II. Reise nach Hause

3090 Words
Durch das Erzittern des absterbenden Motors werde ich wach. Kurz bin ich ein wenig orientierungslos, doch dann weiß ich wieder wo ich bin. Und mit wem. Jan sitzt neben mir, fährt sich durch die dunklen Haare und blickt missmutig aus dem Fenster. Ich richte mich auf und ziehe die Beine an. „Stau. Oder besser: Absoluter Stillstand.", brummt er und seufzt dann. Ich angle nach der Flasche und trinke sie in langen Zügen leer. Dann hole ich hinter meinem Sitz die zweite hervor und reiche sie ihm. „Du musst auch etwas trinken." Er tut wie geheißen und dreht dann die Musik wieder lauter. Zum Glück kein Springsteen. „Wo sind wir?", frage ich, in der Hoffnung, dass ich eventuell aussteigen und den Rest mit der Bahn fahren könnte. „Österreich.", antwortet Jan mir nur brummig und dreht sich dann um. Ich seufze. Das war unpräzise und weit. Dann bittet er, dass ich ihm die Brötchen gebe. Ich hole die Jause hervor, die wir in Italien noch gekauft haben und wir essen stumm. „Wie geht es Luca?", frage ich dann in die Stille. Sie war unangenehm, beinahe drückend. „Gut. Rosa übertreibt es allerdings. Er lernt jetzt schon Englisch und Französisch." Die Missbilligung in seiner Stimme ist nicht zu überhören, doch er spricht nicht weiter darüber. Stattdessen fragt er mich, was ich nach meinem Masterabschluss mache, wie meine neue Mitbewohnerin und die neue Wohnung ist und er schafft es ganz nebenbei die Frage einzuflechten, ob ich zur Zeit jemanden sehe. Doch mein Leben ist vorhersehbar wie eine Inga Lindström Verfilmung, wenn auch nicht ganz so kitschig. Ich bleibe im Team von Doktor Lehmann, meine neue Mitbewohnerin ist scheiße und die neue Wohnung zugig, schimmlig und alt. Nein, ich sehe niemanden, da ich nach der Trennung von ihm nur eine Enttäuschung nach der anderen erlebt habe und das Thema Männer vorerst an den Nagel gehängt habe. Ich kann mich ganz gut um meine Orgasmen kümmern und Gurkengläser brauche ich nicht öffnen. Aber das sage ich ihm natürlich nicht. Dann sehe ich auf die Uhr. Es ist bereits zehn. „Soll- soll ich fahren?", frage ich zaghaft. Er hat mich nie fahren lassen. Aber ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass wir sonst immer nur kurze Strecken mit dem Auto gefahren sind, oder ob er mir seinen Wagen nicht anvertrauen will. „Vielleicht später. Falls wir hier jemals wieder wegkommen.", seufzt er und startet den Motor, denn es scheint, als ob wir uns endlich weiter bewegen. Das Radio hat von einem Unfall berichtet, der allerdings bald beseitigt sein sollte. Tatsächlich setzt sich die Kolonne langsam aber sicher in Bewegung. Doch nur für gut einen Kilometer. Dann steht erneut alles. Wir seufzen beide synchron und müssen dann darüber grinsen. Ich hasse es. Es wäre so viel einfacher, wenn wir uns nicht mehr verstehen würden. „Kekse wären toll.", brummt Jan neben mir, als könne er meine Gedanken lesen. Wir stehen auf der mittleren Spur und ich trinke gedankenverloren aus der Flasche. Der Fahrer neben mir, ein leicht genervt wirkender Familienvater, redet gerade mit seiner Frau und fährt sich dann verzweifelt übers Gesicht. Ich sehe zu dem kleinen Mädchen hinter ihm. Sie malt mit müden Augen auf dem Fenster und drückt ab und an ihre Nase dagegen. Ich muss lächeln und als sie mich sieht, beginne ich, Grimassen zu schneiden. Sie winkt und bläst ebenfalls ihre Backen auf. Dann geht es wieder einige Meter weiter und wir kommen versetzt zum Stehen. Die Durchsage im Radio ist eindeutig und nach einigen Minuten dreht Jan wieder den Motor ab. „Kann ich mir die Beine vertreten?", frage ich ihn und schnalle mich bereits ab. Er nickt und meint dann: „Gute Idee." Wir