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Seine markierte Omega

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An ihrem achtzehnten Geburtstag erwacht Arienne Winter unmarkiert – die ultimative Schande für eine Omega. Verspottet, geschlagen und an das Monster verkauft, das Gefährtenbande verschlingt, erwartet sie den Tod. Stattdessen findet sie sich an Alpha Kael gebunden, den verfluchten, jahrhundertealten Dieb, der sich von vorbestimmter Liebe ernähren muss, um nicht zu Staub zu zerfallen. Kael braucht ihr Mal, um zu überleben. Arienne braucht ihn, um sie zu begehren, nicht nur seine Magie. Doch das Mal auf ihrer Haut weigert sich zu verblassen, pocht mit einer uralten Macht, die keiner von beiden versteht. Während verbotene Begierde zwischen dem rücksichtslosen Unsterblichen und der gebrochenen Omega entflammt, lauern Feinde: ein zurückgewiesener Gefährte, ein rachsüchtiger Geist und ein Vater, der die Welt niederbrennen würde, um den Thron seiner Tochter zu beanspruchen.

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Kapitel 1
Ariennes Sicht Das Morgengrauen fiel durch die Ritzen der Fenster des Rudelhauses, doch es linderte nicht den Schmerz, der auf meiner Brust lastete. Heute sollte der wichtigste Tag meines Lebens sein. Der Tag, an dem ich achtzehn wurde. Der Tag, an dem ich mit dem Geschenk der Mondgöttin erwachen sollte – einem Partnermal irgendwo auf meiner Haut, das schwach leuchtete. Ein Zeichen, das uns mit unserem Schicksalsgefährten verband und bewies, dass wir dazugehören. Aber als ich mich von meiner dünnen Matratze erhob und den Ärmel meines Kleides zurückzog, war da … nichts. Nichts, was schimmerte. Keine Wärme unter meiner Haut. Nur bloße, blasse und unscheinbare Haut. Kalte Furcht kroch mir den Rücken hinunter. Ich legte zitternde Finger an mein Handgelenk, dann an mein Schlüsselbein, dann an die Rundung meiner Schulter, wo einst das Mal meiner Mutter gewesen war. Nichts. Meine Wölfin, Elara, winselte in mir. Ich dachte, vielleicht bildete ich es mir nur ein, vielleicht hatte ich einfach nicht an der richtigen Stelle geschaut. Ich eilte zu dem rissigen Spiegel über meiner Kommode, drehte meinen Körper hin und her, suchte verzweifelt. Mein Spiegelbild starrte mich an, meine braunen Augen weit, mein blondes Haar fiel lose aus dem Zopf, und meine Lippen standen vor Entsetzen offen. Bin ich ohne Mal? Das Getuschel begann, sobald ich den Flur betrat. „Sie hat keins.“ „Göttin, ist das überhaupt möglich?“ „Ohne Mal … verflucht.“ Ich versuchte, den Kopf gesenkt zu halten, während ich die Frühstückstabletts in Richtung Speisesaal trug. Der Duft von gebratenem Fleisch und Kaffee erfüllte den Raum, doch er konnte die Angst in mir nicht lindern. Normalerweise, am achtzehnten Geburtstag eines Wolfs, gratulierte das Rudel, feierte deinen neuen Anfang. Es gab Umarmungen, warme Worte, manchmal sogar eine Notiz vom Alpha selbst. Aber niemand sah mich mit Freude an. Nur mit Mitleid und Abscheu. Marielle, die Tochter des Betas, lehnte sich in ihrem Stuhl zurück, ihre Lippen verzogen sich. „Wo ist dein Leuchten, Arienne? Jeder hat meins heute Morgen gesehen. Ein wunderschöner Halbmondstern, genau hier.