Die Gestalt trat vollständig aus dem Schatten der zerfallenen Mauern hervor. Der schwarze Mantel flatterte im aufkommenden Wind wie die Flügel eines Raben. Darunter trug sie ein enges Kleid aus dunklem Samt, das mit silbernen Fäden durchwirkt war, als hätte jemand Sterne in die Nacht genäht. Ihr Haar fiel in langen, rabenschwarzen Wellen bis zur Taille. Es war dasselbe Haar, das Jasmine als Kind in ihren Träumen gesehen hatte. Dasselbe Haar, das ihre Mutter immer mit einer silbernen Spange hochgesteckt hatte, bevor sie verschwand. Doch die Augen waren anders. Früher waren sie warm gewesen. Haselnussbraun mit goldenen Sprenkeln, wenn sie lachte. Jetzt glühten sie in einem unnatürlichen, tiefen Rubinrot. Kein Funke Wärme. Nur Kälte. Und Hunger. „Mutter“, flüsterte Seraphina. Das Wort brac

