Die Abrechnung des Herzens-1b

887 Worte

Die Dunkelheit verschlang mich. Nicht die Art, die man mit geschlossenen Augen sieht, sondern die, die atmet – die sich an meine Haut presst, meine Angst schmeckt. Mein Körper fiel oder schwebte – ich wusste es nicht mehr. Es gab keinen Boden. Keinen Himmel. Nur das Echo dieses einen Schreis … meines. Aber etwas hielt mich fest. Keine Hände. Kein Wind. Ein Sog. Als ob der Herzstein noch immer in mir pulsierte, obwohl ich ihn nicht spüren konnte. „Sturm …“, sagte eine Stimme – leise, aber brüchig wie altes Eis. Ich drehte mich um. Langsam. Die Dunkelheit wich zurück und gab sie frei. Meine Mutter stand barfuß in der Leere, ihr weißes Haar offen, nicht mehr in Kriegerzöpfen gebunden. Ihre Augen schimmerten – nicht vor Wärme, sondern vor Trauer. Tiefer, endloser Trauer. „Du solltest nic

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