Kira stand auf. Sie haben sie gewaschen und ihr die Haare gebürstet. Sie kleideten sie in ein schlichtes weißes Kleid. Keine Juwelen. Keine Krone. Sie sah aus wie ein Geschenk, das weggegeben wurde.
Kira beobachtete ihre Gesichter. Sie wirkten leer, als hätten sie das schon oft getan.
"Sterben die Damen immer?" fragte Kira leise.
Die Frauen hörten auf, sich zu bewegen.
"Stelle keine Fragen", flüsterte einer.
Sie öffneten die Tür. Wachen warteten draußen. Als Kira durch die Flure ging, hatte sie wieder Angst. Aber sie war auch wütend. Eine Frage blieb ihr im Kopf.
Warum haben sie mich gewählt?
Sie brachten sie in einen hohen Raum. Sie konnte das Rudelgelände darunter sehen. Alpha Ryder stand am Fenster.
"Du hast nicht geschlafen", sagte er. Seine Stimme war ruhig und gefasst.
Kira sprach nicht.
Die Wachen führten sie vorwärts. Als sie an Alpha Ryder vorbeigingen, sah sie sich im Raum um.
Viele Menschen waren dort. Die Ältesten des Rudels standen entlang der Mauern. Sie trugen dunkle Roben und hielten die Hände hinter dem Rücken. Ihre Gesichter waren ernst. Einige beobachteten sie interessiert. Andere schauten weg.
Die Wachen standen in gerader Linie. Sie waren groß und stark. Ihre Rüstung war dunkel und schwer. Speere ruhten in ihren Händen. Keiner von ihnen sprach. Keiner von ihnen zeigte Gefühle.
Ein paar Rudelmitglieder standen hinten. Sie tuschelten leise miteinander. Einige wirkten neugierig. Einige sahen ängstlich aus. Niemand hat versucht zu helfen. Manche schauten nur und flüsterten vor sich hin.
Fackeln brannten hoch oben an den Wänden. Ihr Licht flackerte über kalte Steingesichter. Schatten bewegten sich über den Boden, während Kira ging.
Alle beobachteten sie. Niemand hielt die Wachen auf.
Sie sah ein vertrautes Gesicht; Ihr Vater stand in der Nähe. Er lächelte.
"Vater?" sagte Kira leise.
Er trat schnell vor. "Alpha Ryder", sagte er respektvoll. "Ich stimme der Wahl zu."
Kiras Herz machte einen Sprung.
"Du darfst sie mitnehmen", fuhr ihr Vater fort. "Aber sie muss bezahlt werden."
Der Raum wurde still.
Kira wandte sich ihm zu. "Bezahlt?" flüsterte sie.
Alpha Ryder sah ihren Vater an. "Du verlangst einen Preis für deine Tochter?"
Ihr Vater nickte. "Sie ist auf ihre Weise stark", sagte er. "Sie ist etwas wert."
Kira hatte das Gefühl, als würde der Boden unter ihren Füßen verschwinden.
Alpha Ryder griff in seinen Mantel und reichte ihrem Vater eine kleine Tasche. Es gab ein schweres Geräusch von sich, als es in seine Hand fiel.
"Silver", sagte Alpha Ryder. "Und Essen für den Winter."
Ihr Vater lächelte breit. "Danke, Alpha."
Kira schüttelte langsam den Kopf. "Vater... Bitte, die Luna stirbt."
Er sah sie nicht an. Er band die Tasche fest und trat zurück.
"Sie gehört jetzt zum Rudel", sagte er. "Unsere Familie wird sicher sein."
Kiras Brust tut weh. Ihre Augen füllten sich mit Tränen.
Die Wachen nahmen erneut ihre Arme.
Als sie sie wegführten, blickte sie ein letztes Mal zu ihrem Vater zurück.
Er zählte das Silber.
Die Türen schlossen sich hinter ihr.
Kira verstand die Wahrheit damals—
Sie war nicht ausgewählt worden. Sie war verkauft worden.
Die Türen schlossen sich mit einem lauten Geräusch. Kira zuckte zusammen.
Die Wachen führten sie einen langen Flur entlang. Die Wände waren aus kaltem Stein. Fackeln brannten, aber das Licht fühlte sich nicht warm an.
Ihre Füße fühlten sich schwer an, als sie ging. Ihr Herz schmerzte. Sie sah immer wieder das Lächeln ihres Vaters in ihrem Kopf. Sie hörte immer wieder das Geräusch der silbernen Tasche.
Kira wollte weinen, aber keine Tränen kamen.
Sie hielten vor einer großen Tür an.
"Geh rein", sagte ein Wächter.
Kira trat ein.
Der Raum war still. In der Mitte stand ein Bett. Dunkles Fell bedeckte es. Auf einem kleinen Tisch stand eine Schale mit Wasser und ein sauberes Tuch.
Der Wächter schloss die Tür hinter ihr und schloss sie ab.
Kira war allein. Langsam setzte sie sich auf den Boden. Ihre Hände zitterten. Ihre Brust fühlte sich eng an.
"Er hat mich verkauft", flüsterte sie.
Sie umarmte ihre Knie und legte ihren Kopf darauf. Der Raum fühlte sich zu groß und zu leer an.
Nach einer Weile stand sie auf. Sie ging zum Tisch und berührte das Wasser. Es war kalt. Es half ihr beim Atmen.
