Katrina zitterte noch in der Umarmung ihres Bruders, als er sich zurückzog, seine Hände auf ihren Schultern ruhend, während er ihr in die Augen sah. Lucas Gesicht war ein Sturm aus Emotionen – Sorge, Verwirrung und etwas Härteres, etwas, das Katrinas Magen verdrehte. „Was hast du getan?“ fragte er, seine Stimme leise, aber fest, als stähle er sich für eine Antwort, die er nicht hören wollte.
Katrinas Lippen pressten sich zu einer dünnen Linie, ihr Herz pochte. Sie wollte es nicht sagen, wollte die Wahrheit nicht zugeben, aber Lucas Blick war unerbittlich. „Katrina“, sagte er erneut, sein Ton jetzt schärfer, „hattest du eine Hand in dem, was letzte Nacht geschehen ist? Mit Ashley?“
Ihre Kehle zog sich zusammen, und sie spürte, wie die Tränen aufstiegen, bevor sie sie stoppen konnte. Sie blickte zu ihm auf, ihre Augen glitzerten, und gab ein kleines, widerwilliges Nicken. „Ja“, flüsterte sie, das Wort kam kaum an ihren Lippen vorbei.
Lucas trat zurück, seine Hände fielen von ihren Schultern, als wäre er verbrannt worden. Er schüttelte den Kopf, seine Augen weit vor Unglauben. „Du… du hast sie reingelegt?“ Seine Stimme brach, und er fuhr sich mit einer Hand durchs Haar, schritt einen Schritt weg, als bräuchte er Raum, um zu verarbeiten, was sie gerade zugegeben hatte. „Du hast das geplant? Du hast Alessandro dazu gebracht zu lügen, oder? Damit Adrian denkt, Ashley würde ihn betrügen?“
Katrinas Tränen flossen über, aber sie leugnete es nicht. Stattdessen griff sie nach seinem Arm, ihre Finger zitterten, während sie ihn packte. „Lucas, bitte, geh nicht!“ Ihre Stimme war verzweifelt, brach mit jedem Wort. „Du musst verstehen. Ich liebe Adrian. Er gehört mir – begreifst du das nicht? Ich habe meinen Gefährten für ihn zurückgewiesen! Ich habe alles für ihn aufgegeben! Es ist nur fair, dass er dasselbe tut, damit wir zusammen sein können!“
Lucas erstarrte, seine Augen verengten sich, während er sie anstarrte, sein Schock verwandelte sich in etwas, das dem Zorn näherkam. „Du verstehst es nicht, oder?“ sagte er, seine Stimme leise und schwer vor Frustration. „Das geht nicht nur um dich und Adrian. Dieses Rudel ist in Gefahr, Katrina. Wenn Adrian sich im Zorn seines Wolfes verliert, seinem Schmerz über den Verlust seiner Gefährtin, sind wir alle in Gefahr. Das ganze Rudel könnte auseinanderfallen. Und was ist das mit dem Zurückweisen deines Gefährten?“ Seine Stimme erhob sich, Unglauben durchzog jedes Wort. „Wann ist das passiert? Du hast das vor mir verheimlicht? Vor deinem eigenen Bruder?“
Katrinas Tränen flossen jetzt frei, aber sie hob das Kinn, ihre Stimme zitterte, war aber trotzig. „Vater weiß es“, sagte sie, ihre Worte scharf trotz der Tränen. „Ich habe es ihm gesagt, als es passierte. Er hat verstanden, warum ich es getan habe.“
Lucas Kiefer fiel herunter, seine Hände ballten sich zu Fäusten an seinen Seiten. „Vater weiß es?“ wiederholte er, seine Stimme d**k vor Verrat. „Du hast es ihm gesagt, aber nicht mir? Deinem Bruder? Dem, der immer hinter dir gestanden hat?“ Er schüttelte erneut den Kopf, als versuche er, das Gewicht ihrer Worte abzuschütteln. „Begreifst du überhaupt, was du getan hast? Was das für uns alle bedeuten könnte?“
Katrinas Gesicht verzog sich, aber ihre Stimme war wild, fast hektisch. „Du bist mein Bruder! Du solltest zu mir stehen, nicht dich gegen mich wenden! Ich liebe Adrian – warum kannst du das nicht sehen? Warum kann das niemand verstehen?“ Ihre Worte strömten in einem einzigen, atemlosen Schub heraus, ihre Tränen befleckten ihre Wangen, während sie ihn anstarrte, ihre Brust wogte vor Emotion. „Ich habe getan, was ich tun musste! Ashley stand im Weg – sie stand immer im Weg! Ich konnte nicht zulassen, dass sie ihn mir wegnimmt!“