steigen beide aus und strecken uns ausgiebig, genauso wie einige andere Autofahrer. Viele sehen abgekämpft aus. Hier und da sind ein paar ziemlich genervte Gesichtsausdrücke, doch die meisten haben sich damit abgefunden. Genau wie wir. Jan holt eine weitere Flasche Wasser aus dem Kofferraum und ich laufe einige Autos vor und zurück, noch immer in meinen hochackigen Schuhen. Es ärgert mich, dass ich meine flachen bereits am ersten Tag ruiniert habe und jetzt in den Heels herumstolzieren muss. Immer noch besser als barfuß, denke ich und werde von einem Klopfen aus meinen Gedanken gerissen. Das kleine blonde Mädchen von vorhin. Ich winke ihr durch die Scheibe und schiele mit meinen Augen auf meine Nasenspitze. Sie lacht und winkt mir. Ihr Vater grinst mich aus dem Fenster an und ich winke ihm, als ich vorbeigehe. Jan knöpft sich das Hemd auf, als ich zurückkomme. Er hat vorhin schon davon gesprochen, es zu wechseln. Dass er es so medienwirksam direkt hier auf der Autobahn tun würde, hatte ich nicht gedacht. Ich kann nicht anders und betrachte ihn ausgiebig, während er sich in den Kofferraum beugt, um ein bequemes T-Shirt rauszukramen. Er sieht gut aus. Natürlich. Ich habe eigentlich nichts anderes erwartet, aber irgendwie würde ich mich besser fühlen, wenn er nicht so gottverdammt heiß aussehen würde. „Sorry!", sagt jemand hinter mir und ich werde an der Schulter angetippt. Der Vater mit seiner blonden Tochter und seine ebenso blonde Frau stehen hinter mir. Ich hoffe, dass sie mein Starren nicht bemerkt haben. Der Doktor zieht sich endlich das Shirt über den Kopf, als ich ihn unsicher anlächle. „Habt ihr vielleicht noch einen Schluck Wasser für Annika?", fragt er mich höflich. Ich höre, wie der Doktor hinter mir den Kofferraum schließt. „Klar!", antworte ich und eile auf ihn zu ehe er sich ins Auto setzt und startet. Dann kann ich den Kofferraum nicht mehr öffnen. „Jan, mach die Klappe auf.", rufe ich ihm zu, als er sich auf den Fahrersitz zubewegt. Er reagiert nicht. „Doktor!", rufe ich genervt und sofort dreht er sich um. Ha! Es scheint ihn ebenso zu durchzucken wie mich, doch er kann es wesentlich besser überspielen, kommt auf uns zu und bevor er etwas sagen kann, wiederholt der Vater seine Frage. „Selbstverständlich. Wie könnte man so einem Engel auch was abschlagen.", ruft Jan theatralisch und zwinkert der kleinen zu. Sie kichert und hält sich die Hand vor den Mund. Dann öffnet er den Kofferraum und holt eine unserer Flaschen hervor. Zum Glück habe ich einen hamsterartigen Drang, für sämtliche Eventualitäten vorzusorgen und unsere Vorräte würden bestimmt für einen weiteren Stautag reichen. „Kann ich euch für einen Dosenkaffee erwärmen? Ariane hat acht davon gekauft", lacht Jan und reicht die Dosen an Lars und Martina weiter. Wir unterhalten uns eine Weile, bis Annika ungeduldig wird und an meinem Rock zupft. Ich ziehe wieder ein paar Grimassen. „Willst du was spielen?", frage ich sie und sofort nickt sie. Ich reiche ihr die Hand gemeinsam gehen wir durch die stehenden Autos und versuchen zuerst das Kennzeichen zu finden, dass den weitesten Weg nach Hause hat. Ein Schwede mit Wohnmobil hat schlussendlich gewonnen, als wir umdrehen. Ich hebe Annika hoch und trage sie zurück, da sie schon ziemlich müde und quengelig ist. Dabei suchen wir das lustigste Kennzeichen. Leider ist nichts wirklich Witziges dabei und als ich zurück zum Wagen komme, packen unsere Staufreunde eben die Keksverpackung weg. Mein enttäuschtes Gesicht spricht wohl Bände, denn mit einem Grinsen im Gesicht reicht Jan mir seinen Keks und die Dose Kaffee. Ich nehme sie dankend an, nachdem ich Annika abgesetzt habe und Jan reicht ihnen