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Konklave der Schatten Begierden und Abgrund

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Blurb

Zerschunden und erschöpft auf einem Boden aus Obsidian liegend, begegnet Petra dem unerbittlichen Blick des Chronos – dem Herrn der Zeit und der gebrochenen Versprechen. Er bietet ihr ein Gewölbe voller unvorstellbarer Reichtümer an: eine goldene Freiheit, die wie eine Fata Morgana schimmert. Doch jeder Reichtum hat seinen Preis, und ihrer ist eine weitere Nacht in seiner furchterregenden Umarmung: ein Pakt, besiegelt in Qual und Verrat, in dem jeder Atemzug zur Fessel und jede Berührung zum Urteil wird.

Ihr Körper, gezeichnet von rätselhaften Makeln, wendet sich gegen sie. Mit jedem Schritt rebellieren ihre Muskeln, und ihre Knochen scheinen ihren Willen zu verraten, als stünde ihr eigenes Fleisch im Bunde mit Chronos. Dennoch muss Petra eine unmögliche Mission erfüllen: Sie muss ein schwer bewachtes Gewölbe erreichen, das durch uralte Runen und ein fanatisches Vernichtungskommando – die „Dark Triad“ – geschützt wird. Diese Krieger jagen nicht nur; sie verehren die Zerstörung, und ihre Hingabe ist ebenso tödlich wie ihre Klingen.

Während sie sich durch steinerne Gänge und verborgene Kammern bewegt, entdeckt Petra, dass das Gewölbe mehr als nur Gold birgt; es hütet verschüttete Geheimnisse – gestohlene Erinnerungen, uralte Pakte und Machtfragmente, die das Schicksal der Stadt neu schreiben könnten. Jedes Hindernis offenbart, dass es bei ihrer Mission nicht bloß um Diebstahl oder Überleben geht, sondern um Teil eines größeren Spiels, inszeniert von Mächten, die sie lediglich als entbehrliche Schachfigur betrachten.

Am Ende stellt sich nicht die Frage, ob sie der Dark Triad entkommen kann, sondern ob sie die Kraft besitzt, den Kreislauf des Verrats zu durchbrechen und sich von einem Schicksal zu befreien, das sie in einen Schatten verwandelt. Denn das vielleicht größte Gewölbe besteht nicht aus Gold, sondern aus Entscheidungen – und es zu öffnen, könnte sie ihre Seele kosten.

