Kapitel 11

2279 Words

Der Winter kam ohne Vorwarnung. Eines Morgens erwachte die Festung unter einer dicken Decke aus Schnee, der lautlos in der Nacht gefallen war. Die Birken standen nackt da, ihre Äste wie schwarze Finger in den grauen Himmel gereckt. Der Blackriver fror an den Ufern zu, Eisschollen trieben träge in der Mitte des Stroms. Der Wind heulte jetzt tiefer, aggressiver, als wollte er die Steine der Mauern auseinanderreißen. Die Feuer in den Kaminen mussten Tag und Nacht brennen, damit die Hallen warm blieben. Das Rudel zog sich enger zusammen. Die Tage waren kurz, die Nächte endlos. Luna hatte ihr erstes Lebensjahr vollendet. Es war kein großes Fest gewesen, nur ein stilles Mahl im Familienkreis. Kael hatte ein kleines Amulett aus Mondstein und Silber für sie geschmiedet, das sie nun um den Hals tr

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