Kapitel 1Seite 5

1583 Words
Sie schaute den Brief noch einmal an und sie spürte, wie die Neugier immer stärker wurde. Und doch wünschte sie sich genau in diesem Moment, dass sie jemanden hier hätte, um diesen besonderen Moment zu teilen, die Freude sowie auch den Schmerz. wenn sie wusste, was genau in diesem Brief stand. Auf einmal kam ihr der Gedanke, dass sie Michael anrufen sollte. Aber vielleicht war er noch bei der Arbeit oder außer Haus. Eventuell sogar mit einer Frau?! Da war es wieder, dieses beklemmende Gefühl in ihrer Brust. Als würde man ihr den Atem rauben, dazu kam eine Art von Traurigkeit und Ängstlichkeit. Sie war sich noch nie so bewusst gewesen, wie viel ihr Michael eigentlich bedeutete, wie in diesem einen Moment. Das Gefühl, dass er mit einer anderen zusammen sei , machte sie wahnsinnig, auch wenn sie wusste, dass das wahrscheinlich nur ein Hirngespinst war. Sie konnte es nicht verstehen. Sie hatte bei ihm gewohnt und hatte immer Kontakt zu ihm, und nie kam ihr in den Sinn, dass es mehr werden könnte als eine Freundschaft. Doch jetzt, wo sie in Mexiko war, fing sie an, ihn zu vermissen, aber nicht wie einen Freund, sondern wie einen Partner. Vielleicht brauchte sie einfach diese Zeit, um wieder zu sich selbst zu finden. Plötzlich klingelte ihr Telefon. Sie erschrak und merkte, dass sie so tief in Gedanken war, dass sie gar nicht mehr an den Brief dachte. Sie schaute auf das Display und wurde wieder leicht nervös, als sie Michaels Nummer darauf sah. "Hey, Christine, wie geht es euch? Also dir und dem Baby?" fragte Michael. "Michael, ich wollte dich gerade anrufen. Uns geht es gut. Ich habe hier einen Brief vor mir liegen. Du wirst nie erraten, von wem er ist." Sie schwieg ein paar Sekunden, vielleicht hatte sie gehofft, dass eine Antwort von ihm kam, aber Michael wartete nur darauf, dass sie es ihm sagte. "Vom Kinderheim, Michael. Vom Kinderheim!" "Und was steht drin? Mach es nicht so spannend. Haben sie Informationen für dich?" fragte Michael. "Ich habe den Brief noch nicht geöffnet, ich wollte, dass du bei mir bist, wenn ich es tue. Auch wenn es nur telefonisch ist." Michael war etwas sprachlos. Vielleicht wartete er auch nur darauf, dass sie den Brief öffnete. Christine wollte ihn erst darauf ansprechen. Sie mochte es gar nicht, wenn er sie so anschwieg, aber sie tat es nicht und öffnete den Brief. "Michael, bist du noch dran? Also hier steht, sie hatten eigentlich keine Informationen gehabt, aber als ich abgegeben wurde, merkte sich eine Schwester das Autokennzeichen, und so konnte man herausfinden, wer mich abgegeben hatte. Sie sagen, das Kennzeichen an dem Auto war damals gemeldet auf eine Frau mit Namen Elisabeth. Ihr Name ist Elisabeth Ryder. Michael, ich habe einen Namen, ich kann endlich anfangen, sie zu suchen. Hier steht, sie war zu der Zeit in Idaho gemeldet." Nach diesem Telefonat legte sie sich etwas hin. Als Christine aufwachte, war es bereits dunkel. Sie schaute auf die Uhr und stellte fest, dass sie viel länger geschlafen hatte, als sie wollte. Sie rieb sich den Schlaf aus den Augen und stand auf. Ihr Abendessen war mittlerweile kalt geworden, aber sie hatte auch keinen großen Appetit mehr. Die Erschöpfung der letzten Tage schien sie endlich eingeholt zu haben. Sie fühlte sich immer noch müde . Christine entschied sich, sich ins Bett zu legen und früh am nächsten Morgen aufzustehen. Die Gedanken an die bevorstehende Reise nach Idaho und die Suche nach ihrer Mutter hatten sie emotional aufgewühlt. Sie lag im Dunkeln und versuchte, sich zu beruhigen. Ihre Hand legte sich sanft auf ihren Bauch und sie konnte die Bewegungen ihres ungeborenen Kindes spüren. Das erinnerte sie daran, dass sie nicht allein war und dass sie für ihr Baby und sich selbst sorgen musste. Die Gedanken an Michael kamen ihr erneut in den Sinn. Die Nähe und Unterstützung, die er ihr in den letzten Wochen gegeben hatte, bedeuteten ihr mehr, als sie es sich eingestehen wollte. Sie fragte sich, ob sie es jemals schaffen würde, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und ein neues Leben mit ihrem Kind aufzubauen. Christine war aufgeregt und nervös wegen ihrer bevorstehenden Reise nach Idaho. Die Gedanken an die Suche nach ihrer Mutter beherrschten ihre Gedanken, und sie hoffte, dass sie endlich Antworten finden würde. Gleichzeitig konnte sie nicht anders, als an Michael zu denken. Seine Unterstützung und seine Freundschaft bedeuteten ihr viel, und sie wusste, dass sie ihn vermissen würde, wenn sie weg war. Ihr Chef, Herr Martinez, hatte Maria, seine Tochter, schon gebeten, sich um sie zu kümmern und sie sicher nach Idaho zu begleiten. Maria schien nett und zuvorkommend zu sein, aber Christine wusste nicht, wie ihre Beziehung während dieser Reise sein würde. Der Tag ihrer Abreise kam immer näher und Christine war hin- und hergerissen zwischen Aufregung und Sorgen. Sie hoffte, dass die Reise