Episode forty four

1156 Worte

Lea Dr. Ingrid Webers Praxis war ganz anders, als ich erwartet hatte. Wo ich mir distanzierte Atmosphäre vorgestellt hatte – Ledersessel, Mahagonischreibtische und Wände voller juristischer Fachliteratur –, empfing mich eine warme Atmosphäre. Der Empfangsbereich war wohl aus dem Wohnzimmer eines Stadthauses umgebaut worden, komplett mit abgenutzten Orientteppichen, zusammengewürfelten antiken Möbeln und einem Kamin, in dem tatsächlich noch ein knisterndes Feuer brannte. Die Wände waren nicht mit Diplomen, sondern mit Kunstwerken bedeckt – Gemälden, Fotografien und gerahmten Kinderzeichnungen. Die Sprechstundenhilfe war bereits nach Hause gegangen, aber Dr. Weber selbst empfing uns an der Tür. Sie war in ihren Sechzigern, hatte silbergraues Haar, das zu einem praktischen Dutt hochgesteck

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