***The Master aka Alexander Blake***
Ich erwachte in meinem prunkvollen Bett, dessen Matratze aus einer speziellen Federung bestand, die eigens für mich entwickelt worden war. Schon beim ersten Atemzug spürte ich die Leichtigkeit eines weiteren Tages an der Spitze der Welt. Der Duft frisch gebrühte Kaffees wehte durch die Tür meines Schlafzimmers, diskret, aber unwiderstehlich, ein Zeugnis der Pünktlichkeit meiner Haushälterin. Sie wusste, dass ich keinen Millimeter von Perfektion abwich, und ich verlangte nichts Geringeres von jedem in meiner Umgebung.
Mit einem geschmeidigen Schwung erhob ich mich aus dem Bett und glitt in Richtung meines begehbaren Kleiderschranks. Hier begann der erste Akt meines morgendlichen Rituals. Vor mir erstreckte sich eine Sammlung, die an Exklusivität kaum zu überbieten war: Ein makelloses weißes Hemd von Armani, ein tiefschwarzer Prada-Anzug, der sich wie eine zweite Haut um meinen körperlichen Triumph legen würde, und eine graue Gucci-Krawatte, die allein den Blick eines jeden Konkurrenten einfrieren ließ. Ich betrachtete mich im Spiegel, glättete mein Haar, das selbst nach einer durchwachten Nacht makellos saß, und strich über meinen exakt getrimmten Bart. Junge, Junge, dachte ich. Ein Anblick, der selbst mich ins Staunen versetzte.
In meiner Küche erwartete mich Christian, mein Assistent und gleichzeitig mein bester Kumpel. Ein unschlagbares Duo, wie ich immer zu sagen pflegte. Er war penibel und effektiv, genau das, was ich brauchte, um meine Mission zu vollenden. Mit einem iPhone in der Hand nahm ich Platz, während Christian mir die neuesten Statistiken meiner Firma vortrug. Blakes Industries, ein Imperium der Immobilienwelt, das meinen Namen trug, war unangefochtener Marktführer. Ich grübelte kurz über die Zahlen, die mir präsentiert wurden, aber in Wahrheit wusste ich, dass ich auf Kurs war. Kein Mitbewerber konnte mir das Wasser reichen, und falls doch, würde ich ihn mit einem kurzen Lächeln und einem entschlossenen Angebot aus dem Rennen werfen.
„Alexander, spielen wir heute nach der Arbeit noch eine Partie Golf zusammen? Außerdem hat ein neuer Club am Strand aufgemacht. Ich habe uns spontan auf die Gästeliste setzen lassen und eine Lounge reserviert. Passt dir das?“, fragte Christian, während er durch seinen Blackberry scrollte. Ich nahm einen Schluck meines Kaffees, der genau die richtige Mischung aus starker Röstung und süßer Sanftheit hatte. Perfektion in jeder Hinsicht.
„Golf nein, Club ja,“ erwiderte ich knapp. „Ich muss trainieren.“ Eine einfache Antwort, aber sie enthielt alles, was gesagt werden musste. Erfolg war nicht allein ein Geschenk, sondern eine Verpflichtung, die Disziplin erforderte.
Vor der Haustür wartete bereits mein Fahrer mit der silbergrauen Limousine, die glänzend in der Sonne schimmerte. Ich nahm auf dem Rücksitz Platz, während Christian neben mir eine Liste meiner heutigen Aufgaben durchging. Der Verkehr schien wie durch ein Wunder zu fließen, so als ob selbst die Stadt erkannte, dass ich unterwegs war. Am Firmengebäude angekommen, schritt ich über den Marmorboden des Eingangsbereichs. Jeder, der mir begegnete, hielt inne, als ob ein Magnet sie an meinem Anblick festhielt. Manche flüsterten meinen Namen, andere sahen mich schlicht ehrfürchtig an. Und warum auch nicht? Ich war schließlich der Mann, der alles hatte.
Nach einem Vormittag voller Meetings – jedes davon unterbrochen von meinem schneidenden Charme und meiner unnachgiebigen Argumentationskraft – entschied ich, dass es an der Zeit war, einen meiner persönlichen Kunden zu besuchen. Solche Gelegenheiten waren rar. Ich wählte meine Kundschaft mit Bedacht aus. Heute war es eine attraktive Investorin, deren Interesse an einer Villa im Wert von zwanzig Millionen Dollar geweckt worden war. Eine Frau von Stil und Eleganz, zweifellos, aber in meiner Liga war ich immer derjenige, der das letzte Wort hatte.
Die Villa lag an der Küste, mit einer Aussicht, die selbst den atemberaubendsten Postkarten den Rang ablief. Ich empfing sie an der Auffahrt und bot ihr einen festen, aber charmanten Handschlag an. Meine Fähigkeit, die perfekte Balance zwischen Professionalität und unwiderstehlichem Charme zu halten, war legendär. Während ich sie durch die luxuriösen Räume führte, merkte ich, wie sie mehr Interesse an mir als an der Immobilie zeigte. Ein gewohnter Effekt, den ich weder förderte noch bremste – ich nahm ihn einfach als eine Selbstverständlichkeit hin.
„Die Aussicht von hier ist spektakulär,“ sagte sie, während sie sich dem Panoramafenster näherte. Ihre Augen suchten meine, und ich wusste, dass der Deal bereits abgeschlossen war.
„Nicht nur die Aussicht, sondern auch die Gesellschaft,“ entgegnete ich mit einem Lächeln, das selbst Eis zum Schmelzen bringen konnte. Sie lachte, und das war der Moment, in dem ich die Schatulle mit dem Kaufvertrag hervorholte. Innerhalb von Minuten war alles erledigt. Zwei Ziele erreicht, wenn Sie verstehen, was ich meine.
Zurück in meinem Büro lehnte ich mich entspannt in meinen ergonomischen Stuhl zurück, der eigens aus Italien importiert worden war. Christian erschien mit einer Flasche meines Lieblingswhiskys und zwei Gläsern. Es war Zeit, den Tag gebührend zu feiern, bevor es zum Club ging. Dort erwartete uns eine exklusive Lounge mit Blick auf das Meer. Die Nacht versprach, so glanzvoll wie mein Tag zu werden.
Im Club angekommen, warf ich einen Blick auf die versammelte Menge. Wie gewohnt zog ich alle Blicke auf mich. Es war nicht schwer, in einem Raum voller Durchschnittlichkeit herauszustechen. Die Musik, die Drinks, die Atmosphäre – alles war genau nach meinem Geschmack. Die Gespräche drehten sich um mich, und warum auch nicht? Ich war schließlich der Mann, der alles hatte und noch mehr wollte.
Als die Nacht fortschritt, spürte ich, wie sich die Energie um mich herum verdichtete. Ich hatte alles erreicht, was ich mir vorgenommen hatte, und dennoch verspürte ich diesen unersättlichen Hunger nach mehr. Vielleicht war es genau das, was mich auszeichnete: Ich war nie zufrieden, nie satt, nie fertig. Ich war The Master.