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Der Obsidianboden fühlte sich eisig an Petras Wirbelsäule an. Sie versuchte, sich aufzurichten, doch ihre Muskeln versagten. Sie sank zurück auf den kalten Stein, ihr Atem ging flach und stockend. Über ihr flackerten blaue Flammen in den dunklen Marmorbalken und warfen Schatten, die ein Eigenleben zuckten. Chronos trat in ihr Blickfeld. Seine roten Gewänder schleiften wie ein frischer Blutfleck über den Boden. Er neigte den Kopf, seine Hörner fingen das schwache Licht ein. Er betrachtete sie mit dem Blick eines Mannes auf eine zerbrochene Vase, die er vielleicht noch zusammenkleben kann. „Du hast überlebt“, sagte er. Seine Stimme war leise, fast ein Schnurren. „Die meisten nicht.“ Petra öffnete den Mund, doch ihr Hals fühlte sich an wie mit Sand gefüllt. Kein Laut kam heraus. Er kniete neben ihr nieder und hielt ihr ein Kristallfläschchen hin. Das Wasser darin schimmerte schwach violett. Als sie danach griff, zitterte ihre Hand so heftig, dass das Glas an ihren Zähnen klirrte. Chronos legte seine Finger um ihre, um das Fläschchen zu stabilisieren. Sie hasste es, wie sehr sie diese Berührung brauchte. Das Wasser schmeckte nach Eisen und etwas Scharfem, das ihr bis in die Finger brannte. Es heilte nicht direkt, aber es ließ ihr Herz schneller schlagen. Sie ließ den Kopf auf den Boden fallen und schloss die Augen. „Du bist schwach“, bemerkte Chronos. Er stand auf, sein Gewand raschelte. „Aber du bist nicht zerbrochen. Widerstandsfähigkeit ist eine seltene Gabe, Petra. Ich schätze sie.“ Sie zwang sich, die Augen zu öffnen. Er stand an einem niedrigen Tisch und tippte auf ein Datentablet. Er trat zurück und warf das Gerät neben ihre Hüfte aufs Bett. Der Bildschirm leuchtete mit langen Nullen und Hochsicherheitscodes. „Ein Tresor“, sagte er. „Es ist eine Anlage im äußeren Rand. Quasar-Stein-Credits. Damit kann man sich jahrelang Stillschweigen erkaufen, falls du immer noch fliehen willst.“ Petra starrte auf die Zahlen. Ihre Gedanken überschlugen sich. Solch ein Reichtum bedeutete ein Schiff mit Geistersignal. Es bedeutete ein Refugium in den dunklen Zonen, wo sie niemand finden würde. Es war Freiheit, oder zumindest eine sehr teure Imitation davon. „Du bist interessiert“, sagte Chronos. Er formulierte es nicht als Frage. Petra schleppte sich in eine sitzende Position. Der Raum drehte sich, doch sie klammerte sich so fest an die Bettkante, dass ihre Knöchel weiß wurden. „Wo ist der Haken?“ Chronos schenkte ihr ein langsames, räuberisches Lächeln. „Noch eine Nacht. Wir müssen den Vertrag ordnungsgemäß besiegeln.“ Das Zittern in ihren Händen kehrte zurück. Sie blickte auf ihre Finger hinab und beobachtete, wie sie unkontrolliert zuckten. Eine weitere Nacht bedeutete einen weiteren Energieverlust. Sie konnte sich kaum noch aufrecht halten; Wenn er noch mehr nahm, würde vielleicht nicht mehr genug von ihr übrig sein, um die Credits auszugeben. Doch der Tresor war direkt vor ihnen. Die Aussicht auf einen Ausweg war zum Greifen nah. Chronos hielt seine Hand mit der Handfläche nach oben hin. Er wartete. Petra betrachtete seine Hand, dann die Credits auf dem Bildschirm. Ihre Gier war das Einzige, was lauter war als die Warnrufe ihres Körpers. Chronos fuhr mit den Fingern die Krümmung ihrer Wirbelsäule nach. Petra spürte, wie die Kälte wiederkehrte. Diese Kälte kam nicht von dem schwarzen Kristallbett. Sie kroch aus ihrem eigenen Mark und breitete sich über ihre Haut aus wie Eis auf einer Fensterscheibe. Trotzdem schmiegte sie sich an seine Berührung. Sie presste ihren Atem in flache Stöße, in der Hoffnung, dass sie nach Verlangen und nicht nach einem Todesröcheln klangen. Seine Gemächer waren ein Meisterwerk teurer Ablenkung. Seidene Vorhänge wiegten sich in einer imaginären Brise. Räuchergefäße schwebten durch die Luft und verströmten den Duft von Myrrhe und etwas Scharfem, das ihre Sicht verschwommen machte. Der schwarze Kristall unter ihr fing die blauen Flammen der Dachbalken ein und warf gebrochenes Licht an die Decke. Es war ein wunderschöner Käfig. Sie drehte den Kopf, um seinen Blick zu erwidern. Er musterte sie wie ein Sammler, der ein seltenes Artefakt begutachtet. Er bemerkte jedes Zittern und jeden Atemzug. Petra lächelte und wiegte ihre Hüften, zog ihn näher an sich heran. Die Kälte kroch ihr in die Rippen. „Der Tresor“, murmelte er an ihren Hals. Seine Stimme blieb leise und gesprächig, als würden sie über Stellenbeschreibungen sprechen. „Er befindet sich in der äußeren Niere. Du wirst drei Sicherheitsebenen mit biometrischer Kontrolle überwinden müssen: Netzhautscans, Gensperren und psionische Schutzschilde.