Seine Augen wanderten über ihren Körper. Über die kleinen, festen Brüste mit den dunklen Spitzen, die sich bereits hart aufgerichtet hatten. Über den flachen Bauch, die sanften Rundungen ihrer Hüften, die dunkle Stelle zwischen ihren Schenkeln.
Er beugte sich hinunter und nahm eine Brustwarze in den Mund. Liesel bog sich ihm entgegen. Ein leises Wimmern entkam ihr. Seine Zunge kreiste, saugte sanft, dann fester. Die andere Hand glitt über ihren Bauch, tiefer, bis er zwischen ihre Beine kam.
Sie war bereits feucht. Glitschig vor Verlangen. Viktor knurrte zufrieden gegen ihre Haut. Seine Finger teilten ihre Schamlippen, fanden die empfindliche Perle und strichen sanft darüber.
Liesel schrie leise auf. Ihre Hüften zuckten. „Viktor...“
„Sag es noch einmal“, verlangte er. Seine Finger kreisten langsam, quälend langsam.
„Viktor... bitte...“
Er schob einen Finger in sie. Langsam. Vorsichtig. Sie war eng. So eng, dass er innehielt. „Du bist noch unberührt.“
Sie nickte stumm. Scham und Verlangen mischten sich in ihrem Blick.
„Dann werde ich sanft sein“, versprach er. „Zuerst.“
Er bewegte den Finger langsam in ihr, krümmte ihn leicht, fand die Stelle, die sie aufkeuchen ließ. Dann ein zweiter Finger. Er dehnte sie behutsam, während sein Mund wieder zu ihrer Brust wanderte, saugte, knabberte.
Liesel wand sich unter ihm. Ihre Hände krallten sich in sein Haar. Das Ziehen in ihrem Unterleib wurde unerträglich. Sie brauchte mehr. Brauchte ihn.
„Bitte“, flehte sie. „Ich halte das nicht mehr aus.“
Viktor hob den Kopf. Seine Augen waren fast schwarz vor Lust. Er zog die Finger zurück, leckte sie genüsslich ab, während er sie ansah. Dann öffnete er seinen Gürtel. Das Hemd folgte. Seine Brust war breit, muskulös, übersät mit alten Narben. Als er die Hose abstreifte, sprang sein Glied hervor. Hart. d**k. Pulsierend.
Liesel starrte es an. Angst flackerte in ihren Augen. Doch der Bund in ihr schrie nach ihm. Sie spreizte die Beine weiter, lud ihn ein.
Er kniete sich zwischen ihre Schenkel. Die Spitze seines Schaftes berührte ihren Eingang. Er rieb sich langsam an ihr, benetzte sich mit ihrer Feuchtigkeit.
„Sieh mich an“, befahl er.
Ihre Blicke verschmolzen.
Dann drang er ein.
Langsam. Zentimeter für Zentimeter.
Liesel keuchte. Es tat weh. Ein scharfer, brennender Schmerz. Doch darunter lag Lust. Tief. Wild. Sie grub die Nägel in seine Schultern.
Viktor hielt inne, als er ganz in ihr war. Er zitterte vor Selbstbeherrschung. „Atme, meine Wölfin. Atme.“
Sie tat es. Tief. Zittrig. Der Schmerz ebbte ab. Stattdessen kam ein Gefühl von Vollkommenheit. Von Zugehörigkeit. Als ob zwei Hälften endlich eins geworden wären.
Er begann sich zu bewegen. Langsam zuerst. Tiefe, kontrollierte Stöße. Jeder Vorstoß ließ sie aufstöhnen. Ihre Beine schlangen sich um seine Hüften. Sie zog ihn tiefer.
„Schneller“, bat sie.
Er gehorchte.
Seine Stöße wurden härter. Schneller. Das Bett knarrte laut. Ihre Körper klatschten aneinander. Schweiß perlte auf ihrer Haut. Viktor beugte sich hinunter, küsste sie wild, während er in sie stieß. Seine Zunge imitierte den Rhythmus seiner Hüften.
Liesel spürte, wie sich etwas in ihr aufbaute. Ein Druck. Ein Feuer. Es wuchs mit jedem Stoß. Sie grub die Zähne in seine Schulter, um nicht zu schreien.
„Komm für mich“, knurrte er an ihrem Ohr. „Lass mich dich spüren.“
Seine Hand glitt zwischen sie. Sein Daumen fand ihre Perle, rieb sie im Takt seiner Stöße.
Das war zu viel.
Liesel zerbrach.
Ihr Höhepunkt kam wie eine Welle, die sie überschwemmte. Sie schrie seinen Namen, bog sich ihm entgegen, ihre inneren Wände zogen sich krampfhaft um ihn zusammen.
Viktor folgte ihr Sekunden später. Mit einem tiefen, animalischen Knurren ergoss er sich in sie. Pulsierend. Heiß. Markierend.
