Als Erstes fielen mir ihre Lesebrille mit dem geklebten Bügel auf, ein Stapel ungelöster Kreuzworträtsel und ihre Lieblingskeramiktasse mit einer kleinen Absplitterung am Rand. Ganz unten, unter einem Strickschal verborgen, lag ein Buch. Ich runzelte die Stirn, denn ich kannte es nicht. Es war ein Tagebuch, aber kein schönes … ein dickes, spiralgebundenes Notizbuch mit einem verblichenen roten Einband. Die Ecken des Kartons waren verbogen, und die Spiralbindung war in der Mitte eingedrückt. Ich hob es sofort hoch … es fühlte sich schwer in meinen Händen an. Ich schlug den Einband auf und sah, dass kein Name darin stand. Nur ein Datum in der oberen rechten Ecke: 12. März 2006. Ich rechnete nach … Ich war 2006 zwei Jahre alt. Ich blätterte um … die Handschrift war die meiner Großmutte

