Kapitel 6

899 Words
Als ich in den Spiegel sah, sah ich denselben Mann wie immer: stark, unbezwingbar, ein Adonis aus Fleisch und Blut. Ich war ein Gott in einer Welt voller Sterblicher, und ich genoss jede Sekunde davon. Ich erhob mich aus dem Bett wie ein König aus seinem Thronsaal. Die junge Frau, deren Name mir gerade entfallen war, saß noch da, leicht verlegen, aber ich ignorierte sie mit einer Majestät, die nur ich beherrschte. Ich schnippte mit den Fingern, was ihren Kopf in meine Richtung schnellen ließ. „Ein Taxi“, verkündete ich großzügig, „ist unterwegs. Es bringt dich nach Hause. Oder sonst wohin, wo du sein möchtest.“ Ich schmiss meine Frauen nicht einfach vor die Tür. Nein, das wäre unter meinem Niveau. Ein Mann wie ich, der alles hatte, musste sich nicht kleinlich geben. Schließlich wollte ich, dass sie wiederkamen – aber nur, wenn ich es erlaubte. Mein Wort war Gesetz, und mein Stil war makellos. Die Welt drehte sich um mich, und alle wussten das. Erneut besah ich mich nackt nochmals im Spiegel und stolzierte mit der Anmut eines Raubtieres in mein riesiges Masterbadezimmer. Die Spiegelwände reflektierten mich, wie ich war – perfekt. Mein Badezimmer war kein Raum, es war ein Tempel der Männlichkeit. Die Regendusche wartete auf mich, mit einem Blick auf den Strand von Miami Beach, der in dieser Nacht in mondäner Stille lag. Die Wellen glitzerten im Mondlicht, aber nichts glänzte mehr als ich selbst. Ich trat unter das warme Wasser, das auf meine Haut prasselte, und lächelte. Meine stahlgrauen Augen, durchdringend wie ein Sturm, suchten den Horizont ab. Ich fuhr mir durch mein dichtes, dunkles Haar – Haar, das andere Männer nur in Träumen hatten. Ich griff nach meinem luxuriösen Duschgel, das mehr kostete als der Monatslohn eines Durchschnittsmenschen, und begann mich einzuseifen. Mein Körper war ein Kunstwerk. Jeder Muskel, jede Linie war das Resultat von harter Arbeit und unvergleichlicher Disziplin. Körperpflege war essenziell. Ich hatte Standards, die die meisten nicht einmal begreifen konnten. Wenn ich nicht in meinem Homegym trainierte, dann im exklusiven Gym meines Büros, wo niemand es wagte, mich anzusprechen, es sei denn, ich erlaubte es. Mein Training war nicht nur ein Hobby, es war ein Lebensstil. Mein Körper war meine Waffe, meine Rüstung, mein Statement an die Welt: Ich bin besser als ihr. Tattoos? Nein, danke. Ich würde dieses Meisterwerk nicht mit Tintenklecksen entstellen. Andere mochten es für rebellisch halten, aber ich? Ich war der Inbegriff der Rebellion – ohne ein einziges Symbol auf meiner makellosen Haut. Tattoos verblassen, aber Perfektion? Perfektion bleibt. Wie alt war ich eigentlich? Dreiunddreißig. Aber ich liebte es, wenn man mich für jünger hielt. „Du siehst aus wie ein Gott in deinen Zwanzigern,“ hatten Frauen mir gesagt. Und sie hatten recht. Meine Kondition war außergewöhnlich. Ich konnte stundenlang lieben, ohne zu kommen, ein Kunststück der Selbstkontrolle. Disziplin war der Schlüssel, und ich hatte sie perfektioniert. Meine Bauchmuskeln traten hervor wie gemeißelt. Six Pack? Nicht gut genug. Ich hatte ein Eight Pack, das neidische Blicke hervorrief. Meine Arme und Beine waren die eines Triathleten, aber mit mehr Stil. Die junge Frau war inzwischen gegangen, ohne dass ich es bemerkt hatte. Gut so. Ich hatte keine Lust auf unnötige Gespräche. Ich zog einen Bademantel über, weich wie eine Wolke, und trat auf den Balkon meiner Villa. Der Wind spielte mit meinem Haar, und ich blickte hinaus auf Miami Beach. Die Stadt gehörte mir, in jeder Hinsicht. Mein Name – The Master – war in aller Munde. Manche mochten mich hassen, aber niemand konnte mich ignorieren. Ich war der Alpha, der Mann, den andere zu sein versuchten. Sie kopierten mich, aber sie würden niemals auch nur in meine Nähe kommen. Die Nachtluft war erfrischend, und ich nahm einen Schluck von meinem Drink. Es war ein Scotch, der aus einer Flasche stammte, die mehr gekostet hatte als das Auto des durchschnittlichen Mannes. Ich hatte alles, weil ich es verdiente. Ich hatte es mir genommen. Die Welt war ein Schachbrett, und ich war der Spieler, der jedes Stück nach Belieben bewegte. Frauen? Sie waren die Kirschen auf dem Sahnehäubchen. Aber keine einzige dominierte mein Leben. Ich war derjenige, der entschied. Ich hatte sie alle gesehen: die Unschuldigen, die Verruchten, die Ehrgeizigen. Und alle lagen sie mir zu Füßen, wenn ich es wollte. Manche nannten mich kalt, aber das war Unsinn. Ich war einfach effizient. Gefühle waren ein Luxus, den sich Schwächlinge leisteten. Ich betrat mein Schlafzimmer wieder, das in luxuriösen Tönen gehalten war. Der Duft der Frau war noch in der Luft, aber er würde bald verschwinden, wie alles andere, was in meinem Leben nur temporär war. Ich war eine Naturgewalt, ein Hurricane, der kam und ging, wie es ihm passte. Mein Blick fiel auf das Handy auf dem Nachttisch. Nachrichten von Menschen, die etwas von mir wollten – Deals, Treffen, Einladungen. Ich lächelte herablassend. Sie alle wussten, dass ich derjenige war, der die Regeln bestimmte. Ich legte das Handy beiseite und griff nach einer Zigarre. Der Rauch stieg in eleganten Spiralen auf, während ich zurücklehnte und das Spiel analysierte. Das Leben war eine Reihe von Zügen, und ich war immer zehn Schritte voraus. Erfolg war kein Zufall. Erfolg war mein Geburtsrecht. Ich genoss diesen Moment der Ruhe, bevor ich mich wieder ins Getümmel stürzte. Morgen würde ein neuer Tag sein, voller Herausforderungen, voller Siege. Ich war The Master. Und die Welt? Sie war mein Spielplatz.
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