Er brach über ihr zusammen, stützte sich auf die Unterarme, um sie nicht zu erdrücken. Ihre Körper zitterten gemeinsam. Schweiß und Tränen mischten sich auf ihrer Haut.
Nach langen Minuten zog er sich langsam zurück. Ein Schwall seiner Essenz rann aus ihr. Er betrachtete es mit einem Ausdruck von Besitz und Ehrfurcht.
„Jetzt bist du mein“, flüsterte er. „Und ich bin dein.“
Liesel legte die Hand auf seine Wange. „Morgen... das Duell...“
„Morgen kämpfe ich für dich“, sagte er ernst. „Für uns. Und ich werde siegen.“
Er zog sie an sich. Bettete ihren Kopf an seine Brust. Seine Finger strichen durch ihr Haar.
„Ich habe dich nie gewollt, dass du leidest“, murmelte er. „Ich wollte nur... dich.“
„Ich weiß“, flüsterte sie zurück.
Sie lagen so, nackt, verschlungen, während der Mond langsam sank. Die Nacht war noch nicht vorbei. Doch die Morgendämmerung kam näher.
Und mit ihr das Blut.
Das Duell.
Der Anfang von allem.
Oder das Ende.
Liesel schloss die Augen. Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlte sie sich nicht unsichtbar. Nicht wertlos.
Sie fühlte sich gewollt.
Geliebt.
Und tödlich gefährdet.
Doch in dieser Nacht war das genug.
Die Stunden vergingen in Stille. Nur ihr Atem, synchron, wie das Lied zweier Wölfe, die endlich zueinander gefunden hatten.
Als der erste graue Streifen am Himmel erschien, küsste Viktor sie ein letztes Mal. Tief. Verzweifelt.
„Ich komme zurück zu dir“, versprach er.
Dann stand er auf, kleidete sich an und ging.
Liesel blieb zurück. Nackt. Befriedet. Zerbrochen und neu geboren.
Sie legte die Hand auf ihren Unterleib. Dort, wo er gewesen war. Wo er sie gefüllt hatte.
Und sie wusste: Was auch immer der Morgen bringen würde, sie hatten bereits gewonnen.
Ein Stück von ihm lebte jetzt in ihr.
Und das war stärker als jedes Duell.
Stärker als Blut.
Stärker als der Mond selbst.
Der Himmel über den Schattenfelsbergen war noch nachtschwarz, als die ersten Trommelschläge durch das Tal hallten. Tiefe, langsame Schläge, wie das Schlagen eines riesigen Herzens. Das Rudel erwachte nicht sanft. Es erwachte mit Knurren, mit Zähnefletschen, mit dem metallischen Geruch von Blut, das bereits in der Luft lag, bevor der erste Tropfen fiel.
Liesel stand am Rand des großen Kreises, den die Krieger in der Nacht mit Fackeln und Steinen markiert hatten. Der Boden war hart gefroren, mit einer dünnen Schneedecke überzogen, die im Fackellicht bläulich schimmerte. Ihre Füße waren nackt. Jemand hatte ihr ein weißes Kleid gegeben, dünn wie Spinnenseide, das im Wind flatterte. Es war das Kleid einer LunaKandidatin. Das Kleid einer Frau, die entweder siegen oder sterben würde.
Sie hatte nicht geschlafen. Nachdem Viktor gegangen war, hatte sie stundenlang auf dem Bett gelegen, seinen Geruch auf ihrer Haut, seinen Samen noch in sich, und auf den Morgen gewartet. Jede Minute war eine Qual gewesen. Jede Minute hatte sie gefragt: Wird er leben? Wird er sterben? Wird der Bund zerreißen, bevor er richtig begonnen hat?
Jetzt stand sie hier. Umgeben von Hunderten Augenpaaren. Das gesamte vereinte Rudel hatte sich versammelt. Schattenfels und Sturmherz. Krieger in Pelzen, Frauen mit geflochtenen Haaren, Kinder, die man eigentlich hätte fortschicken sollen, aber niemand wagte es, sie wegzubringen. Alle wollten sehen. Alle wollten wissen, ob der Mond wirklich eine Unmarkierte erwählt hatte.
Rudolf von Schattenfels stand erhöht auf einem Felsenpodest. Sein Gesicht war eine Maske aus Stein. Nur seine Hände zitterten leicht. Er hatte die ganze Nacht getobt, geschrien, gedroht. Doch das Gesetz des Mondes war älter als er. Wenn ein Bund erwachte, konnte kein Alpha ihn leugnen. Nicht einmal er.
Isolde stand neben ihm. Sie trug ein schwarzes Trauerkleid, als wäre sie bereits Witwe. Ihre Augen waren leer. Sie hatte Liesel nicht einmal angesehen, seit dem Kuss in der Halle. Liesel verstand es. Der Schmerz war zu groß. Die Demütigung zu tief. Doch tief in ihrem Herzen hoffte sie, dass Isolde eines Tages verstehen würde.
Die Trommeln verstummten abrupt.
Stille.
Dann trat Viktor in den Kreis.