Lucas starrte sie an, sein Ausdruck eine Mischung aus Zorn und Mitleid. „Du denkst, das ist Liebe?“ fragte er, seine Stimme jetzt leiser, aber nicht weniger intensiv. „Du denkst, Adrian zu manipulieren, ihn dazu zu bringen, seine Gefährtin zurückzuweisen, ist Liebe? Katrina, du hast ihn verletzt. Du hast das Rudel verletzt. Und wofür? Damit du bekommen kannst, was du willst?“ Er schüttelte den Kopf, seine Stimme sank zu einem fast Flüstern. „Du bist diesmal zu weit gegangen.“
Katrinas Schluchzer wurden lauter, ihre Hände griffen erneut nach ihm. „Lucas, bitte“, flehte sie, ihre Stimme brach. „Du weißt nicht, wie es ist, jemanden so sehr zu lieben. Ich habe meinen Gefährten für ihn aufgegeben. Meinen Gefährten! Weißt du, wie schwer das war? Ich habe es getan, weil ich weiß, dass Adrian und ich füreinander bestimmt sind. Warum kannst du mich nicht unterstützen?“
Lucas trat zurück und zog seinen Arm aus ihrem Griff. „Dich unterstützen?“ sagte er, seine Stimme angespannt. „Du bittest mich, dich zu unterstützen, nachdem du gelogen, manipuliert und das gesamte Rudel in Gefahr gebracht hast? Katrina, ich liebe dich, aber das… das ist falsch. Du hast eine Grenze überschritten.“ Seine Augen wurden einen Moment weicher, aber der Zorn war noch da, kochte unter der Oberfläche. „Wann hast du deinen Gefährten zurückgewiesen? Warum hast du es mir nicht gesagt?“
Katrina wischte sich die Tränen ab, ihre Hände zitterten. „ein paar Monate, nachdem ich für Adrian ausgewählt wurde“, sagte sie, ihre Stimme kaum über ein Flüstern. „Ich habe ihn getroffen, aber ich wusste, dass er nicht Adrian war. Ich konnte nicht mit ihm sein, nicht wenn ich Adrian mein ganzes Leben lang geliebt habe. Also habe ich ihn zurückgewiesen. Vater sagte, es sei meine Entscheidung, dass ich meinem Herzen folgen sollte.“
„Deinem Herzen folgen?“ Lucas Stimme war ungläubig. „Und was ist mit Adrians Herz? Was ist mit Ashley? Sie war seine Gefährtin, Katrina. Die Mondgöttin hat sie für ihn gewählt, und du hast das zerrissen. Begreifst du überhaupt, was das für einen Alpha bedeutet? Für das Rudel?“
Katrinas Gesicht verzog sich, ihre Tränen mischten sich jetzt mit Zorn. „Warum kümmert sich jeder um sie?“ zischte sie. „Sie ist nichts! Sie ist schwach, erbärmlich – sie verdient ihn nicht! Ich tue es! Ich war an seiner Seite, habe ihn unterstützt, ihn geliebt, während sie einfach… einfach da war und Probleme verursacht hat!“
Lucas schüttelte den Kopf, seine Stimme kalt. „Du kapierst es nicht, oder? Es geht nicht darum, wer was verdient. Du hast Menschen verletzt, Katrina. Du hast Adrian verletzt, du hast das Rudel verletzt, und du hast dich selbst verletzt. Und wofür? Eine Chance auf etwas, das vielleicht nicht einmal real ist?“ Er trat einen Schritt zurück, seine Augen durchsuchten ihr Gesicht, als suche er nach der Schwester, die er früher kannte. „Ich kann nicht glauben, dass du das vor mir verheimlicht hast. Ich kann nicht glauben, dass Vater es wusste und es mir nicht gesagt hat.“
„Lucas, bitte“, sagte Katrina, ihre Stimme brach, während sie erneut nach ihm griff. „Du bist mein Bruder. Du solltest auf meiner Seite sein. Ich habe das aus Liebe getan!“
„Liebe zerstört keine Menschen“, sagte Lucas, seine Stimme fest. „Liebe zerreißt kein Rudel. Was du getan hast, war keine Liebe – es war egoistisch.“ Er öffnete den Mund, um mehr zu sagen, schloss ihn dann, schüttelte ein letztes Mal den Kopf. Er drehte sich um und ging hinaus, seine Schritte schwer, aber entschlossen. Katrinas Stimme folgte ihm, verzweifelt und flehend.
„Lucas, bitte! Lass mich nicht allein!“ rief sie, ihre Schluchzer hallten wider, während sie auf die Knie sank. Aber er hielt nicht an, blickte nicht zurück und ließ sie allein mit ihren Tränen und dem Gewicht dessen, was sie getan hatte.