Kapitel76 - Schattenzeichen

976 Worte

Der Wald lag still, als hätte er den Atem angehalten. Nebel hing zwischen den hohen Stämmen wie ein schwerer Vorhang, der alles dämpfte – die Schritte des Trupps, das Wispern des Windes, selbst die Stimmen der Männer. Adrian fühlte die Stille nicht als Frieden, sondern als Druck. Jeder Laut, den sie machten, schien zu viel, ein Verstoß gegen ein ungeschriebenes Gesetz. Sie waren schon lange unterwegs, doch Adrians Gedanken blieben nicht bei den Spuren der Feinde, sondern wanderten unaufhörlich zurück. Zu ihr. Zu Elena. Und zu dem Kind. Er sah noch immer die kleinen Hände, wie sie sich verzweifelt nach ihm ausgestreckt hatten, das Schreien, das nicht nachließ, bis der Nebel ihn verschluckte. Kein gewöhnlicher Schrei. Nein – ein Laut, der ihn tief im Innern erschüttert hatte. Wie eine Ahnu

Kostenloses Lesen für neue Anwender
Scannen, um App herunterzuladen
Facebookexpand_more
  • author-avatar
    Schriftsteller
  • chap_listInhaltsverzeichnis
  • likeHINZUFÜGEN