Kapitel 14 – Der Schatten im Feuer

1094 Worte

Die Luft in der inneren Höhle war so schwer, dass Elena kaum atmen konnte. Das Wispern der Runen an den Wänden schwoll an, je länger sie auf den Monolithen starrte. Es war, als ob die Stimmen der Toten durch den Stein zu ihr sprachen – uralte Eide, Blutschwüre, die niemals endeten. Doch dann bebte der Boden. Erst wie fernes Grollen, dann wie ein Donnerschlag. Staub rieselte von der Decke, die Fackeln flackerten wild. Ein Schrei hallte durch die Gänge – kein menschlicher Schrei, aber auch kein bloßes Wolfsheulen. Es war ein Klang, der aus beiden Welten kam, so tief, dass Elenas Herzschlag mit ihm in Resonanz geriet. Lucien hob den Kopf, und zum ersten Mal wich ein Hauch von Ernst in seine Züge. „Er wagt es.“ Seine Stimme war kaum hörbar, doch sie trug eine gefährliche Schärfe. „Er kommt h

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