Der Morgen brach golden über das Dorf herein. Nebel lag wie ein zarter Schleier über den Feldern, die ersten Sonnenstrahlen brachen durch die hölzernen Palisaden und ließen das Taugras wie ein Meer aus Kristall schimmern. Ein friedliches Bild, wie man es in diesen Zeiten kaum mehr für möglich hielt. Adrian erwachte vom leisen Kichern seiner Tochter. Noch halb im Schlaf öffnete er die Augen und sah, wie das Mädchen in Elenas Armen zappelte, als versuche sie, das Sonnenlicht einzufangen, das durch die Ritzen der hölzernen Wand fiel. Ihr Lachen war glockenhell, frei, und für einen Augenblick verdrängte es jedes dunkle Omen, jede Erinnerung an Schlachten und Prophezeiungen. Elenas Augen begegneten seinen, noch müde, aber warm. „Sie liebt die Sonne,“ sagte sie leise. „So, als würde sie darin

