Kapitel 2 Seite2

1623 Words
Amy wusste, was jetzt kam und eine Mischung aus Angst und Nervosität stieg in ihr hoch. Ekel überkam sie nur bei dem Gedanken, dass er mit ihr schlafen würde und doch wusste sie, dass sie sich ihm nun hingeben musste. Er war ja immerhin schon einundvierzig Jahre alt und sie war gerade mal sechszehn. Er legte sie sanft auf das Bett und küsste ihren nackten Körper. Während er in sie eindrang, flüsterte er ihr ins Ohr „Ich bin dein erster und ich werde dein letzter Mann sein. „Amy liefen die Tränen über das Gesicht. „Weine nicht, meine Liebe. Es tut nur beim ersten Mal weh.“ Als er das Zimmer verließ, fing sie an zu weinen. Sie musste diesen Schmerz, den sie spürte, rauslassen. Es waren nicht nur körperliche Schmerzen, die sie hatte, auch seelische quälten sie. Sie fühlte sich hilflos und gedemütigt. Sie verspürte Dreck auf ihrem Körper, sie musste sich duschen. Sie blieb eine halbe Ewigkeit unter der Dusche, weinte und versuchte, das Gefühl von seinen Händen auf ihrem Körper abzuwaschen. „Beeile dich, Amy. Wir wollen bald los!", rief Joshua vom Flur aus. Sie zuckte zusammen beim Klang seiner Stimme. Aber nun musste sie sich anziehen um mit ihm auf eine Familienfeier zu gehen. Sie musste sich zusammenreißen. Eine Stunde später saßen sie im Auto. Amy freute sich, endlich wieder von diesem Grundstück zu kommen. Sie war in den acht Jahren, die sie bei ihm war, noch nie bei seiner Familie gewesen. Er hatte sie bisher immer nur zur Arbeit mitgenommen. Nun sollte sie seine Familie kennen lernen. Die Fahrt war lang und Joshua zeigte sich von seiner netten Seite. Amy genoss seine zuvorkommende Art. „Bitte bleib bei mir. Es werden viele Menschen da sein und ich möchte dich nicht in der Masse verlieren", bat er sie. Als sie ankamen stieg er aus und öffnete ihr die Tür. Er streckte ihr seine Hand entgegen, die Amy nur zögerlich annahm. Eine schlanke Dame kam auf sie zu. „Joshua, da bist du ja. Und wie ich sehe hast du jemanden mitgebracht." Amy begrüßte die Dame, die sich als Denise vorstellte. Sie hatte lange blonde Haare und eine traumhafte Figur, mit der sie sehr gern reizte. Denise musterte Amy von oben bis unten und wandte sich dann wieder Joshua zu. „Darf ich mich etwas umschauen?", fragte Amy. Joshua nickte ihr nur zu. „Bleib aber in der Nähe." „Joshua, ich hoffe sehr für dich, dass du die richtige findest. Doch meinst du nicht, dass sie etwas zu jung ist?" „Sie ist die richtige, Denise! Ich will nicht weiter darüber reden. Wir sind hier um deinen Geburtstag zu feiern und nicht um über meinem Leben zu sprechen." „Ok, ich will nicht streiten. Wie geht es dir?" Während sich Joshua noch unterhielt ging Amy etwas in dem Garten umher und war verblüfft darüber, wie groß der doch war. Es waren viele Menschen hier, man fand kaum noch ein leeres Plätzchen. Sie genoss es sichtbar, endlich einmal außerhalb Joshuas Anwesen zu sein. Sie hatte auch nicht das Gefühl, dass sie hier von ihm beobachtet wurde. Zum ersten Mal genoss sie ein kleines bisschen Unbeschwertheit und ein kleines Gefühl der Freiheit. Der Garten war groß und sehr schön. Es gab Rosenbüsche und Statuen, aber auch einen weißen Pavillon und ein rundes Steinhäuschen, das aussah wie ein Leuchtturm. Alles war sehr gepflegt und geräumig. Amy ging umher und schaute sich alles sehr genau an. Es war herrlich, hier zu sein und doch fühlte sie sich traurig. Denn sie wusste nicht genau wann, aber irgendwann musste sie zurück in das Anwesen, wo Joshua sie nicht aus den Augen ließ. Zurück an den Ort, den Joshua ihr Zuhause nannte. Zurück an jenen Ort, an dem sie wie ein Vogel im Käfig leben musste. „Hallo! Suchst du jemanden?", hörte sie hinter sich eine Stimme. Amy erschrak und schaute sich um. Ein junger schlanker Mann stand vor ihr, er hatte wunderschöne braune Augen und volles schwarzes Haar. Sie wollte wirklich nicht unhöflich sein, aber sie wollte jetzt nicht reden und ihm aus dem Weg gehen. „Bleib doch mal stehen, warte!", rief er ihr zu und folgte ihr. Sie fühlte sich unsicher bei dem Gedanken, dass er ihr folgte. „Was willst du?" „Ich habe dich noch nie hier gesehen, bist du eine Freundin der Familie?" „Hallo", sagte sie etwas verlegen, „ich bin Amy.