noch eine Flasche Wasser für den weiteren Weg. Sie bedanken sich, Annika winkt und Jan packt zusammen. „Nettes Pärchen.", höre ich Martina sagen und erneut spüre ich diesen Stich in der Brust. Wir steigen ein und die Kolonne setzt sich nun endgültig in Bewegung. Für einen Stau dieses Ausmaßes löst er sich relativ rasch auf und bald brausen wir wieder dahin. Wir schweigen beide und nur die leise dahinplätschernde Musik aus dem Radio unterbricht die eintönige Fahrt. Ich habe keine Lust, mit ihm zu sprechen. Selbst wenn, ich wüsste nicht einmal, worüber. Wir haben uns nicht wirklich was zu erzählen und Smalltalk haben wir schon abgehakt. Ich seufze. Früher hatten wir uns immer etwas zu erzählen. Stumm rüge ich mich für diesen Gedanken. Ich muss endlich aufhören, immer an früher zu denken. Niedergeschlagen streiche ich mir die Haare aus dem Gesicht und lege den Kopf nach hinten. „Sie haben gefragt, wie lange wir schon verheiratet sind.", sagt Jan plötzlich in die Stille. Ich öffne die Augen und sehe ihn an. Was soll ich darauf antworten? „Wie kommen sie darauf?", frage ich und beiße in einen Apfel. Er zuckt mit den Schultern und wirft mir einen schnellen Blick zu. „Trägst du ihn immer?", fragt er dann. Ohne zu überlegen weiß ich, wovon er spricht. Der schmale goldene Ring an meinem Finger. Gedankenverloren drehe ich ihn ein wenig. „Ja.", gebe ich dann mit leicht roten Wangen zu. Iris hat versucht mich dazu zu bringen, ihn abzunehmen. Aber ich kann nicht. Immer wenn ich den Ring ansehe, muss ich an meine gemeinsame Zeit mit dem Doktor denken. Mit meinem Doktor. An all die schönen Stunden und das unbeschreibliche Gefühl, dass ich damals hatte. Iris nennt mich Masochistin deswegen und versucht immer wieder zu verstehen, warum ich ihn nicht einfach zurückgebe, oder wenigstens abnehme. Aber sie versteht es einfach nicht. Der Ring ist Symbol für eine Zeit, in der alles noch vollkommen schien. Nachdem mein Leben Stück für Stück um mich zusammengebrochen ist, während ich versucht habe, meine kleine Seifenblase zu schützen, ist dieser Ring alles, was ich noch davon habe. „Ich mag, dass du ihn trägst.", flüstert der Doktor rau. Ich starre weiter auf das Metall und mache dann: „Mh." „Ich denke oft an dich, Ariane", flüstert er weiter. Mir rieselt ein wohliger Schauer über den Rücken beim Klang seiner leicht belegten Stimme. „Du solltest das Video von uns endlich vernichten.", erwidere ich dann kühl und sehe wieder aus der Frontscheibe. Er seufzt leise und antwortet ebenso emotionslos: „Das sollte ich vermutlich. Immerhin ist es nichts Besonderes." Ich zucke bei seinem letzten Satz zusammen und er sieht es. Mein Blick bleibt starr auf die Straße gerichtet und zu allem Überfluss beginnt die Playlist von vorne. Rasch versuche ich mich mit dem Tasten nach einer neuen Flasche abzulenken. Zwischen meinen Fingern spüre ich den weichen Stoff seines Sakkos und ziehe es nach vorne, als es immer wieder über die Flaschen rutscht. Ich lege es sorgfältig auf meinen Schoß und bekomme dann das Plastik zu fassen. „Kann ich mir das ausborgen?", frage ich schließlich doch und ohne mich anzusehen nickt Jan. Ich ziehe mir das Sakko über die Schultern und lehne mich dann wieder gegen die Glasscheibe. Mittlerweile habe ich aufgehört ihm anzubieten, zu fahren. Obwohl ich eigentlich nichts tue, als auf dem Beifahrersitz zu sitzen und zu versuchen, nicht daran zu denken, was vor gut anderthalb Jahren noch zwischen uns war, bin ich erschöpft und müde. Immer wieder döse ich ein und werde von einem schrägen Traum in den anderen gezogen. Meistens handelt es sich um Erinnerungsfetzen meiner Vergangenheit mit dem Doktor, aber auch Annika