“ Petra krallte sich in die Schultern. Sie musste sich konzentrieren. Netzhautscans konnte sie mit der richtigen Ausrüstung umgehen. Gensperren waren schwierig, aber sie hatte Tricks. Die psionischen Schutzschilde waren das eigentliche Problem. Sie erforderten eine Ablenkung, die stark genug war, um die Wachen von ihren Posten zu locken. Chronos bewegte sich, und ein Eisstachel durchbohrte seine Brust. Sie keuchte auf. Er lächelte gegen ihre Haut und verwechselte ihre Qual mit Leidenschaft. „Du musst den Sicherheitsbereich umgehen, ohne die stillen Alarme auszulösen“, fuhr er fort. Seine Hand glitt an ihrer Seite hinab. Wo immer er sie berührte, verschwand ihre Wärme. „Der Tresor ist abgeschirmt. Keine Kommunikation, kein Zugang von außen. Du wirst völlig allein sein.“ Allein war gut. Allein bedeutete, dass niemand ihre zitternden Hände sehen würde. Sie schlang ihre Beine um seine Hüften und zog ihn näher an sich. Sie nutzte die Bewegung, um zu verbergen, wie ihre Muskeln versagten. Er bewegte sich nun schneller. Sie passte sich seinem Rhythmus an, ihr Atem ging stoßweise. Ihre Lungen…Es war voller scharfkantigem Eis. Sie presste ihr Gesicht ins Kissen und biss fest zu. Der Schmerz hielt sie fest. Sie durfte nicht zusammenbrechen, bis der Vertrag besiegelt war. Chronos packte ihren Hals, sein Daumen drückte knapp unter ihren Kiefer. Der Druck zwang sie, ihn anzusehen. Seine roten Augen glühten. Er sah aus wie ein Raubtier, das seine in die Enge getriebene Beute genoss. Ein stechender Schmerz durchfuhr ihren Körper, der die Kälte für einen schwindelerregenden Augenblick durchbrach. Sie schrie auf. Es klang echt genug. Einen Moment später folgte er ihr, sein Griff verstärkte sich, bevor er sich löste. Der Verlust seiner Berührung fühlte sich schlimmer an als die Erschöpfung. Ohne sein Gewicht hatte sie nichts, was sie zusammenhielt. Sie ließ den Kristall zusammenbrechen. Ihre Hände ballten sich zu Fäusten, um das Zittern zu verbergen. Chronos stand auf und richtete seine Robe. Er sah mit einem undurchschaubaren Ausdruck auf sie herab. „Der Vertrag ist besiegelt. Du verlässt ihn in sechs Stunden.“ Die Tür fiel ins Schloss. Petra lag da und starrte an die Decke. Die Kälte war ihr in die Knochen gefahren. Sie versuchte, ihre Hand zu heben, doch sie zitterte so heftig, dass sie sie flach aufs Bett pressen musste. In sechs Stunden würde ihr Team eine Kämpferin erwarten. Stattdessen würden sie nur noch ein Wrack vorfinden. Die Regenerationskapsel zischte, als sie sich entleerte. Petra trat auf die kalten Fliesen und presste die Handflächen gegen die Glaswand. Drei Stunden unter den Impulsheilern. Der Fehler blieb. Sie zwang sich in Kampfstellung. Ziehen, zielen, schießen. Ihr Arm zuckte mitten in der Bewegung. Das geisterhafte Gewicht einer Impulspistole schwankte in ihrer Hand. Sie setzte die Position zurück und versuchte es erneut, doch das Zucken verstärkte sich. Als sie in einen Klingengriff wechselte, krampften ihre Finger so heftig, dass ein echtes Messer über den Boden gerutscht wäre. Petra erblickte ihr Spiegelbild in der polierten Chromwand. Sie sah aus wie ein Geist, der ein luxuriöses Grabmal heimsuchte. Die Tür glitt auf. Ein skelettartiger Diener trat ein, sein Körper in die purpurrote Uniform des Chronos-Syndikats gehüllt. Er stellte einen kleinen schwarzen Koffer auf den Tisch. Mit einem trockenen Klicken öffnete sich der Deckel. Ein Datenkristall pulsierte schwach violett im Inneren. „Die Koordinaten“, sagte der Diener. Seine Stimme klang wie trockenes Laub, das über einen Bass kratzt. „Der Tresor befindet sich im äußeren Rand. Er verfügt über drei aktive Sicherheitsebenen. Sie haben 72 Stunden Zeit, die Extraktion abzuschließen.“ Petra griff nach dem Kristall. Ihre Hand zitterte so stark, dass sie ihn mit beiden Handflächen umfassen musste, um den Chip herauszuheben. Der Diener beobachtete sie mit starrem Blick. „Es gibt eine Komplikation“, fuhr die Kreatur fort. „Der Orden von Um-Mu hat ein Killerkommando zum Tresor entsandt. Sie werden jeden Besucher abfangen.“ Petras Finger umklammerten das violette Licht fester. „Was für ein Team?“ „Fanatiker. Sie glauben, der Tresor müsse für die Ewigkeit versiegelt bleiben.“ Der Wächter neigte den Kopf. „Sie werden dich töten, sobald du ankommst.“ „Das werden sie sicher versuchen“, sagte Petra. Ihre Stimme war ruhig, auch wenn ihre Hände zitterten. Die Tür zischte zu und ließ sie in Stille zurück. Petra stand allein da und starrte auf den leuchtenden Kristall in ihren zitternden Handflächen. Assassinen. Ein Tresor voller Credits. Erebus und Chaos würden innerhalb einer Stunde eintreffen, und sie erwarteten eine kaltblütige Kriegerin, bereit für den Krieg. Sie blickte auf ihre Finger. Sie zuckten wie von selbst, ein rhythmischer Verrat ihres Nervensystems. Ihr Leben lang war sie die schärfste Klinge im Raum gewesen. Nun lastete die Schwere der Mission wie ein Leichentuch auf ihr. Sie steckte den Kristall in ihren Gürtel und umfasste ihr Handgelenk, um die Hand ruhig zu halten. Wenn sie das Zittern nicht stoppen konnte, musste sie eben lernen, damit umzugehen. Im äußeren Randgebiet war kein Platz für Geister, und das Syndikat erstattete keine Kosten für kaputtes Werkzeug. Sie atmete tief durch, strich ihre Jacke glatt und wartete auf die Ankunft der Monster.

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