Kapitel 92 - Wenn der Schwur bebt

1028 Words

Die Nacht lag schwer über dem Tal. Kein Laut durchbrach die Stille, außer dem fernen Rauschen des Windes in den Baumwipfeln. Das Dorf schlief, und doch schien die Dunkelheit zu horchen, zu atmen, zu warten. Adrian lag wach. Der Schlaf wollte ihn nicht finden. Die Vision aus der Halle brannte noch in seinen Gedanken, das Flüstern jener Stimme schwang nach wie ein ferner, drohender Akkord. Neben ihm atmete Elena ruhig, ihre Hand ruhte über seinem Herzen. Doch selbst dieser Frieden war brüchig; er spürte, dass die Nacht etwas verbarg. Etwas lauerte dort draußen. Er stand auf, leise, um sie nicht zu wecken, und trat hinaus in die Kühle. Der Himmel war wolkenverhangen, der Mond nur ein blasser Schleier hinter dunklen Schwaden. Am Waldrand glomm etwas – ein schwaches, pulsierendes Licht. Zuers

Free reading for new users
Scan code to download app
Facebookexpand_more
  • author-avatar
    Writer
  • chap_listContents
  • likeADD