Falsche Morgendämmerung

971 Worte

Der Wald war zu still. Keine Vögel. Kein Wind. Nur diese seltsame Leere, als hielte die Welt den Atem an. Ich schloss meine Finger fester um den Herzstein. Er pulsierte – nicht rot, nicht weiß – etwas dazwischen, wie Asche im Sturm. Chase stand neben mir, still, aber seine Schultern angespannt. Er hatte nicht viel gesagt, seit der Himmel sich verdunkelt hatte. „Spürst du das?“, flüsterte ich. Er nickte. „Es ist, als ob die Welt schläft … aber zusieht.“ Bevor ich antworten konnte, bewegte sich eine sanfte Hitze in der Luft. Sie kam von den Bäumen – kein Rauch, kein Feuer – sondern Licht. Licht, geformt wie ein Mann. Solun. Er trat aus den Schatten, keine Schritte, kein Geräusch, nur Präsenz. Sein Körper war in weiße Flammen gehüllt, sein Gesicht hinter einer Halbmaske aus verbranntem

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