trat in die glänzende Lobby, das Klacken meiner Absätze hallte vom Marmorboden wider.
Eine Assistentin in einem so engen Minirock, dass er nach Ehrgeiz schrie, fing mich ab, ihr Lächeln zahnig und kalt. „Mary-Claire, richtig? Ich bin Vanessa, Floyds persönliche Sekretärin.“ Sie führte mich zum Aufzug, Hüften wiegten sich, als würde sie für seine Aufmerksamkeit vorsprechen. „Du bist seine neue Assistentin, aber lass uns klar sein – Floyd gehört mir. Was immer du hier willst, halt dich von ihm fern.“ Ihr Grinsen hätte Glas schneiden können.
Ich hielt mein Gesicht neutral, aber innerlich plante ich schon. Oh, Vanessa, du bist erledigt. Ich würde dafür sorgen, dass sie bis Ende der Woche raus war.
Aber ihre Warnung warf eine dunklere Frage auf: Woher kannte Floyd mich? Woher Tony Russo? Diese Männer riefen nicht einfach so an. Mein „Talent“ sollte ein Geheimnis bleiben, fest verschlossen zwischen Jeremys Drohungen und Richards Bett. Wie zur Hölle war es bei einem CEO und einem Mafia-Boss gelandet?
Der Aufzug piepte, Vanessa schob mich in Floyd Arlingtons Büro, ihr Lächeln wurde sirupartig, während sie mit den Wimpern klimperte.
Floyd stand hinter einem riesigen Schreibtisch, die Skyline der Stadt rahmte ihn durch bodentiefe Fenster.
Die Fotos wurden ihm nicht gerecht – groß, breit, scharfe Wangenknochen und Augen, die mich wie einen Schmetterling festpinnten. „Fuck“, flüsterte ich leise, mein Puls verriet mich. Nach Jeremy hatte ich geschworen, kein Mann würde mich durch Aussehen kriegen – nur durch Geschenke. Aber Floyd? Der war ein Problem.
„Vanessa, lass uns allein“, sagte Floyd, Stimme glatt, aber bestimmt.
Sie zögerte, Lippen öffneten sich zum Protest. „Aber, Mr. Arlington–“
„Jetzt“, schnappte er, ohne sie anzusehen. Vanessas Gesicht fiel zusammen, sie schlich hinaus, die Tür klickte hinter ihr zu.
„Setz dich, Mary-Claire“, sagte Floyd und deutete auf einen Ledersessel. Ich setzte mich, schlug die Beine übereinander, ließ den Rock gerade hoch genug rutschen, dass er es bemerkte.
Er übersah es nicht – sein Blick wanderte runter, dann zurück zu meinen Augen, ein Funke Hunger darin. Ich verfluchte mich selbst. Bleib in Kontrolle, Mary-Claire.
Er schob einen Vertrag über den Schreibtisch. „Das Angebot: persönliche Sekretärin, aber Teilzeit. Ich weiß, du studierst noch, also werde ich nachsichtig sein, volle Benefits, flexible Zeiten. Du berichtest direkt an mich.“ Er lehnte sich zurück, Finger spitz. „Aber ich brauche auch deine… anderen Fähigkeiten. Nebenbei.“
Ich neigte den Kopf, spielte die Dumme. „Andere Fähigkeiten, Mr. Arlington? Ich verstehe nicht ganz.“
Er grinste, dunkel. „Spiel nicht die Unschuldige. Ich habe eine dunkle Seite, Mary-Claire. Ich bin unter Überwachung aufgewachsen, strenge Regeln – Privatschulen, Vorstands-Etikette, ein Leben bis ins Kleinste skriptet. Jetzt? Ich will jede verdammte Regel brechen.“ Seine Stimme wurde tief und gefährlich. „Ich hab gehört, du bist gut mit deiner Zunge.“
Mein Magen zog sich zusammen, aber Gesicht blieb blank. „Woher haben Sie das gehört?“, fragte ich, die Stille spannte sich wie ein Drahtseil.