taucht in meinen Träumen auf und Iris, meine Mutter und die Villa. Als ich endgültig hochschrecke sehe ich gerade noch die verschwommene Ortstafel meiner ehemaligen Heimatstadt. Es gießt in Strömen und man kann kaum die Autos vor einem ausmachen. „Ich fahre dich morgen nach Hause, Ariane.", brummt Jan, als er gerade in seine Straße einbiegt. „Nein- ich- wo soll ich bleiben? Ich- Ich fahre mit der Bahn.", wehre ich mich und suche sofort nach meinem Handy. „Quatsch! Es fährt keine Bahn mehr und die eine Nacht kannst du bei mir schlafen.", meint er und setzt schon den Blinker, um in die Garage zu fahren. „Schon okay, ich kann einen Nachtbus nehmen." Meine Stimme ist ein wenig hysterisch und ich hoffe nur, dass er es nicht gehört hat. „Sei nicht albern.", knurrt Jan, als er einparkt und dann aussteigt. Er streckt sich ausgiebig und hat mit schnellen Schritten das Auto umrundet, um mir die Tür zu öffnen. Ich sitze kreidebleich auf meinem Platz und überlege ernsthaft, einfach wegzulaufen. Ich kann nicht hierbleiben. Nicht bei ihm. Nicht nach so einem anstrengenden Tag. Ich will nach Hause. Ich will unter die Dusche. Und vor allem will ich nicht mehr so tun, als wäre mir in seiner Nähe nicht zum Heulen zumute. Mechanisch steige ich aus, helfe ihm die Sachen aus dem Kofferraum zu holen und dann gehen wir stumm nach oben, in die altbekannte Wohnung. Währenddessen scheint er mich nicht aus den Augen zu lassen, als würde er ahnen, dass ich abhauen will. Er geht stets nur ein paar Schritte hinter mir und lässt mir keine Wahl, als seinem Wunsch zu gehorchen. Selbst als er aufschließt lässt er mich nicht unbeobachtet. Ich erblicke die mir so bekannte Wohnung und kann mich gegen das sanfte Gefühl von zu Hause nicht wehren. Jan bietet mir an, mich duschen zu gehen, während er seinen Koffer ausräumt. Ich nehme das Angebot an. Eine heiße Dusche wird die Lebensgeister in mir wecken und dann kann ich überlegen, wie ich weiter vorgehen werde. Das heiße Wasser belebt mich tatsächlich und ich muss den Kopf über meine kindische Angst schütteln. Was sollte denn schon passieren? Ich würde mich hier ausruhen und morgen dann frisch und ausgeruht nach Hause kommen. Jan steht im Bad und legt mir frische Klamotten neben das Waschbecken, als ich das Wasser abdrehe. „Was machst du da?", frage ich leicht empört und höre sein amüsiertes Schnauben. „Ich gebe dir frische Kleidung." „Ich habe noch was Ungetragenes, danke.", erwidere ich schroffer als beabsichtigt und warte, bis er das Badezimmer verlassen hat, bevor ich aus der Dusche steige. Ich ziehe meine frische Wäsche an und kann nicht umhin anzusehen, was er mir hingelegt hat. Das war ein Höschen von mir. Ich dachte, er hätte mir all meine Sachen zurückgegeben. Und ein T-Shirt. Das habe ich immer getragen, wenn ich mir eines von ihm geliehen habe. Es hat immer so gut nach ihm gerochen. Gedankenversunken streiche ich über den weichen Stoff. Ich mochte es, wie es sich auf meiner Haut anfühlte. Es war sanft und kühl und es schmiegte sich hervorragend an meine Brüste. Der Doktor hat immer aufgeseufzt, wenn ich es mir über den Kopf gezogen habe. Ich muss lächeln, als ich daran denke. Er hat es gemocht, wenn ich mir ein Glas aus dem oberen Schrank geholt habe, denn dann ist es mir über den Po gerutscht. Ich habe es ein paar Mal ausgenutzt, dass es ihm so gut gefiel. Natürlich hat er mich durchschaut, aber er hat meistens mitgespielt. „Du sahst unverschämt heiß darin aus.", kommt es leise von der Tür zum begehbaren Schrank. Erschrocken sehe ich auf. In seinen dunklen Augen lodert es heiß auf und ich sehe schnell zur Seite. „Du kannst es dir gerne borgen. Um alter Zeiten willen.", raunt