Ich rannte durch den Regen, verzweifelt bemüht, alles von mir abzuwaschen – den Schmerz, die Demütigung, den Verrat, der wie Gift an meiner Haut klebte. Meine Tränen mischten sich mit dem Platzregen, während ich in die leere Nacht schrie.
„Du Idiot! Du Trottel! Ich hasse dich!“ Der Sturm verschluckte meine Stimme, doch ich hörte nicht auf. Mein Atem kam stoßweise, während der Regen mich bis auf die Knochen durchnässte. Meine Kleidung war schwer und klebte an meiner Haut, doch ich rannte weiter, als könnte ich dem Schmerz davonlaufen, der mir die Brust zerriss.
Meine Beine zitterten, meine Lungen brannten, und schließlich gaben sie unter mir nach. Ich brach auf dem kalten Asphalt zusammen, die Welt drehte sich, während mir die Schluchzer roh und zerbrochen aus der Kehle rissen.
Ich wusste nicht, wie lange ich dort lag. Nur, dass der Regen nicht aufhörte – und die Tränen auch nicht. Es fühlte sich an, als würde der Himmel selbst mit mir weinen. Als ich schließlich den Kopf hob, war meine Sicht verschwommen, doch durch den Vorhang aus Regen sah ich einen Club vor mir.
Warmes Licht schimmerte durch die Fenster und ergoss sich über die nassen Straßen wie ein zerbrechliches Versprechen.
Die Musik drinnen pulsierte leise – Lachen, Stimmen, Leben. Ich stolperte darauf zu, zu benommen, um nachzudenken, zu zerbrochen, um mich zu kümmern. Vielleicht könnte ein Drink mich wenigstens für einen kurzen Moment vergessen lassen.
Drinnen war die Luft schwer vom Geruch nach Alkohol und Schweiß, das Summen der Gespräche legte sich wie Nebel um mich.
Ich ließ mich auf einen Hocker fallen, meine Finger zitterten, als ich einen Drink bestellte. Als das Glas den Tresen berührte, schnappte ich es mir und kippte es in einem Zug hinunter.
Es war bitter. Scharf. Meine Kehle brannte – aber nicht annähernd so sehr wie mein Herz.
Denn unter dem Schleier aus Alkohol und Schmerz hallte ein Gedanke immer wieder in meinem Kopf wider.
„Er hat mich betrogen.“
Die Worte taten jedes Mal weh, wenn sie sich wiederholten. Das Bild ließ mich nicht los – sein Körper, gepresst gegen eine andere weibliche Werwölfin, ihr Lachen vermischt mit seinem.
Ich erinnerte mich an den Klang, den Anblick, die Grausamkeit in seiner Stimme, als er mir in die Augen sah und sagte:
„Sieh zu und lern, wie sich eine echte Frau im Bett verhält.“
Und dann ihr Lachen. Dieses Geräusch würde mich für immer verfolgen. Grausam. Spöttisch. Es zerbrach etwas tief in mir.
Vielleicht war es meine Schuld. Vielleicht, wenn ich sanfter gewesen wäre, hübscher, verführerischer, vielleicht, wenn ich gewusst hätte, wie man ihn befriedigt, hätte er sich nicht jemand anderen gesucht. Vielleicht war ich nie genug. Der Gedanke schnitt durch mich wie Glas.
Die Stimme des Barkeepers riss mich aus meinen kreisenden Gedanken. Er beugte sich vor, die Stirn vor Sorge gerunzelt, und fragte, was los sei. Ich fuhr ihn an, meine Stimme bebte vor Wut und Verzweiflung. „Hol mir einfach noch einen Drink und kümmere dich um deinen eigenen Kram!“
Er zögerte, aber es war mir egal. Ich brauchte das Brennen. Ich brauchte die Betäubung. Also trank ich weiter, jeder Schluck ein verzweifelter Versuch, den Schmerz zu ertränken, der nicht sterben wollte.
Mein Blick wanderte benommen durch den Raum, über Gesichter, die ineinander verschwammen – bis er stehen blieb.
Dieses Gesicht.
Diese grünen Augen.
Breite Schultern, die mir sehr vertraut vorkamen.
Bevor ich es merkte, war ich auf der Tanzfläche – verloren, rücksichtslos, wirbelnd unter grellen Lichtern. Ich schrie, bis meine Stimme brach, lachte, wenn ich eigentlich weinen wollte, und bewegte mich, bis sich der Schmerz fast fern anfühlte. Die Musik verschluckte mich vollkommen, jeder Beat hämmerte gegen meine Brust wie ein Herzschlag, der nicht meiner war. Ich tanzte, wer weiß wie lange.
