KAPITEL ZWANZIG Dimitris Sicht Ich wusste nicht, wie viele Tage vergangen waren. Die Zeit hatte jegliche Bedeutung verloren. Ich riss erneut an den Seilen. Meine Handgelenke waren wund und bluteten. Das Blut war getrocknet und hatte sich um das Seil verkrustet. Doch der Schmerz war mir egal. „LASST MICH RAUS!“, schrie ich in den leeren Raum. „MIKHAIL! LASST MICH RAUS!“ Es kam keine Antwort. Ich ließ meinen Kopf aufs Kissen zurückfallen. Mein Hals war vom Schreien wund, meine Stimme heiser und brüchig. Unberührte Lebensmittel standen neben meinem Bett auf dem Boden. Seit gestern, seit zwei Tagen. Mikhail schickte immer wieder andere Wachen, um mich zu füttern. Der erste versuchte, mir Essen in den Mund zu stopfen, aber ich biss ihm so fest in die Hand, dass sein Knochen knackte un