“ Sie neigte ihren Hals, um das schwache silberne Mal zu zeigen, das stolz auf ihrer Haut glänzte. Marielle war mit Alpha Ronan verlobt. Er war dreiundzwanzig Jahre alt und noch unverbunden. Marielle war achtzehn. Sie waren seit der Kindheit befreundet, und jeder kannte ihre enge Beziehung. Die anderen keuchten und lobten sie. Mein Magen zog sich zusammen. „Zeig uns deins“, sagte Reyna, ihre engste Freundin, ein großes, hellhäutiges Mädchen, und funkelte mich böse an. Hitze stieg mir ins Gesicht. Ich hielt meinen Blick gesenkt. „Ich … habe keins.“ Stille fiel. Dann, wie Geier über einer Beute, brach Gelächter aus. „Keins?“ wiederholte Marielle gespielt schockiert. „Oh, armes Ding. Die Göttin muss dich übersehen haben. Oder vielleicht …“ Sie beugte sich vor, ihre Stimme wurde zu einem Flüstern. „Vielleicht hat sie gesehen, was du wirklich bist. Nutzlos und unerwünscht.“ Das Gelächter hallte durch den Raum. Ich schluckte hart und hielt das Tablett fester. „Entschuldigt mich“, murmelte ich und zog mich zurück, bevor meine zitternden Hände mich verrieten. Ich stellte das Tablett ab, als ich die Küche betrat, und legte die Handflächen auf die Arbeitsplatte, zwang mich zu atmen. „Wir sollten fliehen“, winselte Elara, ihre Stimme zitternd. „Wir gehören nicht mehr hierher.“ Mein Herz zog sich zusammen. Ich hatte keinen Ort, an den ich gehen konnte. Ohne Gefährten, ohne Mal – was war ich? In den Augen des Rudels – nichts. Weniger als nichts. „Arienne!“ Marielle stürmte in die Küche, flankiert von Reyna und zwei anderen. Ihr Mal schimmerte stolz an ihrem Hals, leuchtete wie ein grausamer Leuchtturm. „Dachtest du, du könntest dich den ganzen Tag hier verstecken, Mädchen ohne Mal?“ Ich erstarrte. „Ich habe mich nicht versteckt.“ Ihre Lippen verzogen sich. „Dann zeig es uns.“ „Ich habe schon gesagt—“ Ihre Hand schnellte vor, zog meinen Ärmel zurück und entblößte mein Handgelenk. Blasse, unversehrte Haut. Ein Chor aus Keuchen hinter ihr. „Sie hat wirklich keins.“ „Göttin, es stimmt.“ „Sie ist verflucht!“ Marielles Augen funkelten vor Triumph. „Erbärmlich. Nicht einmal die Mondgöttin will dich.“ Der Stich ihrer Worte schnitt tiefer als Krallen. Ich wollte zurückschreien, ihnen sagen, dass sie Unrecht hatten, dass die Göttin sich geirrt haben musste. Aber keine Worte kamen. Jeder wusste, dass Marielle bald Luna sein würde; sie benahm sich bereits so – mit ihrem scharfen Blick und ihrer noch schärferen Zunge. „Komm sofort in mein Zimmer“, befahl sie mit strengem Blick. Ich folgte ihr, langsam, hinter ihr her. Reyna hielt mich an der Tür auf. „Wag es nicht, deine jämmerlichen Füße hier reinzusetzen. Wir wollen nicht, dass dein verfluchtes Ich Luna Marielle beeinflusst.“ Ein Vorhang versperrte mir die Sicht in den Raum, also blieb ich am Eingang stehen – wie eine Ausgestoßene. Sie warfen mir schmutzige Kleidung zu. Ich beugte mich, um sie langsam aufzuheben. Die Kleidung war definitiv nicht Marielles. Sie roch nach Kuhmist und hatte Flecken. Sie mussten es absichtlich getan haben, um mich zu bestrafen. Ich wusste nicht, warum sie mich so sehr hasste. Immer suchte sie nach einer Gelegenheit, mich zu quälen. „Ich will, dass jedes einzelne Stück vor Sonnenuntergang sauber und trocken ist“, befahl Marielle mit verächtlichem Ton. „Und nicht in der Wäscherei … wasch sie im Fluss.“ „Aber das ist weit weg von unserem Rudel, Marielle—“ Ich hielt inne und zuckte zusammen. „Ich werde es tun.