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Der Mann, der mich belogen hat

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Blurb

BLURB

Aria Blake hat ihr Leben im Griff. Klare Ziele, feste Strukturen, keine unnötigen Risiken, zumindest redet sie sich das ein. Gefühle hält sie auf Abstand, denn Kontrolle bedeutet Sicherheit.

Bis sie ihm begegnet.

Kael Donovan wirkt wie jemand, den man besser nicht hinterfragt. Ruhig, unnahbar, gefährlich kontrolliert, und doch gibt es Momente, in denen etwas anderes durchbricht. Etwas, das sie nicht ignorieren kann.

Was als zufällige Begegnung beginnt, entwickelt sich schneller, als Aria bereit ist zuzugeben. Zwischen unausgesprochenen Worten und intensiven Blicken entsteht eine Verbindung, die sie nicht geplant hat und vielleicht auch nicht verstehen will.

Doch dann tauchen Zweifel auf.

Zu viele Zufälle. Zu viele Dinge, die nicht zusammenpassen.

Und eine Wahrheit, die niemand aussprechen will.

Als eine andere Frau plötzlich in ihr Leben tritt und alles infrage stellt, wird Aria gezwungen, sich zu entscheiden. Vertrauen oder Abstand. Bleiben oder gehen.

Aber was, wenn die größte Lüge nicht die ist, die man ihr erzählt hat, sondern die, die sie selbst glauben wollte?

Und wie weit wird sie gehen, um herauszufinden, wer Kael Donovan wirklich ist?

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Kapitel 1: Der erste Eindruck
Kapitel 1: Der erste Eindruck Der Raum roch nach Kaffee und kaltem Licht, eine seltsame Mischung, die sich in der Luft festgesetzt hatte und alles ein wenig distanziert wirken ließ. Aria hielt die Kamera fest in den Händen, während sie durch den Sucher blickte, ruhig und konzentriert, als würde nichts anderes mehr existieren als dieser eine Moment, den sie einzufangen versuchte. Menschen bewegten sich vor ihr, Stimmen vermischten sich, Schritte hallten über den Boden, doch all das rückte in den Hintergrund. Sobald sie arbeitete, blendete sie die Welt aus. Das war immer so gewesen. „Aria, wir haben nicht den ganzen Tag. Hast du das vergessen?“ Die Stimme ihres Dozenten war nicht laut, aber bestimmt genug, um sie kurz innehalten zu lassen. Sie schloss für einen Moment die Augen, dann stellte sie den Fokus neu ein. „Noch einen Moment, bitte“, sagte sie ruhig, ohne den Blick vom Sucher zu lösen. Am Fenster stand ein Mann, leicht seitlich gedreht, als würde er nicht wissen, dass er beobachtet wurde. Das Licht fiel schräg auf sein Gesicht, hart und klar, zeichnete jede Linie nach, jede Kontur. Fast zu perfekt, um echt zu sein. Genau so etwas suchte sie. Etwas Ungeplantes. Etwas Echtes. Ihr Finger blieb einen Sekundenbruchteil länger auf dem Auslöser, dann drückte sie ab. Das leise Klicken der Kamera war für sie lauter als alles andere im Raum, ein kurzer, klarer Moment, der sich von allem abhob. „Fertig“, murmelte sie schließlich und ließ die Kamera sinken. „Endlich.“ Sie drehte sich um und begegnete dem Blick ihres Dozenten, der sie einen Moment lang musterte, bevor er leicht nickte. „Du verlierst dich zu sehr in Details. Ist dir das klar?“ Aria zuckte mit den Schultern, ohne sich davon wirklich getroffen zu fühlen. „Details machen den Unterschied. Oder sehen Sie das anders?“ Er antwortete nicht. Stattdessen wandte er sich einfach ab und ging weiter, als hätte er bereits alles gesagt, was nötig war. Wie immer. Aria war daran gewöhnt. Sie war gut in dem, was sie tat, vielleicht sogar besser als die meisten, aber sie war nie die Lauteste im Raum. Nie diejenige, die Aufmerksamkeit suchte. Und genau so wollte sie es auch. Als sie das Gebäude später verließ, hatte sich die Stadt bereits verändert. Das Licht war dunkler geworden, die Straßen voller, die Geräusche dichter, als würde alles gleichzeitig passieren und doch nichts wirklich stillstehen. Sie zog ihre Jacke enger um sich und ging weiter, die Tasche über die Schulter geworfen, die Kamera sicher verstaut wie etwas, das sie beschützte. Ihr Handy vibrierte in ihrer Hand. Eine Nachricht von Lena. „Kommst du heute noch vorbei oder arbeitest du wieder bis Mitternacht?“ Ein leichtes Lächeln erschien auf Arias Lippen. Lena war direkt, immer schon gewesen, und genau deshalb war es schwer, ihr auszuweichen. „Ich komme später. Versprochen.“ Kaum hatte sie die Nachricht abgeschickt, hörte sie es. Einen Motor. Tief und rau, anders als die gleichmäßigen Geräusche der Autos um sie herum. Aria verlangsamte ihren Schritt, ohne genau zu wissen, warum, und drehte sich schließlich leicht um. Ein Motorrad hielt am Straßenrand. Schwarz. Unauffällig. Und trotzdem präsent auf eine Weise, die sich nicht ignorieren ließ. Der Fahrer blieb noch einen Moment sitzen, bevor er langsam den Helm abnahm. Die Bewegung wirkte ruhig, kontrolliert, fast zu präzise, als wäre sie bewusst so ausgeführt. Und genau in diesem Moment veränderte sich etwas. Nicht in der Umgebung. Sondern in ihr. Er sah nicht sofort zu ihr, was es nur noch auffälliger machte. Stattdessen strich er sich kurz durch die Haare, als hätte er alle Zeit der Welt. Dann hob er den Blick. Direkt zu ihr. Aria spürte, wie sich etwas in ihrer Brust zusammenzog, kaum merklich, aber deutlich genug, um es nicht zu ignorieren. Es war keine Angst. Kein Schreck. Eher etwas, das sie nicht sofort benennen konnte. Sie hielt seinem Blick stand, ohne genau zu wissen, warum. Sekunden vergingen. Zu viele, um zufällig zu sein. Dann wandte er sich einfach ab, als wäre nichts passiert, als hätte dieser Moment keine Bedeutung gehabt. Als hätte er sie nicht gesehen. Aria atmete langsam aus und merkte erst dann, dass sie den Atem angehalten hatte. „Was war das denn?“ murmelte sie leise. Natürlich kam keine Antwort. Sie schüttelte leicht den Kopf und ging weiter, doch das Gefühl blieb. Leise, unruhig, als hätte sie gerade etwas erlebt, das sie noch nicht verstand. Und ohne es zu wissen, war genau das der Moment, in dem sich ihr Leben zu verändern begann.

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