18.

1025 Worte

**Tommy** Ich konnte nicht stillsitzen. Meine Eltern gingen wie immer ihrem gewohnten Tagesablauf nach — Vater in seinem Arbeitszimmer, mit Zeitung und endlosen Telefonaten, Mutter im Gespräch mit dem Personal über irgendein belangloses Detail zu den Leinen im Sommerhaus. Ich hätte lernen sollen. Aber die Bücher lagen unberührt vor mir, und jedes Wort, das ich zu lesen versuchte, glitt mir aus den Gedanken, kaum dass ich es erfasst hatte. Vor meinem inneren Auge sah ich nur Emmas Gesicht von letzter Nacht. Blass. Still. Und dann heute Morgen — ihr Vater in der Tür, müde, ernst, seine Worte leise: Sie sei krank. Zu krank, um mich zu sehen. Zu krank, als dass ich etwas hätte tun können, außer dumm dazustehen, zu nicken und zu versprechen, morgen wiederzukommen. *Morgen.* Ein Wort, da

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