zu neuen Erkenntnissen über ihre Herkunft führen würde, aber gleichzeitig machte ihr die Ungewissheit Angst. Als sie ihre Koffer für die Reise packte, fühlte sie, wie sich die Anspannung in ihrem Bauch verstärkte. Ihre Reise nach Idaho würde ein neuer Schritt in ihrem Leben sein und sie wusste, dass sie für sich und ihr ungeborenes Kind die bestmöglichen Entscheidungen treffen musste. Christine ging ins Schlafzimmer, legte sich auf ihr Bett und griff nach ihrem Handy, um Michael anzurufen. Das Gespräch mit ihm war ihr in den letzten Tagen sehr wichtig geworden, und sie schätzte seine Unterstützung und seine Freundschaft in dieser aufregenden, aber auch herausfordernden Zeit. Michael nahm den Anruf entgegen, und sie begannen, über ihre bevorstehende Reise nach Idaho zu sprechen und wie sie hoffte, endlich Antworten über ihre Mutter zu finden. Michael war besorgt wegen ihrer Gesundheit, da sie schwanger war, aber er versicherte ihr seine Unterstützung und sagte, dass er immer für sie da sein würde. Sie sprachen auch über ihre Freundschaft und ihre Gefühle füreinander. Christine fand es schwer, ihre eigenen Emotionen zu verstehen, da sie sich zu Michael hingezogen fühlte, aber gleichzeitig über ihre Vergangenheit nachdachte und sich auf die Suche nach ihrer Mutter konzentrierte. Michael ermutigte sie, stark zu sein und für sich und ihr ungeborenes Kind die besten Entscheidungen zu treffen. Er versicherte ihr, dass er auf sie warten würde, wenn sie zurückkehrte, und sie könnten dann gemeinsam über ihre Zukunft sprechen. Nach dem Gespräch legte Christine ihr Handy zur Seite und schloss die Augen, um sich etwas auszuruhen. Die kommende Reise und die Suche nach ihrer Mutter würden sicherlich nicht einfach werden, aber sie fühlte sich entschlossen und hoffnungsvoll. Am nächsten Tag nach der Arbeit ging sie mit Maria zum Busbahnhof der Reisebusse und sie reservierten beide ihre Fahrkarten. Der Bus fuhr erst einmal nach Las Vegas. Das müsste erst einmal reichen, und vielleicht würde Michael Zeit haben sie abzuholen. Sie hatte zwar ein unwohles Gefühl, wieder dorthin zu fahren, wo sie einst wohnte, wo auch Joshuas Anwesen war, aber sie wusste ja auch, dass er noch in Haft war, und das beruhigte sie schon wieder etwas. Es waren nur noch zwei Tage bis zur Abreise und sie wollte nur noch nach Hause, um Michael anzurufen. Es durften keine unnötigen Schwierigkeiten auftreten und Michael musste über alles Bescheid wissen, sodass er auch pünktlich vor Ort war, um sie zu empfangen. Sie begleitete Maria erst einmal wieder nach Hause und ging dann auch wieder. Sie wollte nicht unnötig aufgehalten werden von Marias Mutter und brachte sie deshalb nicht bis ganz vor der Tür. Sie wollte nicht unhöflich erscheinen und Marias Familie war wirklich nett, aber sie fühlte sich gerade sehr müde und wollte nicht, dass Lupita sie aufhalten würde, denn Lupita redete sehr gerne und auch sehr viel. Als sie zuhause ankam, war sie sehr müde und wollte sich hinlegen. Sie überlegte kurz, denn eigentlich wollte sie ja zuerst Michael anrufen und entschied sich dann, das zu machen. Beim letzten Mal, als sie sich nur mal kurz hinlegen wollte, wachte sie zwei Stunden später erst wieder auf und dann wollte sie nicht mehr anrufen, da es dann schon ziemlich spät sein würde. Der bevorstehende Urlaub und die Reise nach Idaho hatten sie emotional und physisch erschöpft. Zudem spielten ihre Schwangerschaft und die vielen Gedanken über ihre Mutter eine große Rolle in ihrem Gemütszustand. Sie entschied, sich kurz hinzulegen, bevor sie Michael anrief. Sie hoffte, sich etwas frischer und klarer zu fühlen, wenn sie das wichtige Gespräch mit ihm führte. Christine schloss die Augen und versuchte, ihren Geist zu beruhigen. Sie dachte über all die Dinge nach, die in ihrem Leben passiert waren und über die vielen Veränderungen, die bevorstanden. Das vielleicht bevorstehende Treffen mit ihrer Mutter war eine Gelegenheit, nach der sie ihr ganzes Leben lang gesucht hatte. Doch es war auch mit Unsicherheit und Ängsten verbunden. Nach einer kurzen Ruhepause nahm Christine ihr Handy und rief Michael an. Sie wollte sicherstellen, dass er über alles Bescheid wusste und sich keine Sorgen um sie machen musste, wenn sie auf der Reise war. Es war wichtig, dass sie offen miteinander sprachen und sich gegenseitig unterstützten. Michael war ein wichtiger Teil ihres Lebens geworden, und sie vertraute darauf, dass er für sie da sein würde. „Michael, es bedeutet mir wirklich viel, dass du uns aufnimmst und hilfst. Maria, die Bekannte, ist übrigens die Tochter meines Chefs in Mexiko. Es war seine Bedingung, dass ich nicht alleine reise, weil ich schwanger bin. Sie ist nett, und ich denke, ihr werdet euch gut verstehen.“ Christine hoffte, dass Michael nicht eifersüchtig oder verärgert darüber war, dass sie jemanden mitbrachte.
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