Wenn jemand mein Handy in die Finger bekommt, bin ich geliefert. Nicht, weil ich Geheimnisse hätte – nicht im klassischen Sinn. Keine peinlichen Fotos, keine illegalen Downloads, keine fremden Chatverläufe. Nur meinen Browserverlauf. Und der ist… na ja. Er ist ein Tagebuch, ein Beichtstuhl, ein Schrei nach Hilfe, den niemand hört. Heute Abend saß ich mal wieder da. Laptop auf dem Schoß, Licht aus, Tür zu. Meine Mutter denkt, ich mache Hausaufgaben. In Wahrheit sitze ich in einem Loch aus Fragen, die ich zum hundertsten Mal stelle – und von denen ich hoffe, dass sie heute endlich andere Antworten liefern. Ich öffne Google. Der Cursor blinkt mich an wie ein Vorwurf. Was ist, wenn ich vielleicht schwul bin, aber auch nicht ganz? Enter. Ich lande auf Foren, Reddit, Quora, irgendwelchen Se

