Kapitel 8

2251 Words

Der Frühling kam zögernd ins Nordterritorium. Zuerst nur als flüsternder Wind, der den Schnee von den höchsten Gipfeln blies und die Eiskrusten an den Flussufern zum Knacken brachte. Dann als erstes Grün, das sich vorsichtig durch die weißen Decken schob, winzige Spitzen von Moos und jungen Farnen, die sich gegen die Kälte behaupteten. Die Tage wurden länger. Das Licht weicher. Und mit dem Licht kam eine neue Art von Stille in die Festung am Blackriver. Eine Stille, die nicht leer war, sondern voller Erwartung. Jasmine stand auf dem Wehrgang des höchsten Turms. Ihre Hände ruhten auf der steinernen Brüstung. Der Wind spielte mit ihrem Haar, das jetzt länger war, bis weit über die Schultern fiel. Sie trug ein lockeres Kleid aus weichem Wollstoff in der Farbe von frischem Laub, das über ihre

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