"Ich bin immer noch hier", sagte sie leise. "Ich lebe noch."
Sie wischte sich das Gesicht ab und atmete tief durch.
Wenn ihr Vater sie verraten konnte, müsste sie sich selbst schützen.
Kira sah sich im Raum um. Es sollte sie halten. Um sie zu brechen. Aber sie schüttelte den Kopf.
"Nein", sagte sie leise. "Ich werde nicht zerbrechen."
Sie setzte sich an die Wand und wartete.
Draußen brannten die Fackeln tiefer.
Und irgendwo tief in Kira begann ein kleines Feuer zu lodern. Sie ging zum großen Bett. Das Feuer in Kira brannte leise, während sie auf dem Bett saß. Der Raum ist sehr ruhig. Das einzige Geräusch war das leise Knistern von Fackeln draußen.
Die Tür öffnete sich erneut. Die gleichen zwei Frauen kamen herein. Ihre Gesichter waren ruhig, aber ihre Augen scharf. Zunächst sagten sie nichts. Sie haben sie einfach beobachtet.
"Steh auf", sagte die ältere Frau. Kira stand langsam auf. Ihre Beine waren steif. Sie bewegte sich nicht auf sie zu. Sie gehorchte nur, weil sie keine Wahl hatte.
Die Frau brachte eine kleine Truhe in den Raum. Daraus zogen sie Kleidung hervor – ein weiches, fließendes Kleid, einfache Hausschuhe und einen dicken Umhang. Das Kleid fiel glatt über Kiras Körper. Es war hell und warm, roch aber ein wenig nach Rauch und Kräutern.
"Veränderung", sagte die jüngere Frau. "Das wirst du heute Abend tragen."
Kiras Hände zitterten, als sie das Kleid entgegennahm. Sie sah sie an. "Warum... Warum ich?" fragte sie leise.
Die Frauen antworteten nicht. Ihre Augen verrieten ihr alles. Sie war auserwählt worden. Verkauft. Und daran konnte sich nichts ändern.
Sie zog ihr schlichtes weißes Kleid aus und zog das neue Kleid an. Es floss über ihren kleinen Körper und fühlte sich besonders an. Sie legte den Umhang über ihre Schultern. Es war schwer, aber es fühlte sich stark an, wie eine Rüstung.
Die Frauen rückten näher. Eine strich ihr vorsichtig durch die Haare und löste die Knoten. Die andere streute ein leichtes Puder auf ihre Haut.
"Der Schlaf wird leichter gehen, wenn du bereit bist", sagte die ältere Frau. "Du musst bereit sein."
Kiras Magen zog sich zusammen. "Bereit wofür?" fragte sie, obwohl sie es schon wusste.
"Für den Alpha", sagte die jüngere Frau schlicht. "Heute Nacht ist deine erste Nacht mit ihm. Du musst sauber und ausgeruht sein... und gehorsam."
Kiras Hände ballten sich zu Fäusten an ihren Seiten. "Ich werde ihm nicht gehorchen", flüsterte sie sich selbst zu.
Die Frauen antworteten nicht. Sie beendeten das Anziehen, richteten ihren Umhang und strichen ihr Haar. Als sie fertig waren, sah Kira in den kleinen Spiegel. Ihr Gesicht war blass. Ihre Augen waren voller Angst – und Trotz.
"Geh", sagte die ältere Frau. "Die Wachen werden dich bald mitnehmen."
Kira nickte. Ihre Brust war eng, aber das Feuer in ihr wurde größer. Sie würde nicht weinen. Sie würde nicht betteln. Kira würde überleben.
Die Tür öffnete sich erneut. Die Wachen haben sie mitgenommen. Kira atmete tief durch, richtete die Schultern auf und trat vor. Heute Nacht würde der Alpha sehen, wer sie wirklich war. Und sie würde nicht pleite sein.
Die Wachen führten Kira einen langen Flur entlang. Ihre Füße fühlten sich schwer an, aber ihr Kopf blieb hoch. Das Feuer in ihr brannte heller. Sie würde keine Angst zeigen.
Schließlich blieben sie an einer hohen Tür stehen. Ein Wächter schob ihn auf.
Drinnen war der Raum größer, als sie es sich vorgestellt hatte. Ein weicher Teppich bedeckte den Boden. Ein großer Stuhl und ein Tisch standen in der Ecke. Und am Fenster stand Alpha Ryder. Er wirkte ruhig, aber seine Augen waren scharf, wie ein Wolf, der seine Beute beobachtet.
"Du bist hier", sagte er, seine Stimme leise, aber stark. Er trug ein schlichtes, lockeres Hemd mit Knöpfen, sodass seine kräftige Brust freilag, und schwarze Hosen.
Kira schluckte. Ihr Herz schlug schnell, aber sie verbeugte sich nicht. Sie hielt die Schultern gerade.
Alpha Ryder drehte sich ganz zu ihr um. Er studierte sie von Kopf bis Fuß. "Du bist mutig", sagte er. "Die meisten Mädchen würden weinen oder betteln."
"Ich bettle nicht", sagte Kira. Ihre Stimme zitterte ein wenig, aber ihre Worte waren klar. "Ich gehorche nicht. Ich fürchte dich nicht."
Zum ersten Mal flackerten Alpha Ryders Augen interessiert. "Keine Angst?" fragte er.