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Unter dem Gold

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Der Vertrag besagte: Tagsüber für ihn arbeiten. Nachts ihm gehören. Ich brauchte Geld für die Miete. Er brauchte einen warmen Körper, ohne Fragen zu stellen. Ganz einfach. Nur ist Damien Cross nie einfach. Er ist unerträglich, unnahbar und verkörpert jede schlechte Entscheidung, die ich je treffen wollte. Ich hatte mir eingeredet, ich könnte meinen Körper von meinem Herzen trennen. Dummes Mädchen. Jetzt vermischen sich seine Geheimnisse mit meinen. Seine Feinde kennen meinen Namen. Seine Vergangenheit holt uns beide ein. Und der Mann, der mir Zeit abgenommen hat? Er versucht, etwas zu kaufen, von dem ich geschworen habe, es niemals zu verkaufen. Mein Herz verhandelt nicht. Aber Gott steh mir bei – wegen Damien Cross überdenke ich alles.

Aria Cole unterschrieb einen Vertrag, der eigentlich einfach sein sollte: s*x gegen Überleben. Zwölf Dollar reichten nicht für eine Wohnung, und Verzweiflung schmeckt nach Kompromiss. Womit sie nicht gerechnet hatte, war, dass Damien Cross viel komplizierter war als nur kalt und vertragsgebunden. Was sie nicht erwartet hatte, war, dass er sie schon kannte, bevor sie hereinkam. Was sie nie geahnt hatte, war ein Mann, der bereit war, sein gesamtes Imperium niederzubrennen – „Bitte, eine Frau.“ Doch Damiens Vater lebt. Er war die ganze Zeit am Leben, zog im Verborgenen die Fäden und benutzte Leute aus Damiens Organisation, um sich zurückzuholen, was er zerstört hatte. Und nun ist Aria gefangen zwischen einem Mann, den sie zu lieben lernt, und einer Verschwörung, die sie als Druckmittel benutzt. Sie ist der Köder in einer Falle, die sie unwissentlich zugeschnappt hat. Flucht ist unmöglich. Bleiben könnte sie das Leben kosten. Doch Damien Cross zu verlassen, war nie wirklich eine Option – nicht, nachdem er im Dunkeln „Bitte“ gesagt und es wie ein Geständnis gemeint hatte.

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"Zwölf Dollar und ein Gebet"
POV: ARIA COLE Der Räumungsbescheid war rosa. Ich weiß nicht, warum sich ausgerechnet dieses Detail in mein Gedächtnis eingebrannt hat. Von allen Dingen, die mir am schlimmsten Morgen meines Lebens hätten auffallen können, war es die Farbe des Papiers. Rosa. Als hätte jemand im Bezirksamt geglaubt, schlechte Nachrichten würden auf fröhlichem Papier mit freundlicher Schrift weniger wehtun. Taten sie nicht. Um 6:53 Uhr morgens stand ich im Flur meines Wohnhauses. Eine Tasche hing über meiner Schulter, eine Kiste hielt ich unter dem Arm, und in meiner Hosentasche befanden sich genau zwölf Dollar und vierzig Cent. Mein Schlüssel funktionierte nicht mehr. Ich hatte ihn viermal ausprobiert. Viermal mehr als nötig und genauso erniedrigend, wie es klingt. Der Hausmeister sah mich nicht einmal an, als er das Schloss austauschte. Das war fast schon freundlich. Okay, sagte ich mir und rückte die Kiste auf meiner Hüfte zurecht. Okay, Aria. Denk nach. Nachdenken konnte ich gut. Ehrlich gesagt war es die einzige Ressource, von der ich immer genug hatte. Leider bezahlt Nachdenken keine Miete. Nachdenken verhandelt auch nicht mit einem Vermieter, der seit Februar keine Teilzahlungen mehr akzeptiert. Nachdenken hatte mich durch das Pflegefamilien-System gebracht. Durch zwei Jahre Abendschule. Durch eine endlose Reihe mittelmäßiger Jobs, die gerade genug zum Überleben waren – wie eine Pflanze, die nicht ganz stirbt, aber auch niemals wirklich wächst. Offenbar hatte mich das diesmal trotzdem nicht gerettet. Erst unten auf der Straße erlaubte ich mir