Ich navigiere durch die Schule wie durch ein Labyrinth aus Blicken. Sie sind nicht direkt feindselig, aber wachsam und prüfend. Manche Leute starren mich einfach nur an – zu lange, zu bewusst. Andere flüstern, und wieder andere vermeiden mich. Aber die gefährlichste Sorte? Die, die so tun, als wäre nichts. Seit meinem Ausbruch auf dem Schulhof bin ich nicht mehr nur „der Ruhige“. Ich bin der, über den man spricht, oder über den man sich zu sicher ist, um überhaupt noch zu fragen. „Hast du gehört, was er gesagt hat?“ „Hat er sich geoutet oder war das nur Wut?“ „Meinst du, der steht echt auf Luca?“ Ich höre es nicht direkt, aber ich spüre es. In Pausen, auf dem Weg zur Toilette, in Gruppenarbeiten, wenn plötzlich die Stühle weiter auseinanderrücken, als nötig wäre. Es ist nicht Hass. No

