Der Frühling kam zögernd. Zuerst nur ein Hauch von Grün an den untersten Zweigen der Birken. Dann ein Tropfen, der vom Dach fiel und nicht mehr gefror. Der Blackriver schwoll an, trug Schmelzwasser aus den Bergen mit sich, wurde laut und wild. Die Festung atmete auf. Fenster wurden geöffnet. Decken weggepackt. Kinder rannten barfuß über den Hof, obwohl der Boden noch kalt war. Das Rudel fühlte sich lebendig. Die Wunden des Winters heilten langsam. Narben blieben, doch sie schmerzten nicht mehr bei jedem Schritt. Luna war jetzt fast anderthalb. Sie sprach in kurzen Sätzen. „Mama, schau!“, rief sie, wenn sie einen Schmetterling sah. „Papa, hoch!“, verlangte sie, wenn sie auf Kaels Schultern wollte. Sie lachte viel. Sie weinte selten. Und wenn sie weinte, war es meist aus purer Freude, weil