Plötzlich kam der Drang. Ich musste dringend.
Taumelnd eilte ich Richtung Toilette, meine Sicht wurde bereits verschwommen. Kaum war ich im Waschraum, klammerte ich mich an das Waschbecken, um das Gleichgewicht zu halten. Mein Spiegelbild starrte mir entgegen – gerötet, zitternd. Etwas stimmte nicht. Meine Haut brannte, als wäre ein Feuer unter ihr entfacht worden.
So sollte ich mich nicht fühlen. Nicht jetzt. Nicht hier. Mein Atem ging ungleichmäßig, mein Puls raste so schnell, dass mir schwindlig wurde. Jeder Nerv in meinem Körper fühlte sich lebendig an – zu lebendig, als würde etwas in mir erwachen, das ich nicht kontrollieren konnte.
„Ich bin eine Beta-Werwölfin“, flüsterte ich mir selbst zu und versuchte, meine rasenden Gedanken zu beruhigen. „Ich kann das kontrollieren. Ich kann es.“
Doch die Hitze wurde nur stärker, kroch meinen Nacken hinauf, breitete sich durch meine Adern aus. Mein Körper gehorchte mir nicht. Meine Hände zitterten, als ich sie gegen das kühle Marmorspülbecken presste, doch selbst das konnte das Fieber unter meiner Haut nicht lindern.
„Was passiert mit mir?“ hauchte ich.
Die Luft fühlte sich schwer an, dicht von einem ungewohnten Duft – moschusartig, wild und gefährlich. Mein Herz hämmerte noch schneller. Mein Verstand schrie, ich solle gehen, doch mein Körper verriet mich und verlangte nach etwas, das ich nicht verstand.
Ich schloss die Augen, atmete schwer und versuchte, den Sturm in mir zu bekämpfen.
Mir war heiß. Ich sollte mich nicht so fühlen, dachte ich. Meine Hormone sollten sich nicht so verhalten. Ich war kein Omega. Ich war eine Beta-Frau. Zumindest sollte ich mich kontrollieren können – aber ich konnte es nicht, während mein Körper immer heißer und heißer wurde. Ich stöhnte auf, presste meine Beine zusammen, als ich spürte, wie ich dort unten feucht wurde.
Ich rieb meine Beine aneinander. „Ich stöhnte.“
„Scheiße, was tat ich da? Ich fühlte mich, als wollte ich mich selbst befriedigen. Ich konnte fühlen, wie meine Brustwarzen hart wurden, meine Hände wanderten nach oben. Ich zögerte, doch schließlich legte ich sie an meine Brust und knetete meine Brüste.“
„Aahhh“, stöhnte ich erneut.
Dann erstarrte ich. Ich spürte diesen Blick – diese tiefgrünen Augen, die mich beobachteten, dieselbe Person, die ich zuvor gesehen hatte. Meine Sicht wurde verschwommen und mein Körper noch heißer. Vielleicht, wenn dieser Mann mir helfen konnte, mich besser zu fühlen, würde ich mich nicht einmal an das erinnern, was dieser Bastard von Exfreund mir angetan hatte.
Ich trat näher an ihn heran. Dieses Gesicht kam mir bekannt vor, aber ich war nicht in der Stimmung, das herauszufinden. Als ich mich ihm näherte, war sein Duft berauschend.
„Du denkst, ich bin eine kleine Schlampe, oder?“ Meine Stimme klang samtig.
Er sagte nichts, sah mich nur an. Ich ergriff die Initiative. Ich schlang meine Arme um seinen Hals – ich musste mich dafür auf die Zehenspitzen stellen. Er war verdammt groß und riesig.
„Mach mich zu deiner, Daddy. Mach mich zu deiner Schlampe.“ Ich drückte einen Kuss auf seine Brust und fuhr mit meiner Zunge um seine Brustwarzen.
„Hmmm.“ Er griff mir an den Hintern und hob mich hoch. „Dann stell sicher, dass du es nicht bereust, denn ich werde dafür sorgen, dass du nach Daddy schreist“, sagte seine heisere Stimme.
Allein diese Stimme machte mich noch feuchter.
„Werde ich nicht“, sagte ich – und das war das Einzige, woran ich mich erinnerte, bevor wir die Bar verließen.