Floyd beugte sich vor, Augen glänzten raubtierhaft. „Informationen verbreiten sich hier oben anders, Mary-Claire. Unten in den Niederungen – Bars, Campus, Hinterzimmer, kleine Rachefeldzüge – da sind es Flüstern und Prahlereien. Aber im Elite Space?“ Er hielt inne, genoss den Begriff. „Das ist eine Maschine. Ein Schattennetzwerk, in dem Geheimnisse Währung sind. Gerüchte über die Tochter eines Priesters mit einem… einzigartigen Talent? Die landen bei den richtigen Ohren – private Chats, verschlüsselte Apps, Yacht-Partys, wo Männer wie ich Geschichten wie Aktien handeln. Dein Name kam auf, und ich musste dich selbst sehen.“
Ich erstarrte, Herz hämmernd. Mein Geheimnis – meine Waffe – gehörte mir nicht mehr. Es war draußen, zirkulierte in irgendeiner elitären Unterwelt, die ich nicht verstand. „Das Dark Web?“, fragte ich, Stimme kaum ruhig. „Meinen Sie das?“
Er lachte leise, lehnte sich zurück. „Nicht nur das Dark Web. Der Gipfel – das unsichtbare Netz der Macht. CEOs, Mafiabosse, Senatoren, Leute mit doppelten Persönlichkeiten, wir gehören zu einem Club, wir teilen nicht nur Deals; wir teilen Begierden. Tony Russo? Der ist nicht anders. Oberflächlich Geschäftsmann, im Kern Mafia. Er hat von dir gehört, genau wie ich. Dein Geheimnis ist sicher – nur bei denen, die das Spiel spielen.“ Er grinste, zahnig. „Und ich wette, du spielst es besser als die meisten. Tritt ein, Mary-Claire. Bau dir dein eigenes Imperium in diesem Raum. Und lass mich dir helfen.“
Mein Kopf drehte sich. Der Elite Space – eine Welt, in der mein Talent kein Skandal war, sondern ein Schlüssel zur Macht? Ich hatte Angst, zeigte es aber nicht. Meine Angst gehörte mir allein. „Sie sagen, ich bin… was? Eine Ware?“
„Du bist eine Macht“, korrigierte er, Stimme fast ehrfürchtig. „Und ich will sie sehen.“ Er stand abrupt auf, ragte über den Schreibtisch, Präsenz elektrisch. „Zeig mir, was du draufhast, Mary-Claire.“
Mein Kopf schrie: Nicht jetzt! Ich dachte nach. Ich wollte mehr wissen. Floyd ist Geschäftsmann, die geben nicht alles preis. Aber die Mafia, die haben keine Regeln.
Das Klirren seiner Gürtelschnalle holte mich zurück in den Moment. „Mary-Claire, zeig mir, was du hast. Die Straße sagt, deine Zunge wirkt Wunder.“
Wenn ich bei seiner ersten Forderung nachgab, würde ich billig wirken, nur ein weiteres Mädchen auf den Knien. Ich musste ihn jagen lassen. „Ihre Sekretärin hat mir gesagt, ich soll mich von Ihnen fernhalten, Mr. Arlington“, sagte ich, Stimme süß, aber scharf.
Sein Gesicht verdunkelte sich. „Was? Ich feuere sie sofort!“ Er griff nach seinem Handy.
„Nein“, sagte ich schnell, stand auf, um ihm auf Augenhöhe zu begegnen. „Nicht so. Zeigen Sie ihr, dass Sie mich hier wollen – auf große Art. Tun Sie das, und ich zeige Ihnen, was ich draufhabe.“
Stille hing zwischen uns, d**k vor Spannung. Seine Augen suchten meine, kalkulierend. Dann nickte er, ein langsames Lächeln breitete sich aus. „Ich weiß wie.“ Er ging auf und ab. „Morgen ist ein Bankett der CEOs. Sie war monatelang diejenige, die mir serviert hat, wie alle Sekretärinnen ihren Boss bedienen und mit ihm tanzen werden. Möchtest du das übernehmen?“
Ich hob die Augen, noch einer, der bereit war. „Ich will es auf meine Art. Nehmen Sie uns beide mit, dann, wenn es Zeit ist zu servieren, rufen Sie mich zu sich“, ich zwinkerte, während ich sprach.
„Bist du wirklich erst achtzehn?“
„2007, ja!“
„Welcher Monat und Tag?“, fragte er.
Er war der Erste, der nach meinem Geburtstag fragte. Ich presste die Lippen zusammen. Es war schon vorbei. Aber warum nicht, ich konnte so viele haben, wie ich wollte. Es war mein Geburtstag. Ein Geburtstag für einen Mann. „Juli, 10. Juli.“
„Das ist nächsten Monat. Ich mache es groß für dich“, sagte er lächelnd.
Ich neigte den Kopf, testete ihn. „Noch eine Sache, Mr. Arlington. Ich habe kein Auto. Kann ich eins bekommen?“
Er trat näher, so nah, dass ich sein Parfüm roch – Sandelholz und Macht. Er beugte sich vor, Lippen streiften meine Wange, sanft, aber absichtlich. „Nenn mich Floyd“, murmelte er. „Und du hast ein Auto, bevor du gehst.“
Als ich Halo verließ, saß ich am Steuer eines 2024er Halo Cabrios, kirschrot, Schlüssel von einer widerwilligen Vanessa überreicht.
An einem Tag hatte ich zwei Männer gezähmt – Richard, süchtig nach meiner Berührung, und Floyd, baumelnd an meinen Versprechen. Aber während ich das Lenkrad umklammerte, brodelte mein Kopf. Der Elite Space. Wie viele wussten noch davon? Wie viele lauerten da draußen und handelten meinen Namen wie ein schmutziges Geheimnis? Gehörte ich überhaupt in ihre Welt, oder war ich nur Beute, die den Jäger spielte?
Ich warf einen Blick aufs Handy, die Adresse von Tony Russos Penthouse stand noch in meinen Nachrichten. Ich hatte ihn herausgefordert. Aber ich musste mehr über den Elite Space hören. Er würde toben, aber ich würde ihn weichkochen.
„Mary-Claire Anderson! Messdienerin! Kannst du wirklich die Brutalität eines Mafia-Bosses aushalten?“, fragte ich mich selbst.
Ich lief vielleicht direkt in Missbrauch. „Mal sehen.“