„Tut mir leid, ich kann das nicht. Ich gehe“, sagte Pamela.
Sie wollte aufstehen, hektisch und ruckartig. In diesem winzigen Moment huschte ihr Blick doch noch einmal hinunter.
Nur zwei Sekunden, aber genug, um die schiere Größe zu erfassen – sein Glied, das „Schwert des Damokles“.
Länge und Umfang übertrafen alles, was sie je gesehen oder sich vorgestellt hatte. Adern traten hervor wie bei einem Gewichtheber. Die Eichel groß und rund wie ein Pilzhut.
Hitze schoss durch ihren Körper, sammelte sich in ihrem Bauch, in ihrer Kehle. Ein verbotenes Verlangen. Hör auf, Pamela!
„Du bleibst, und du wirst bezahlt“, bellte Justin.
„Das ist meine Entscheidung. Und ich entscheide mich zu gehen“, erwiderte Pamela scharf.
„Man wird dich finden und bestrafen. Deine Tochter wird dir weggenommen. Das kann ich veranlassen“, drohte er giftig.
Pamela hielt inne. Die frühere Lässigkeit war wie weggeblasen. Er war gefährlich.
„Du bist nicht schlimmer als mein Mann. Wir werden überleben“, sagte sie. „Leute wie du haben Macht, Reichtum, Einfluss – und denken, sie könnten alles tun. Ja, das könnt ihr. Aber genau deshalb werdet ihr nie Frieden finden. Deshalb hat es dich erwischt. Tu, was du willst, ich gehe. Viel Glück, uns zu finden.“
Sie drehte sich um und ging.
„Bitte bleib“, kam seine Stimme.
Das Flehen traf sie unvorbereitet. Sie erstarrte. Sie hatte nicht geglaubt, dass er betteln könnte. Langsam drehte sie sich um.
„Nein“, sagte sie. „Das ist nicht das, wofür ich unterschrieben habe.“
Seine Augen wurden schmal, die frühere Dominanz wich aus seiner Stimme, als er wiederholte: „Bitte bleib.“
Er war nicht mehr der arrogante Herrscher von vorhin. Verletzlich, fast zerbrechlich.
„Bitte“, sagte er noch einmal, noch leiser. „Ich glaube … ich brauche dich, um wieder gesund zu werden. Ich hatte so viele Frauen, die sich für mich ausgezogen haben, und nichts ist passiert. Eine einzige Berührung von dir – und ich bin hart. Du bist das, was ich zur Heilung brauche.“
Pamela kniff die Augen zusammen. Sie sah die Aufrichtigkeit, die nackte Verletzlichkeit – doch ihr Misstrauen blieb. Er war ein Frauenheld. Ein Manipulator.
„Ich suche Schutz vor einem Mann, der meine Tochter anbrüllt und mich herumkommandiert. Genau das hast du heute Abend getan. Was nützt das ganze Geld, wenn ich weder Frieden noch Freiheit für mein Kind habe?“
Sie drehte sich wieder zur Tür.
„Bitte bleib“, hielt seine Stimme sie erneut auf. Ihre Hand lag schon am Türgriff.
„Meine Kindheit war die Hölle“, fuhr er fort. „Ich habe gesehen, wie meine Mutter starb, bin ohne Liebe aufgewachsen. Das Einzige, was mir blieb, war Freiheit ohne Moral – weil ich jederzeit sterben konnte. In dieser ganzen Zeit als Krüppel habe ich mich noch nie so sicher gefühlt wie mit dir in meiner Nähe. Bitte bleib. Lass mich ein besserer Mensch werden. Ich brauche dich – nicht nur für meine Verletzung, sondern für meine Seele.“
Er hatte sich entblößt, seine ganze Verletzlichkeit preisgegeben. Die Ehrlichkeit war erschreckend und zugleich berührend. Er war nicht nur ein reicher Playboy – er war ein beschädigter Mann, der nach echter Verbindung hungerte.
Pamela zögerte, die Hand noch am Türgriff. Das Gewicht der Entscheidung lastete schwer auf ihr.
Sie drehte sich ein letztes Mal um. Seine Erregung war verschwunden. Sie musste nicht hinsehen, um sein Gesicht zu erkennen.
Die Komplexität – seine Bedürfnisse, ihre eigene gefährliche Lage – bildten ein Netz aus unmöglichen Entscheidungen.
Schließlich flüsterte sie: „Ich denke darüber nach.“
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Am nächsten Morgen um 9 Uhr klopfte Pamela an Justins Tür.
„Herein“, rief er, seine Stimme ohne den gewohnten spöttischen Unterton.
„Ich wollte Ihnen sagen, dass ich mich entschieden habe. Ich gehe“, sagte Pamela fest, obwohl ein kleiner Stich der Schuld sie bei seinem traurigen Gesicht durchzuckte. Sie ließ sich nicht erweichen.
„Meine gesamte Familie, der ganze Statham-Clan, kommt heute zu den Feiertagen in die Stadt“, begann Justin. „Helfen Sie mir, mich anzuziehen. Bringen Sie mich in den Hof, damit ich sie empfangen kann. Sie sollen mich nicht ungepflegt und schmutzig sehen. Danach können Sie gehen. Sie bekommen Ihr Geld für gestern und heute.“
Pamela überlegte. Anziehen bedeutete erst einmal waschen. Aber er würde sich selbst waschen müssen. Widerwillen stieg in ihr auf. Sie seufzte schwer.