zehn Sekunden Selbstmitleid. Ich zählte sie. Eins. Zwei – die Morgenluft roch nach Abgasen, nach dem Frühstück irgendeines Fremden und nach dieser besonderen Einsamkeit, die man nur spürt, wenn man draußen ist und alle anderen noch drinnen. Drei. Vier. Fünf – meine Augen wurden feucht. Ich fing mich sofort wieder. Sechs. Sieben. Acht. Neun. Zehn. Genug. Ich zog mein Handy hervor, öffnete die Stellenanzeigen, die ich am Vorabend gespeichert hatte, und begann zu laufen. Wenn man nichts besitzt, werden die Prioritäten plötzlich glasklar. Ich suchte keinen Traumjob. Kein Unternehmen mit großartigen Entwicklungsmöglichkeiten oder einer „familiären Unternehmenskultur“. Solche Wünsche konnten sich Menschen leisten, die eine Wahl hatten. Ich brauchte einen Job, der genug bezahlte, um innerhalb von dreißig Tagen irgendein Zimmer zu mieten. Ganz egal wie klein – solange es vier Wände, eine Tür und ein Schloss hatte. Die erste Anzeige war für eine Rezeptionistin in einer Zahnarztpraxis in Midtown. Beworben. Die zweite war Datenerfassung bei einer Versicherung. Beworben. Die dritte war eine Stelle als Assistentin bei einer Firma namens Cross Empire. Der Name sagte mir nichts. Das Gehalt dagegen schon. Ich musste die Zahl dreimal lesen, weil ich überzeugt war, es handle sich um einen Tippfehler. Die Stellenbeschreibung war auffallend vage. Eigentlich hätte mich das misstrauisch machen sollen. Tat es aber nicht. Das Gehalt hatte meine Fähigkeit, misstrauisch zu sein, vollständig ausgelöscht. Ich bewarb mich und ging weiter. Um elf Uhr hatte ich mich auf zehn Stellen beworben, eine Brezel für einen Dollar fünfzig gegessen und eine Bibliothek gefunden, in der ich an einer Steckdose sitzen konnte, ohne weggeschickt zu werden. Außerdem hatte ich genau eine Antwort erhalten. Cross Empire. Vielen Dank für Ihre Bewerbung. Herr Cross prüft alle Bewerber persönlich. Bitte erscheinen Sie heute um 14:00 Uhr im Cross Tower, 47. Stock. Verspäten Sie sich nicht. Kein Name. Keine Personalabteilung. Keine höflichen Floskeln. Nur diese wenigen Sätze – sachlich, effizient und auf jene stille Art einschüchternd, die nur wirklich mächtige Unternehmen beherrschen. Ich recherchierte Cross Empire auf dem Computer der Bibliothek. Damien Cross. Zweiunddreißig. CEO. Er hatte das Unternehmen seines Vaters nach dessen Zusammenbruch neu aufgebaut und zu einem internationalen Luxuskonzern im Wert von rund 4,7 Milliarden Dollar gemacht. Auf den Fotos war er auf irritierende Weise attraktiv. Fast so, als wäre sein Aussehen Teil seiner Geschäftsstrategie. Dunkles Haar. Markantes Kinn. Augen, die selbst auf Pressefotos wirkten, als planten sie bereits die nächsten drei Züge. Jeder Artikel beschrieb ihn mit denselben drei Worten: Rücksichtslos. Brillant. Verschlossen. Keiner erwähnte Geduld. Oder Freundlichkeit. Oder dass es angenehm war, für ihn zu arbeiten. Ich ging trotzdem. Ich hatte zwölf Dollar, vierzig Cent und einen Brezel-Beleg. Meine Verhandlungsposition war alles andere als stark. Der Cross Tower war genau so einschüchternd, wie er schon aus zwei Straßen Entfernung wirkte – zweiundsiebzig Stockwerke aus Glas und Stahl, gebaut, um jedem Besucher klarzumachen, wie unbedeutend er war. Die Drehtür bewegte sich absichtlich langsam. Als gäbe sie einem noch eine letzte Gelegenheit, es sich anders zu überlegen. Ich überlegte kurz. Dann ging ich hinein. Die Lobby war kühl – diese künstliche Kälte, die nur teure Gebäude besitzen. Marmor. Stille. Das leise Klacken von Absätzen auf Stein. Die Empfangsdame musterte mich mit dem geübten Blick von Menschen, die sofort erkennen, wer hierher gehört und wer nicht. Ich nannte meinen Namen. Sie prüfte ihren Bildschirm. Etwas veränderte sich fast unmerklich in ihrem Gesichtsausdruck. „Sie sind früh“, sagte sie. „Siebenundvierzigster Stock. Jemand wird Sie dort empfangen.