“ „Bist Du eine Freundin der Familie?”, fragte er nochmal in der Hoffnung, dass er so das Gespräch auflockern konnte. „Ich bin mit Joshua hier." Joshua wurde unruhig als er merkte, dass er Amy nicht mehr sehen konnte. Seine Blicke schweiften über das Anwesen von Denise. „Wo ist denn deine kleine Freundin, wie hieß sie doch gleich?" Er ließ Denise stehen und ging schnellen Schrittes über das Gelände. Hektisch schaute er umher auf der Suche nach ihr und dann sah er sie an einem Geländer neben dem Steinhäuschen stehen, neben ihr stand ein Mann. Bei diesem Anblick kam kalte Wut in ihm hoch. Er blieb eine Weile dort stehen und beobachtete die beiden nur. Was machten die beiden und über was redeten sie? Er beobachtete jeden Schritt, jede Bewegung ganz, wie ein Adler, der über seine Beute wachte. Er fühlte die Wut in ihm hochkommen. Er entschied sich dazu, noch etwas zu beobachten. „Amy, da bist du ja", sagte er, als er nach eine Weile zu ihr rüberging. Seine Stimme klang besorgt aber liebevoll. Amy drehte sich erschrocken zu ihm um. „Joshua, ich habe dich nicht kommen sehen", sagte sie etwas verunsichert. Joshua schaute den Herrn an, der neben ihr stand und sich als Michael vorstellte. „Lass die Finger von ihr, sie gehört mir!", sagte er in harschen Ton, legte den Arm um Amys Hüfte und zog sie von ihm weg. Amy schaute zu ihm zurück und Michael sah sie an, sah etwas Ängstliches in ihren Augen und doch wandte er sich ab und ging. „Amy, Amy. Ich mag es nicht, wenn du dich mit Männern unterhältst. So etwas will ich nie wieder sehen, hast du mich verstanden!?", sagte Joshua etwas leiser, sodass die Gäste der Feier das Gespräch nicht mitbekommen würden. „Wir werden jetzt nach Hause fahren. Lächle, meine Liebe, du willst doch keine Aufmerksamkeit erregen!" Denise kam auf sie zu und wollte wissen, was passiert sei, doch Joshua winkte nur ab und ging mit den Worten, dass er noch einen Termin habe. Die Fahrt über herrschte eine unheimliche Stille im Auto. Joshua würdigte sie keines Blickes, aber die Anspannung war greifbar. Als er aus dem Auto stieg, öffnete er Amys Tür und zog sie am Arm ins Haus. Sie zitterte, sagte aber kein Wort. „Was fällt dir eigentlich ein? Hast du dich gut mit ihm unterhalten?“, schrie er sie an und schubste sie durch die Tür, sodass sie auf den Boden fiel. „Aber keine Sorge, du wirst diesen Michael nie wiedersehen, denn beim nächsten Mal bleibst du in meiner Nähe!" Amy wusste nicht, was sie falsch gemacht hatte, schließlich hatte sie sich nur unterhalten. Sie verstand es nicht. „Es tut mir leid", sagte sie mit leiser zittriger Stimme, „aber ich hatte mich wirklich nur unterhalten." Er schaute sie verärgert an und schüttelte nur den Kopf. „Es wird nie wieder vorkommen, Amy.„ Er ging auf sie zu und sie bekam Angst, doch nun umarmte er sie. „Amy, ich liebe dich so sehr. Ich werde nicht zulassen, dass dich jemand mir wegnimmt", flüsterte er ihr ins Ohr. Am nächsten Morgen kam unangekündigter Besuch vorbei. Es war Denise. „Wo ist Joshua?", fragte sie einen der Hausangestellten. Er führte die Dame ins Büro, wo Joshua arbeitete. „Denise, ich wusste gar nicht, dass du heute vorbeikommst. Du weißt, dass ich keinen unangekündigten Besuch mag." „Ich bin deine Schwester und uns verbindet einiges, Joshua. Ich glaube nicht, dass ich einen Termin brauche!" „Weiß dein Mann, dass du hier bist?" „Nein, Liebster, aber um mich geht es heute nicht. Warum bist du gestern so plötzlich aufgebrochen?" „Amy hat ... " „Diese Mädchen ist nichts für dich. Sie wird dich nur in Schwierigkeiten bringen, das hast du doch gestern gemerkt!" sagte Denise forsch während sie ihm über die Wange strich. „Du kennst sie nicht! Ich möchte, dass du gehst!", sagte Joshua verärgert und bat einen Hausangestellten, sie zur Tür zu begleiten. „Du wirst noch sehen, was du davon hast", rief sie ihm zu und verließ das Anwesen. Er rief Amy zu sich. Amy bemerkte sofort, dass er aufgebracht war, wollte aber nach dem gestrigen Vorfall nicht weiter nachfragen. Er zog sie zu sich, knüpfte ihre Hose auf und beugte sie über seinen Schreibtisch. Amy war machtlos, als er sich wieder an ihr verging. Diesmal versuchte sie nicht zu weinen, obwohl sie hätte schreien wollen. Jedes Mal fühlte sie sich regungslos, als ob sie von oben herab auf das Geschehene sehen würde. Er würde nur noch aufgebrachter werden, wenn sie sich versuchen würde loszureißen oder gar zu schreien, und das war das Letzte, was sie wollte. Nach einer langen Zeit ließ er von ihr ab, sie hatte Schmerzen und doch blieb sie still. Sie zog sich wieder an und ging wortlos auf ihr Zimmer, verschloss die Tür und weinte. Womit hatte sie das verdient? Immer wieder ging ihr dieselbe Frage durch den Kopf. Vielleicht hätte sie nicht mit Michael reden sollen. Vielleicht sollte sie einfach netter zu ihm sein. Immer wieder suchte sie nach einem Grund, er war so nett zu ihr an manchen Tagen und dann kamen wieder diese Tage, die Tage, die sie hasste, an dem er ihr immer wieder weh tat.
Free reading for new users
Scan code to download app
Facebookexpand_more
  • author-avatar
    Writer
  • chap_listContents
  • likeADD