„Du hast es schon gesehen“, sagte Justin, der ihre Gedanken erriet. „Es ist nichts Neues mehr. Bitte hilf mir.“
Mit „es“ meinte er eindeutig sein Glied. „Ich will das Geld nicht, und Sie waschen sich selbst. Ich helfe nur beim Anziehen“, sagte Pamela. „Einverstanden.“
Sie war versucht. Versucht, sein Glied zu berühren, zu spüren, vielleicht sogar … Sie hatte seit zwei Jahren keinen s*x mehr gehabt. Mathias hatte außerehelich Frauen gehabt, sie hatte sich zurückgehalten.
Sie wusste: Wenn Justin weiter nackt vor ihr stand, würde sie schwach werden und eine von denen werden, die er genommen hatte. Das wollte sie nicht.
Da lugte Gabriellas kleines Gesicht hinter der Tür hervor.
„Hallo Gabriella“, rief Justin und hob schwach die Hand.
Pamela sah, dass er sanfter war als gestern. Aber sie schob es beiseite – er spielte nur Theater.
„Hallo, Herr …“, begann das Kind und stockte.
„Justin. Sag einfach Justin“, sagte er überraschend mild. Gabriella lächelte schüchtern, und dieses Lächeln ließ Pamelas Entschlossenheit noch mehr bröckeln.
„Gabriella, geh ins Wohnzimmer. Wir gehen gleich“, sagte Pamela. Das Kind verschwand.
Pamela trat zu Justin, nahm seine Hand und half ihm, sich aufzusetzen. Dann hievte sie ihn vorsichtig in den Rollstuhl.
Er war noch nackt, sein Glied lag schlaff da.
Sie schob ihn ins Bad, wo er sich selbst wusch. Danach half sie ihm beim Anziehen – langsam, aber es würde das letzte Mal sein.
Als er fertig war, rollte sie ihn in den Hof. Gerade rechtzeitig. Das Tor öffnete sich, ein schwarzer Wagen fuhr vor.
Der Chauffeur öffnete die Tür, ein großer, älterer Mann mit demselben markanten Kinn und dunklen Haaren wie Justin stieg aus.
„Mein älterer Bruder Job“, erklärte Justin.
„Ich sehe“, sagte Pamela. Sie kannte die drei Statham-Brüder: Job, Jonas und Justin – in dieser Reihenfolge geboren und bevorzugt. Job war in dunklen Geschäften.
Job trat näher. „Kleiner Bruder Justin, das ist das Leben, das du eigentlich führen solltest. Sag mal, ist das hier eine neue Fantasie?“
„Job, das geht dich nichts an“, erwiderte Justin.
„Ist sie deine Haushälterin?“, fragte Job.
Keine Antwort.
Job lachte. „Oder deine Hure? Wie oft hast du sie seit gestern Nacht schon genommen? Bald bist du wieder in allen Schlagzeilen. Selbst gelähmt verkauft sich gut …“
„Ich gehe“, schnitt Pamela ihm das Wort ab.
„Oh“, sagte Job, wechselte den Blick zwischen ihr und Justin und lachte höhnisch. „Der ganze Statham-Clan sollte kommen – Onkel, Tanten, Cousins, Nichten, Neffen –, aber niemand will etwas mit einem Womanizer zu tun haben. Jetzt haut sogar die ab. Wir können nicht mal Personal halten; niemand will die nächste Schlagzeile sein. Du bist erledigt, Justin. Gib mir einfach die Familienschätze und stirb in Frieden.“
Pamela sah zu Justin. Sein Kopf war gesenkt. Eine einzelne Träne lief ihm über die Wange. Sie hatte einen unbesiegbaren Playboy erwartet – stattdessen sah sie einen gebrochenen Mann.
Das war er. Das Ziel von Skandalen, das er ignorierte. Gehasst von seiner eigenen Familie. Verstoßen. Er weinte.
„Hör auf zu weinen, Justin“, sagte plötzlich Gabriella, die wie aus dem Nichts aufgetaucht war. Sie hielt seinen Mittelfinger fest und lispelte.
Job zwinkerte Pamela zu. „Du“, sagte er. „Willst du nicht lieber für mich arbeiten? Bei mir musst du keine alte Mutter pflegen, ich zahle besser, und du hast es nicht mit einem Egozentriker und Krüppel zu tun.“
Pamela sah Justin an. Sein Kopf hing tief, die Augen gesenkt. Ein krasser Gegensatz zu dem arroganten Mann von gestern.
Sie brauchte nicht nur Geld. Sie brauchte Schutz vor der Außenwelt, vor ihrem Mann. Bei Justin würde sie das nicht finden. Nur ein riesiges Glied und kostenlose Schlagzeilen.
Nach langem Schweigen hob sie den Blick zu Job. „Ich bleibe bei ihm“, sagte sie, legte Justin die Hand auf die Schulter und streichelte seinen Rücken. „Ich bleibe bei dir.“
„Oh“, sagte Job überrascht. „Zum ersten Mal wählt jemand dich statt mich. Na dann, wir werden sehen.“ Er stieg wieder ein und fuhr davon.
Justin hob den Kopf, sah erst Gabriella, dann Pamela an. Er lächelte schwach. „Danke, Pam“, flüsterte er. „Du bist meine Stärke. Ich werde für dich kämpfen, so wie du für mich gekämpft und mir den ersten Sieg über meinen Bruder beschert hast. Jetzt kämpfen wir gemeinsam gegen die Welt.“