“ Ihre Lippen verzogen sich zu einem grausamen Grinsen. „Sorg dafür, dass es erledigt ist. Ich würde es hassen, Ronan von deiner Unfähigkeit erzählen zu müssen.“ Reyna warf mir mit einem verächtlichen Grinsen den Haufen schmutziger Kleidung in die Arme. Meine Knie gaben fast nach unter dem Gewicht. „Sei ehrlich, Arienne, du solltest dankbar sein, dass Luna Marielle dir überhaupt noch einen Platz gibt. Ein Wolf ohne Mal sollte verbannt werden, aber sie lässt dich trotzdem für sie arbeiten.“ „Genau“, stimmte das andere Dienstmädchen, Lyra, aus dem Zimmer zu. Ich nickte und hielt die Kleidung fester, der Gestank betäubte meine Sinne. „Ja, natürlich.“ Als ich mich zum Gehen wandte, stoppte Marielles Stimme mich. „Und nenn mich nicht Marielle, als wären wir gleichgestellt. Es heißt Luna Marielle.“ Ihre Worte waren von Hass durchtränkt, und das Dienstmädchen lachte. Ich presste die Zähne zusammen, aber ich widersprach nicht. Marielle war keine Luna, aber sie liebte es, so genannt zu werden. Nach einem langen Marsch erreichte ich den Fluss. Ich durfte nicht einmal einen Wagen benutzen, um die Kleidung zu tragen. Ich kniete mich ans Ufer, um mir den Schweiß vom Gesicht zu waschen. Mein Spiegelbild im Wasser fesselte meinen Blick – ein schlankes Mädchen mit blondem Haar und braunen Augen starrte zurück. Jeder wusste, dass wir unser Mal bekamen, sobald wir achtzehn wurden und es uns mit unserem Schicksalsgefährten verband. Aber warum hatte ich keins? Ohne es konnte ich nicht einmal wissen, wer mein Gefährte war. „Vielleicht ist es nur ein Fehler. Meins kommt vielleicht später“, flüsterte ich mir zu. „Heute ist schließlich immer noch mein achtzehnter Geburtstag, vielleicht erscheint es in der Nacht.“ Aber ich wusste, dass das selten war – fast unmöglich. Wenn es bis jetzt nicht erschienen war, wie groß war die Chance, dass es noch kam? Ich ließ den kleinen Rest Hoffnung in mir versinken. Den ganzen Tag verbrachte ich am Flussufer mit Schrubben, und als die Sonne fast unterging, kehrte ich mit sauberen, trockenen Kleidern zurück. Nachdem ich sie abgeliefert und eine weitere Runde gehässiger Blicke und spöttischer Bemerkungen ertragen hatte, zog ich mich in mein Zimmer zurück. In dieser Nacht lag ich zusammengerollt auf meinem schmalen Bett, Tränen durchnässten mein Kissen. Elara winselte in mir, ruhelos und unruhig. Als die Uhr Mitternacht schlug, schien die Welt stillzustehen. Schmerz schoss durch mich. Ich schrie auf und packte mein Handgelenk, als brennende Hitze unter der Haut aufflammte. Für einen Moment dachte ich, mein Partnermal erscheine endlich. Aber nein – das war anders. Die Hitze brannte, verzog sich, zog, als würde etwas Unsichtbares aus mir herausgerissen. Meine Sicht verschwamm. Ich brach zitternd zu Boden, als eine dunkle Gestalt am Rand meines Bewusstseins auftauchte. Ein Mann. Groß, breit gebaut. Seine Augen glühten wie Kohlen, durchdringend und gnadenlos. Seine Stimme legte sich wie Rauch um mich. „Dein Mal gehört jetzt mir.“ Entsetzen überflutete mich. „Wer bist du?“ flüsterte ich kaum hörbar. Er beugte sich näher, seine Präsenz erdrückend und doch auf seltsame Weise anziehend. „Du, kleines Wölfchen … gehörst mir.“

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