er und kommt ein paar Schritte auf mich zu. Er trägt nur noch seine Jeans und gibt den Blick auf seine Brust frei. Er hat alles genau geplant, schießt es mir durch den Kopf. „Du willst mit mir schlafen.", stelle ich betont gleichgültig fest. Er legt den Kopf ein wenig schief. „Behaupte nicht, du hättest nicht eben auch noch daran gedacht.", seufzt er und bleibt dicht vor mir stehen. Ich kann ihn nicht anlügen, meine Brustwarzen drücken sich schon durch den dünnen Stoff meines Shirts. „Ich denke, ich lehne dein Angebot ab." „Ach Ariane. Was ist schon ein wenig harter Spaß nach einem harten Tag? Wir hätten es uns nach dieser Tortur verdient, guten s*x zu haben.", raunt er mir leise zu und streicht eine Strähne meiner Haare zurück. Meine Knie werden weich und ich muss schlucken, dennoch schüttle ich den Kopf. Er grinst mich überlegen an und öffnet seinen Gürtel. Ich raufe rasch meine Kleidung vom Boden auf und gehe ins Wohnzimmer, ohne mich noch einmal umzudrehen. Was ist nur in mich gefahren? Ich kann doch nicht wirklich so wenig Selbsterhaltungstrieb haben, dass mich ein bisschen tiefes Brummen und sanfte Nähe so um den Verstand bringen. Ich schüttle den Kopf und hole meinen Kulturbeutel aus meinem Koffer. Jan kommt aus dem Bad, nur ein Handtuch um die Hüften geschlungen. „Ich dachte, du leistest mir Gesellschaft.", knurrt er unzufrieden. Da ist es wieder. Dieses Prickeln überall auf meiner Haut, sobald er so mit mir spricht. „Ich bin schon sauber." Meine Stimme ist dünn und unsicher. Ich könnte im Boden versinken. Jan zieht triumphierend die Braue nach oben und kommt dann langsam auf mich zu. Ich bleibe wie erstarrt stehen und versuche ihn nicht anzusehen. Er steht so dicht vor mir, dass ich die Wärme seines Körpers auf meiner Haut spüren kann. Sein rauer Atem streicht meine Wange und wie hypnotisiert sehe ich auf, direkt in seine lustvollen Augen. „Nur ein klein wenig unschuldigen Spaß.", flüstert er und beugt sich zu mir runter. „Du bist nicht unschuldig.", entgegne ich und mache einen Schritt nach hinten. Er schnaubt genervt auf und reibt sich mit der Hand den Nacken. Er gibt die beste Sicht auf seinen Körper frei und ich kann nicht widerstehen und riskiere einen Blick. „Aber du dafür umso mehr.", knurrt er und dann hat er mich schon an der Hand gepackt und an sich gezogen. Vollkommen widerstandslos lasse ich mich an seine Brust drücken und schlinge die Arme um ihn. Ein kleines Grinsen huscht über seine Züge und dann streicht er mir eine Haarsträhne hinters Ohr. Sein Daumen fährt über meine Wange und seine Hand gleitet in meinen Nacken. Automatisch öffne ich meine Lippen ein wenig und er schließt die kurze Distanz zwischen unseren Mündern rasch, bevor ich es mir anders überlege. Seine weichen Lippen legen sich auf meine und beinahe sofort durchströmt mich ein elektrisierendes Gefühl, als würde ich soeben wiederbelebt werden. Ich öffne die Lippen, um seiner Zunge Einlass zu gewähren und er kommt dieser Einladung sogleich nach. Er spielt mit mir und zieht mich dabei immer weiter an sich. Während seine Zunge immer fordernder mit meiner spielt, schlinge ich die Arme um seinen Hals und strecke mich ihm entgegen. Sein Kuss entlockt mir ein Stöhnen und wird immer heißer, bis wir uns schließlich beide mit pochendem Herzen gerade so voneinander lösen. Jan drückt mir einen Kuss auf die Stirn. „Eine Nacht, Baby.", raunt er verlockend und ich schließe die Augen. Baby. Ich spüre die brennenden Tränen in meine Augen steigen und das erregte Kribbeln in meiner Mitte. „Eine Nacht. Kein Baby. Kein Doktor. Nur s*x. Und morgen fährst du mich sofort nach Hause."
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