“ Der Aufzug war verspiegelt. Während der Fahrt betrachtete ich mein Spiegelbild. Eine Tasche. Meine beste Bluse – mit einem kleinen Brandfleck am linken Ärmel, den ich möglichst unauffällig versteckte. Ein Gesicht, das nichts verriet, was ich nicht freiwillig zeigen wollte. Du hast schon Schwereres geschafft als das, sagte ich meinem Spiegelbild. Es sah skeptisch aus, machte aber mit. Die Aufzugtüren öffneten sich. Eine Frau wartete bereits. Dunkles Haar. Teurer Hosenanzug. Ein Lächeln, das ihre Augen niemals erreichte. „Aria Cole?“ „Ja.“ „Ich bin Maya. Mr. Cross' Assistentin.“ Ihr Blick fiel kurz auf meine Kiste. „Lassen Sie Ihr Gepäck hier.“ Sie sagte es, als würde sie mir einen Gefallen tun. Ich stellte die Kiste ab. „Folgen Sie mir.“ Ohne auf mich zu warten, drehte sie sich um. Ich folgte ihr durch einen Flur mit Glaswänden, vorbei an Büros voller Menschen, die mit der konzentrierten Präzision arbeiteten, die nur dort entsteht, wo jeder ständig beobachtet wird. Niemand sah auf. Oder sie wussten, dass sie es besser nicht taten. Maya blieb vor einer Tür stehen. Sie öffnete sie über ein Bedienfeld. „Mr. Cross wird gleich bei Ihnen sein.“ Sie sah mich an. „Setzen Sie sich nicht, bevor er es Ihnen erlaubt.“ Dann ging sie. Ich blieb in der Tür stehen. Das größte Büro, das ich je gesehen hatte. Fenster vom Boden bis zur Decke. Die ganze Stadt lag unter mir. Ein Schreibtisch groß genug für ein Abendessen mit zehn Gästen. Von Damien Cross keine Spur. Ich setzte mich nicht. Drei Minuten vergingen. Dann hörte ich schnelle, zielstrebige Schritte hinter mir. Ich drehte mich – genau im falschen Moment. Er sah nicht hin. Der Zusammenstoß war heftig. Eiskaltes Wasser aus seiner Flasche ergoss sich über meine Bluse. Meine Bewerbungsunterlagen flogen zu Boden. Ich klammerte mich an den Türrahmen, um nicht zu stürzen. Als ich mich wieder aufrichtete – durchnässt, meine Papiere überall verstreut und mein Stolz irgendwo auf dem Boden – sah er mich endlich an. Damien Cross. In Wirklichkeit waren die Fotos eine gewaltige Untertreibung. Sein Blick glitt über die nasse Bluse. Über die Papiere. Dann zu mir. Kurz. Präzise. Nicht, als würde er mich wirklich ansehen. Sondern als würde er mich bewerten. Er sagte nichts. Er stieg über meine Unterlagen hinweg. Er ging zu seinem Schreibtisch. Setzte sich. Als wäre nichts passiert. Als wäre ich nur ein kurzer Regenschauer gewesen. Ich hob meine Papiere auf. Strich meine Bluse glatt. Dann ging ich in sein Büro. „Sie haben sich nicht entschuldigt“, sagte ich. Der Raum wurde vollkommen still. Damien Cross hob langsam den Blick. Seine dunklen Augen ruhten auf mir. Ruhig. Präzise. Zu gelassen für einen Mann, der gerade eine Fremde durchnässt und sie einfach stehen gelassen hatte. Einen langen Moment sagte er nichts. Etwas blitzte in seinem Gesicht auf. So schnell, dass es sofort wieder verschwunden war. „Schließen Sie die Tür.“ Seine Stimme war tief. Ruhig. Und völlig selbstverständlich davon überzeugt, dass ich gehorchen würde. Ich schloss die Tür. Mein Herz schlug viel zu schnell. Ich befahl ihm, sich zu beruhigen. Es hörte nicht auf. Zwölf Dollar in meiner Tasche. Kaltes Wasser auf meiner Bluse. Feuchte Bewerbungsunterlagen. Das Vorstellungsgespräch hatte noch nicht einmal begonnen. Und ich steckte bereits in Schwierigkeiten.

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