Das Dorf erwachte langsam, als die ersten Sonnenstrahlen über die Zinnen der Palisaden krochen und das Herz der Siedlung in ein sanftes, goldfarbenes Leuchten tauchten. Rauchfahnen stiegen von den Schornsteinen auf, der Duft von frisch gebackenem Brot und gerösteten Kräutern lag in der Luft, und irgendwo klapperte ein Schmied bereits mit Hammer und Eisen. Das Leben nahm seinen gewohnten Lauf, so wie es das Dorf seit Generationen tat – und doch lastete über diesem Morgen eine seltsame Spannung, die nur wenige in Worte zu fassen vermochten. Elena saß auf einer Bank am Fenster ihrer Hütte, in den Armen ihr kleines Kind. Das Mädchen lag schlafend, das Gesicht friedlich, die winzigen Finger umklammerten eine Locke von Elenas Haar. Alles an diesem Moment hätte vollkommen idyllisch sein können –

